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Trotz US-Sanktionsdrucks: Erdogan beabsichtigt Kauf weiterer S-400 von Russland

© AP Photo / Burhan OzbiliciDer türkische Innenminister Süleyman Soylu (Archivfoto)
Der türkische Innenminister Süleyman Soylu (Archivfoto) - SNA, 1920, 25.09.2021
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Ungeachtet des heftigen Streits mit den USA und wiederholter Drohungen beabsichtigt die Türkei, weiterhin Luftverteidigungssysteme vom Typ S-400 von Russland zu kaufen. Das hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag in einem Interview mit „CBS News“ angekündigt.
Aus Sicht des Staatsoberhaupts gibt es daran nichts mehr zu rütteln: „Ich habe Präsident Biden alles erklärt.“ Das sagte Erdogan am Dienstag am Rande der UN-Vollversammlung in New York und erklärte, Amerikas Weigerung, der Türkei die von den USA hergestellten Patriot-Systeme als Alternative zu verkaufen, habe seine Regierung dazu veranlasst, stattdessen das russische System zu erwerben. Die Vereinigten Staaten haben jedoch diese Behauptung dem Portal zufolge bestritten.
Sowohl die Trump- als auch die Biden-Regierung hatten behauptet, dass das russische S-400-System eine Gefahr darstellt, wenn es in demselben Land aktiviert wird, in dem F-35-Jäger fliegen. Infolge wies die US-Regierung darauf hin, dass die S-400 detaillierte Informationen über die F-35 sammeln und möglicherweise ihre Tarnvorteile auslöschen würde.
Als Vergeltung für den S-400-Kauf der Türkei kündigte die Trump-Administration den Deal mit der Türkei auf und verhängte Sanktionen gegen türkische Verteidigungsbeamte.
Auf die Frage, ob er weiterhin beabsichtige, die russischen S-400 zu kaufen und ob die Sanktionen bestehen bleiben würden, sagte Erdogan:
„Künftig wird sich niemand mehr darin einmischen können, welche Abwehrsysteme wir von welchem Land und auf welcher Ebene erwerben. Da darf sich niemand einmischen. Solche Entscheidungen liegen nur bei uns.“
„Natürlich, natürlich, ja“, lautete die Antwort des türkischen Präsidenten. Später bestätigte er, dass er Ende des Monats ein Treffen mit dem russischen Präsidenten, Wladimir Putin, plant. Die beiden wollen dabei eine Reihe von Themen diskutieren, darunter auch Syrien. Während des Interviews sagte Erdogan gegenüber „CBS News“ auch, dass er es vorziehen würde, wenn die USA ihre verbleibenden 900 Soldaten aus dem benachbarten Syrien abziehen würden.
Die türkischen Streitkräfte sind seit ihrem militärischen Einmarsch zur Bekämpfung der mit den USA verbündeten kurdischen Streitkräfte im Norden des Landes geblieben, nachdem Trump im Herbst 2019 versucht hatte, alle US-Truppen abzuziehen.
Tayyip Erdogan - SNA, 1920, 29.08.2021
„Keine Bedenken“: Türkei will weitere S-400 von Russland kaufen

Druck wegen Kaufs von russischen S-400

Im Jahr 2017 hatten Russland und die Türkei einen Vertrag über die Lieferung eines Regimentssatzes von S-400-Flugabwehrraketensystemen unterzeichnet – im Sommer und Herbst 2019 wurden die Vertragsbedingungen erfüllt.
In den Vereinigten Staaten wurde der Deal negativ aufgenommen und Washington forderte die Türkei auf, sich aus dem Deal zurückzuziehen. Im Gegenzug boten sie Ankara US-amerikanische Patriot-Komplexe an.
Im April dieses Jahres kündigte der türkische Außenminister, Mevlüt Cavusoglu, Verhandlungen mit Russland über die Lieferung des zweiten Regimentssatzes S-400 an. Der Diplomat stellte fest, dass der Kauf des russischen Flugabwehrsystems durch die Türkei beschlossene Sache sei und Washington dies akzeptieren müsse.
Um den Druck auf die Türkei zu erhöhen, drohten die USA mit einem Aufschub der Lieferung modernster Kampfjets vom Typ F-35 und sogar mit dem Ausschluss der Türkei aus dem F-35-Programm. Zudem drohte Washington mit Restriktionen gemäß dem sogenannten CAATSA-Gesetz (Countering America's Adversaries through Sanctions) aus dem Jahr 2017.
Ankara wollte nicht einlenken und setzte die Verhandlungen mit Russland über die Lieferung zusätzlicher S-400-Systeme fort.
Das Flugabwehrsystem S-400 zählt zur neuen Generation der Boden-Luft-Systeme. Bei einem Aktionsradius von rund 600 Kilometern kann die Anlage zeitgleich bis zu zehn ballistische Zielobjekte, die sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu sieben Kilometern pro Sekunde fortbewegen, orten und bekämpfen.
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