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 - SNA, 1920
Afghanistan
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„Unsere einzig verbleibende Hoffnung“: Afghanischer Widerstandsanführer beauftragt US-Lobbyisten

Ahmad Massoud - SNA, 1920, 25.09.2021
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Der Anführer der „Nationalen Widerstandsfront Afghanistans“ (NRF), Ahmad Massoud, hat die in Washington ansässige Firma „Stryk Global Diplomacy“ damit beauftragt, für militärische und finanzielle Unterstützung in den USA zu werben, welche die Aufständischen aus dem Pandschir-Tal momentan dringend benötigen.
Darüber berichtet das Portal „Business Insider“. Laut dem jüngst veröffentlichten Dokument des Justizministeriums gemäß dem Gesetz über die Registrierung ausländischer Agenten (Foreign Agents Registration Act, FARA) verpflichtet sich die Firma von Robert Stryk und Christian Bourge „Stryk Global Diplomacy“ „strategische Beratungsdienste anzubieten und auf vereinbarter Basis zusätzliche Aufgaben zu erfüllen“. Die Hilfe müsse dabei auf ehrenamtlicher Basis innerhalb von mindestens sechs Monaten geleistet werden.
Auf das Dokument machte „Business Insider“-Autor Bryan Metzger auf seiner Twitter-Seite aufmerksam:
Der Sprecher der „Nationalen Widerstandsfront Afghanistans“ (NRF), Ali Nazary, sagte gegenüber der Zeitung „The New York Times“, der Lobbying-Vertrag sei ein Versuch, jede mögliche Anerkennung der Taliban durch die USA zu stoppen und Massouds eigene Interessen als aufstrebender Anführer des Landes zu fördern.
„Wir bitten die Vereinigten Staaten, unsere Bemühungen materiell zu unterstützen, einschließlich der Lieferung von Offensivwaffen“, appellierte Nazary.
Massoud wird dem Portal zufolge von einigen Republikanern in Washington unterstützt – darunter etwa Senator Lindsey Graham, der laut Berichten Treffen zwischen Massouds Widerstandsgruppe sowie Diplomaten aus Großbritannien und Indien arrangiert hatte.
Unter erneuter Berufung auf „The New York Times“ berichtet der „Business Insider“ unter anderem, dass einige Lobbyisten gehört hätten, dass die Taliban* ihrerseits ebenfalls Lobbyisten einstellen wollen. Unklar bleibt jedoch, ob dies angesichts der erwarteten Sanktionen und ihrer Verbindungen zum terroristischen Haqqani-Netzwerk möglich wäre.
„Die USA und ihre Verbündeten haben das Schlachtfeld verlassen, aber Amerika kann immer noch ein ‚großes Arsenal der Demokratie‘ sein, wie Franklin D. Roosevelt sagte, als er den bedrängten Briten vor dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg zu Hilfe kam“, sagte Massoud.
Des Weiteren sprach er sich dahingehend aus, dass die Nationale Widerstandsfront mehr Waffen, mehr Munition und mehr Vorräte brauche, und fügte hinzu:
„Es gibt immer noch vieles, was Sie tun können, um die Freiheit zu gewährleisten. Sie sind unsere einzig verbleibende Hoffnung.”

Pandschir eingenommen?

Anfang August hatten die Taliban vor dem Hintergrund des internationalen Truppenabzugs aus Afghanistan eine großangelegte Offensive gegen die Regierungstruppen gestartet. Am 15. August drang die Terrorgruppe in Kabul ein und übernahm die Kontrolle über den Präsidentenpalast. Die einzige von der Taliban nicht kontrollierte Provinz war Pandschir.
Anfang September hatten die Taliban bekanntgegeben, dass sie auch die Provinz unter ihre Kontrolle gebracht haben. Einige Aufständische hatten laut dem Taliban-Sprecher bei den Kämpfen eine Niederlage erlitten, während andere geflohen seien. Die Islamisten versprachen den Einwohnern von Pandschir, die Bevölkerung der Provinz nicht zu unterdrücken.
Nachdem die Taliban aber die vermeintliche Eroberung von Pandschir verkündet hatten, rief der Anführer Massud auf seiner Facebook-Seite zu einem nationalen Aufstand gegen die Islamisten auf. Ganz eindeutig hatte die Nationale Widerstandsfront die Einnahme der Provinz also nicht dementiert, hatte aber angekündigt, der Kampf werde fortgesetzt, bis die Aggressoren aus dem Land geschafft seien.
Widerstandskämpfer in der afghanischen Provinz Pandschir - SNA, 1920, 10.09.2021
Afghanistan
Taliban dringen in Pandschir vor: Großes Munitionslager erobert
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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