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Statt Beerdigung: Peru will Leiche von Guerilla-Anführer Guzmán an unbekanntem Ort einäschern

© REUTERS / Anibal SolimanoEhemaliger Anführer der peruanischen Guerillaorganisation „Leuchtender Pfad“ Abimael Guzmán (Archivbild)
Ehemaliger Anführer der peruanischen Guerillaorganisation „Leuchtender Pfad“ Abimael Guzmán (Archivbild) - SNA, 1920, 24.09.2021
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Der Leichnam des ehemaligen Anführers der peruanischen Guerillaorganisation „Leuchtender Pfad“, Abimael Guzmán, soll nicht an die Verwandten übergeben, sondern an einem unbekannten Ort eingeäschert werden. Das sieht das entsprechende Gesetz vor, wie die Staatsanwaltschaft des Andenstaates am Donnerstag (Ortszeit) deutlich machte.
Demnach sollen die sterblichen Überreste von Guzmán aus dem Leichenhaus in der Hafenstadt Callao in den nächsten 24 Stunden zur Feuerbestattung abgeholt werden.
Zuvor hatte der peruanische Kongress ein Gesetz verabschiedet, das die Übergabe von Leichen jener Personen, die wegen Verrates am Vaterland oder Terrorismus verurteilt worden waren, an Angehörige untersagt.
Der frühere Rebellenführer starb am 11. September im Alter von 86 Jahren im Hochsicherheitsgefängnis auf dem Marinestützpunkt Callao. Als Todesursache wurden gesundheitliche Probleme genannt. In letzter Zeit habe er kaum noch gegessen und sei im Krankenhaus behandelt worden.
Nach Guzmáns Tod habe das Land darüber diskutiert, was mit dem Leichnam geschehen soll. Seine Witwe, die selbst in lebenslanger Haft sitzt, habe die Herausgabe gefordert. Ein Richter habe das abgelehnt.
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Zugleich hätten vor dem Leichenschauhaus in der peruanischen Hafenstadt Callao, nahe Lima, Protestaktionen stattgefunden. Ihre Teilnehmer hätten gefordert, den Leichnam an einem unbekannten Ort einzuäschern.
Der Kampf der Guerilla „Leuchtender Pfad“ hatte in den 1980er-Jahren Zehntausenden Peruanern das Leben gekostet. Der ehemalige Philosophieprofessor Guzmán predigte den Volkskrieg gegen die politischen und wirtschaftlichen Eliten – und ging in den Untergrund. Er wurde 1992 in Lima verhaftet und wegen Terrorismus zu lebenslanger Haft verurteilt.
Außerdem musste er eine Geldstrafe in Höhe von mehr als 61.000 Euro an die Familienangehörigen des Massakers von 1983 im Dorf Lucanamarca zahlen. Damals hatte der „Leuchtende Pfad“ 69 Bauern mit Macheten ermordet, darunter 20 Kinder.
Im Gefängnis heiratete er seine langjährige Lebensgefährtin, die ebenfalls inhaftierte Vizechefin des „Leuchtenden Pfads“, Elena Iparraguirre.
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