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„Leuchtfeuer für die Welt“: 16 Merkel-Jahre in 16 Zahlen

© REUTERS / STAFFAngela Merkel
Angela Merkel - SNA, 1920, 24.09.2021
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Am kommenden Sonntag wird der 20. Deutsche Bundestag gewählt. Die seit 2005 amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel kandidiert nicht mehr. Wir haben die 16 Jahre ihrer Regierungszeit in 16 Zahlen erfasst und präsentieren Ihnen das Porträt der laut renommierten internationalen Ranglisten mächtigsten Frau der Welt.
In ihrer Amtszeit als Bundeskanzlerin hatte Merkel unter anderem mit vier Präsidenten der Vereinigten Staaten, vier französischen Staatschefs und neun italienischen Ministerpräsidenten zu tun. Sie besuchte zudem auch Länder, wo ein deutscher Bundeskanzler zuvor noch nie gewesen war – zum Beispiel, Kolumbien und Niger. Ohne zu übertreiben, ist sie zur bekanntesten deutschen Politikerin der Gegenwart geworden. Mit Hilfe von Zahlen haben wir ein Porträt von Merkel sowie von ihrer Amtszeit als Kanzlerin erstellt und präsentieren Ihnen nun 16 Fakten.

Nr. 8, aber trotzdem die Erste

Von 1949 bis einschließlich 2021 hatten insgesamt acht Personen das Amt des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland inne: Konrad Adenauer (1949-1963), Ludwig Erhard (1963-1966), Kurt Georg Kiesinger (1966-1969), Willy Brandt (1969-1974), Helmut Schmidt (1974-1982), Helmut Kohl (1982-1998), Gerhard Schröder (1998-2005) und Angela Merkel (2005-bis z.Z.). Sie ist und bleibt also die erste Frau im Amt.

14 Mal die mächtigste Frau der Welt

Merkel erreichte mehrmals hohe Positionen in unterschiedlichen internationalen Ranglisten. So stand sie in der seit 2004 vom US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ führenden Liste der 100 mächtigsten Frauen der Welt vierzehn Mal auf dem ersten Platz – nur 2010 wurde sie von Michelle Obama verdrängt.
Neun Mal wurde sie in der Rangliste „100 Personen, die die Welt am meisten prägten“ des US-Nachrichtenmagazins „Time“ aufgelistet (2006, 2007, 2009, 2011, 2012, 2014–2016, 2020). Öfters tauchten dort nur Barack Obama, Xi Jinping, Hillary Clinton und Oprah Winfrey auf.
Time kürte Merkel am 9. Dezember 2015 zur Person des Jahres. Auf dem Titelbild des Magazins wurde sie als „Kanzlerin der Freien Welt“ bezeichnet. Es war die erste Würdigung eines Deutschen seit Willy Brandt im Jahr 1970.
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35.572 Euro Gehalt

Das Gesamtgehalt der Bundeskanzlerin Angela Merkel pro Monat setzt sich außer dem Amtsgehalt in Höhe von 24.976.58 Euro aus verschiedenen Bestandteilen zusammen und gleicht laut dem Vermögen-Magazin der Summe von 35.572 Euro. Dies führt zu einem Jahresgehalt von rund 420.000 Euro.

15.000 Euro Rente

Insgesamt wird Merkel als Alt-Kanzlerin eine Rente von rund 15.000 Euro pro Monat beziehen, so die Frankfurter Rundschau. Sie habe zusätzlich Anspruch auf ein Büro inklusive Büroleiter und zwei Referenten sowie eine Schreibkraft und einen Fahrer.

4.000.000 Euro Vermögen

Merkels Vermögen wird dem Vermögen-Magazin zufolge auf etwa vier Millionen Euro geschätzt (Stand August 2021).

13 staatliche Orden

Während ihrer Amtszeit als Bundeskanzlerin bekam Merkel mindestens 13 Ehrenzeichen von verschiedenen Staats- beziehungsweise Regierungschefs, darunter das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und das Große Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich, sowie Staatsorden von Bulgarien, Estland, Israel, Italien, Litauen, Norwegen, Peru, Portugal, Saudi-Arabien, der Ukraine und den USA. Darüber hinaus wurde Merkel von verschiedenen in-, ausländischen und internationalen privaten Organisationen mit über zwei Dutzend Preisen und Medaillen geehrt.

533 Auslandsreisen

Insgesamt hat Merkel als Bundeskanzlerin 533 Auslandsreisen unternommen, hat das Handelsblatt nachgezählt. Die meisten davon führten nach Belgien, da die EU-Gipfel in Brüssel stattfinden. An zweiter Stelle lag auf ihrer Liste Frankreich.
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3 EU-Beitritte und 1 Brexit

Während Merkels Amtszeit als Bundeskanzlerin sind Bulgarien und Rumänien (am 1. Januar 2007) sowie Kroatien (am 1. Juli 2013) der Europäischen Union beigetreten. Am 31. Januar 2020 erfolgte der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs, der oft auch als Brexit bezeichnet wird.

18 Ehrendoktorwürden

Der deutschen Bundeskanzlerin wurden mindestens 18 Ehrendoktorwürden verliehen, darunter von der Universität Leipzig „für ihre Verdienste um das Fachgebiet Physik und ihre Reputation bei ihrem Einsatz für den Schutz der Umwelt, der Demokratie und der Menschenrechte“, der schweizerischen Universität Bern „für ihren Einsatz für das öffentliche Wohl und den Klimaschutz sowie für ihre Verdienste um die europäische Integration, die Pflege des jüdisch-christlichen Dialogs und ihr Engagement für die Anliegen der Frauen“ und der rumänischen Babeș-Bolyai-Universität für „ihre Verdienste um Europa und ihren Beitrag zur Lösung der Globalisierungs-Probleme“.
Neulich wurde sie von der US-amerikanischen Johns Hopkins University als „globale Führungspersönlichkeit von beispielloser Entschlossenheit und Integrität“ geehrt. Die Ehrendoktorwürde verlieh die Hochschule der Bundeskanzlerin Mitte Juli und begründete dies damit, dass Merkel nicht nur Deutschland geführt habe, „sondern auch ein Leuchtfeuer für die Welt in Krisenzeiten, von der großen Rezession bis zur Covid-19-Pandemie“ gewesen sei.

Ein Emoticon

Merkels Geste ist inzwischen weltweit bekannt, denn auf vielen Fotos bei den Treffen hierzulande sowie im Ausland ist sie mit einer berühmten Raute zu sehen. Dieser Geste wurde in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia sogar ein spezieller Artikel gewidmet.
„Als Merkel-Raute (auch Merkel-Dach oder Raute der Macht, seltener Merkelizer) wird eine Haltung der Arme und Hände bezeichnet, bei der die Hände mit den Innenflächen so vor dem Bauch gehalten werden, dass die Daumen und Zeigefinger sich an den Spitzen berühren und in etwa die Form einer Raute beschreiben“, heißt es in dem gleichnamigen Artikel.
Die Merkel-Raute wird durch ein Kleiner-als- und ein Größer-als-Zeichen gebildet (<>). Diese Kombination wurde für den Bundestagswahlkampf erfunden, wie die CDU damals via Facebook wissen ließ.

5787 Tage Bundeskanzlerin (am Tag vor der Bundestagswahl 2021)

Insgesamt ist Merkel nun 31 Jahre lang im Bundestag der Bundesrepublik Deutschland, davon mehr als die Hälfte als Regierungschefin. Seit dem 22. November 2005 ist sie amtierende Bundeskanzlerin und am Abend des 25. Septembers, vor dem Tag der Bundestagswahl, wird sie nun 5787 Tage im Amt der Bundeskanzlerin gewesen sein. Länger war bisher nur Helmut Kohl im Amt – insgesamt genau 5869 Tage zwischen dem 1. Oktober 1982 und dem 26. Oktober 1998.
Um ihn einzuholen, müsste Angela Merkel weitere 82 Tage regieren, das heißt, bis zum 17. Dezember.

2.322.712 Asylanträge

Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurden in Deutschland in den Jahren 2005 bis einschließlich 2020 insgesamt 2.322.712 Asylanträge (Erstanträge) registriert.
Die meisten davon wurden in den Jahren 2015 (441.899) und 2016 (722.370) eingereicht. Nachdem Merkel ihren berühmten Satz „Wir schaffen das“ gesagt hatte, kamen innerhalb weniger Monate hunderttausende Migranten nach Deutschland.
Wir haben die Angaben für alle in den Jahren 2005 bis 2020 abgelehnten Asylanträge (Erst- und Folgeanträge), die auf dem Portal Statista zu sehen sind, bearbeitet und nun die folgenden Durchschnittswerte errechnet. So wurden 41 Prozent der Asylanträge in einer Sachentscheidung abgelehnt. Zudem haben sich 27 Prozent der Asylanträge in einer formellen Entscheidung (zum Beispiel Einstellung des Verfahrens wegen Antragsrücknahme durch den Asylbewerber oder Ablehnung des Antrags auf Durchführung eines weiteren Asylverfahrens) erledigt. Die Ablehnungsquote lag somit bei ungefähr 68 Prozent. Die Gesamtschutzquote belief sich im gleichen Zeitraum auf rund 32 Prozent, also ein Drittel aller eingereichten Asylanträge.
Einschleusung von Ausländern in Deutschland 2020

Im Jahr 2020 haben die Staatsanwaltschaften in Deutschland 4.996.494 Ermittlungsverfahren in Strafsachen abgeschlossen, teilte das Statistische Bundesamt Ende August 2021 mit. 3,6 Prozent der erledigten Strafverfahren (178.621) bezogen sich demnach auf Einschleusung von Ausländern (3755) und Straftaten nach dem Aufenthalts-, dem Asylgesetz sowie dem Freizügigkeitsgesetz/EU (174.866). Die meisten Fälle der Einschleusung von Ausländern wurden in Bayern (1265), NRW (460), Hessen (390) sowie Sachsen (386), die anderen Aufenthaltsdelikte am häufigsten in Bayern (37.113) registriert.

ExpandierenMinimieren
In Deutschland leben zurzeit so viele Geflüchtete wie seit der Nachkriegszeit nicht mehr, teilte die Süddeutsche Zeitung im April dieses Jahres unter Verweis auf die Behörden mit. Demnach waren zum 31. Dezember 2020 im staatlichen Ausländerzentralregister fast 1,9 Millionen Menschen erfasst, die im Lande waren, weil sie hierher geflüchtet sind. Das waren nur etwa 36.000 mehr als ein Jahr zuvor und damit ein Zuwachs von rund zwei Prozent, hieß es.

Eine „goldene Dekade“

Die Amtszeit der ersten Bundeskanzlerin wird als eine Zeit des Wohlstands in die Geschichte eingehen, schreibt das Handelsblatt in seiner wirtschaftlichen Bilanz der Merkel-Jahre.
Kein anderer der großen Industriestaaten sei stärker als Deutschland gewachsen. Dem Land sei es auch gelungen, die Finanzkrise von 2008 sowie die Corona-Krise relativ gut abzufedern. Den Zeitraum von 2010 bis 2020 bezeichnen die Experten als „goldene Dekade“ wegen des Wirtschaftswachstums und der sinkenden Arbeitslosigkeitszahlen, so das Handelsblatt. Darüber hinaus habe es Merkel geschafft, die Staatsverschuldung trotz gleich zweier Jahrhundert-Krisen stabil zu halten.

Kupfergraben 6

Merkel verzichtete darauf, mit ihrem Mann Joachim Sauer in die Dienstwohnung zu ziehen, nachdem sie im Jahr 2005 zur Kanzlerin gewählt worden war. Die beiden blieben in ihrer Wohnung in einem Haus am Kupfergraben 6 in Berlin, schreibt die Bunte. Ob sie nun auch nach der Amtsniederlegung dort bleiben, sei unklar. Es gebe Spekulationen, sie könnten in Merkels Heimatstadt Hamburg zurückkehren.
Fragezeichen (Symbolbild) - SNA, 1920, 22.09.2021
Merkel steht im Regen – Kommt ein reinigendes Wahl-Gewitter für die CDU?

74 Prozent sind zufrieden

Die Meinung zur Arbeit von Bundeskanzlerin Merkel war über ihre komplette 16-jährige Amtszeit positiv, berichtet das Portal Statista unter Verweis auf die Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen*. Wir haben alle Angaben zu den insgesamt 288 Umfragen in Betracht gezogen, die innerhalb von 16 Jahren durchgeführt wurden. In manchen Monaten fanden in Deutschland gleich zwei bis drei Umfragen statt, daher haben wir Durchschnittswerte errechnet. Als gut bewerten rund zwei Drittel der wahlberechtigten Bevölkerung (73,78 Prozent) die Arbeit von Merkel. Dass sie ihren Job als Bundeskanzlerin alles in allem gesehen schlecht machte, fand rund jeder Fünfte (22,51 Prozent).
Am höchsten war die Popularität von Merkel im Januar 2006 (84 Prozent gute Bewertungen und neun Prozent schlechte), im Juli 2014 (86/11) und im Jahr 2020 gleich in zwei Monate mit denselben Werten (86/13). Am wenigsten liebte das Volk seine Kanzlerin im Oktober 2010 (50/45) und im Herbst 2018 – dass Merkel ihren Job eher gut machte, fanden im Oktober nur 54 Prozent der Befragten. Dass sie ihn eher schlecht machte, dachten 43 Prozent. *Die Quelle machte keine Angaben zu den fehlenden Prozentpunkten auf die 100 Prozent.

2,8 Millionen Erstwähler

Bei der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag am 26. September 2021 werden nach Angaben des Bundeswahlleiters etwa 60,4 Millionen Deutsche wahlberechtigt sein. Dazu gehören etwa 2,8 Millionen Erstwählerinnen und Erstwähler (4,5 Prozent aller Wahlberechtigten), die im Kanzleramt praktisch niemanden anderen als Merkel gesehen haben. 6,7 Millionen Wähler (Alter zwischen 21 und 29 Jahren) gingen noch in die Schule, als sie an die Macht kam.
Am kommenden Sonntag findet die Bundestagswahl statt. „Abgerechnet wird am Wahltag“, sagte Merkel Anfang September in Berlin. Sie spüre, dass gekämpft werde. Dass die Union nach sechzehn Jahren Kanzlerschaft nicht „automatisch“ wieder ins Kanzleramt komme, sei jedem in der CDU und CSU klar gewesen.
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