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Papst-Entscheidung: Kardinal Woelki bleibt im Amt – aber mit Auszeit

© AFP 2021 / TOBIAS SCHWARZKardinal Rainer Maria Woelki
Kardinal Rainer Maria Woelki - SNA, 1920, 24.09.2021
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Papst Franziskus hat beschlossen, Kardinal Rainer Maria Woelki im Amt zu belassen. Allerdings soll der Erzbischof eine geistliche Auszeit von mehreren Monaten einlegen. Dies geht aus einer Mitteilung des Heiligen Stuhls hervor, die am Freitag veröffentlicht wurde.
Nach Ansicht des Papstes hat sich kein Hinweis darauf ergeben, dass Kardinal Woelki im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs rechtswidrig gehandelt habe. „Die Behauptungen, der Kardinal habe, insbesondere durch das anfängliche Zurückhalten einer ersten Studie, vertuschen wollen, wird durch die inzwischen publizierten Fakten und die durch den Heiligen Stuhl geprüften Dokumente widerlegt“, heißt es in der Mitteilung. Allerdings werden im Dokument „große Fehler“ eingeräumt, die Kardinal Woelki in seiner Herangehensweise an die Frage der Aufarbeitung insgesamt, vor allem in der Kommunikation, gemacht habe. Diese Fehler hätten eine Vertrauenskrise im Erzbistum zur Folge gehabt.
Allerdings werde Kardinal Rainer Maria Woelki, auf dessen eigenen Wunsch, eine geistliche Auszeit gewährt. Diese soll von Mitte Oktober bis zum Beginn der Österlichen Bußzeit Anfang März 2022 dauern. Inzwischen solle Weihbischof Rolf Steinhäuser als Apostolischer Administrator im Erzbistum eingesetzt werden.
Zudem habe der Papst die Amtsverzichte der Weihbischöfe Dominikus Schwaderlapp und Ansgar Puff abgelehnt. Bei beiden Bischöfen seien in ihren früheren Verantwortlichkeiten „vereinzelt Mängel in der Behandlung von Verfahren“ festzustellen, nicht aber die „Intention, Missbrauch zu vertuschen oder Betroffene zu ignorieren“, heißt es weiter in der Mitteilung als Begründung. Puff werde seinen regulären Dienst unmittelbar aufnehmen. Schwaderlapp dürfe entsprechend seinem Ersuchen vor seiner Rückkehr in den Dienst als Weihbischof im Erzbistum Köln für ein Jahr als Seelsorger in die Erzdiözese Mombassa (Kenia) gehen.
Kardinal Woelki während einer Messe am Karfreitag im Kölner Dom (Archivbild) - SNA, 1920, 20.09.2021
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Das Erzbistum Köln steckt seit etwa einem Jahr in einer tiefen Krise, die sich unter anderem in einer Welle von Kirchenaustritten niederschlägt. Woelki hatte ein von ihm selbst in Auftrag gegebenes Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Missbrauchsvorwürfen nicht veröffentlichen wollen und dafür rechtliche Gründe angeführt. Im Zuge des dadurch entstandenen Streits entfremdeten sich der Kardinal und die wichtigsten Gremien des größten deutschen Bistums immer weiter.
Kardinal Rainer Maria Woelki - SNA, 1920, 15.08.2021
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Darauf reagierte Papst Franziskus in diesem Jahr, indem er zwei Bevollmächtigte ins Erzbistum Köln entsandte, den Stockholmer Kardinal Anders Arborelius und den Rotterdamer Bischof Hans van den Hende. Sie befragten unter anderem Missbrauchsopfer und erstellten anschließend einen Untersuchungsbericht für den Papst.
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