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Wegen Völkermord in Ruanda verurteilt: Oberst Bagosora stirbt nach fast zehn Jahren Haft

© AP Photo / SUKHDEV CHHATBARTheoneste Bagosora, ehemaliger für Völkermord verantwortlicher Oberst aus Ruanda
Theoneste Bagosora, ehemaliger für Völkermord verantwortlicher Oberst aus Ruanda - SNA, 1920, 26.09.2021
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Der wegen der Organisation des Völkermordes in Ruanda verurteilte ehemalige Oberst Theoneste Bagosora ist in Mali an den Folgen einer schweren Krankheit gestorben. Dies teilte die in den Vereinigten Arabischen Emiraten erscheinende „The National News" am Sonntag mit.
Es wurde bestätigt. Er war über 80 Jahre alt, er war schwer krank, mit Herzproblemen. Er wurde mehrmals ins Krankenhaus eingeliefert und dreimal operiert. Er ist heute in einer Klinik gestorben“, sagte eine anonyme Quelle der Gefängnisverwaltung in Mali.
Bagosora hatte wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und dem Mord an mehreren politischen Persönlichkeiten, einschließlich der Ministerpräsidentin Agathe Uwilingiyimana, eine 35-jährige Haftstrafe verbüßt. Die Staatsanwaltschaft hatte Bagosora, den damaligen Kabinettschef im Verteidigungsministerium, beschuldigt, die Kontrolle über militärische und politische Angelegenheiten des zentralafrikanischen Landes übernommen zu haben, nachdem der Präsident, Juvenal Habyarimana, beim Abschuss seines Flugzeugs getötet worden war. Der tansanische Strafgerichtshof beschuldigte Bagosora, für die Truppen und Interahamwe Hutu-Miliz (eine der wichtigsten Kräfte der extremistischen Ideologie der Hutu-Power, welche die Ermordung aller Tutsi propagierte – Anm. d. Red.) verantwortlich zu sein, die innerhalb von 100 Tagen etwa 800.000 Angehörige der Tutsi-Minderheit und gemäßigter Hutus getötet hatte. Der kanadische General Romeo Dallaire, Chef der UN-Friedenstruppen während des Völkermordes, bezeichnete Bagosora als „Hauptakteur“ hinter den Morden und sagte, der ehemalige Oberst habe gedroht, ihn zu töten.
Am 27. Mai dieses Jahres erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron, er habe die schwere Verantwortung seines Landes für den Mord in 1994 in Ruanda anerkannt. In seiner Rede während eines Besuchs im afrikanischen Land im Mai beschrieb Macron, wie Frankreich 800.000 Opfer im Stich gelassen habe:
„In Ruanda sagt man, dass Vögel am 7. April nicht singen. Weil sie wissen. Es liegt an der Menschheit, das Schweigen zu brechen. Und im Namen des Lebens müssen wir sprechen, benennen und anerkennen.“
Laut dem französischen Präsidenten trugen die Mörder nicht das Gesicht seines Landes. Frankreich sei kein Komplize gewesen.
„Das Blut, das floss, entehrte weder die Waffen noch die Hände der französischen Soldaten, die selbst das Unaussprechliche sahen, die Wunden verbanden und ihre Tränen unterdrückten.“
Aber Frankreich habe in Ruanda eine Rolle, eine Geschichte und eine politische Verantwortung. Es habe eine Pflicht: es muss der Geschichte ins Gesicht schauen und anerkennen, wie viel Leid es dem ruandischen Volk zugefügt habe, indem es zu lange schweigen wollte, anstatt die Wahrheit zu prüfen, betonte der französische Präsident seinerzeit.
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