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Waffenlager-Explosion in Vrbetice: Tschechien richtet Rechtshilfeersuchen an Russland

© SNA / Natalia SeliverstovaRussisches Außenministerium
Russisches Außenministerium - SNA, 1920, 23.09.2021
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Tschechien ermittelt seit Längerem im Fall um die Explosionen im Waffenlager in Vrbetice, die im April 2014 landesweit für Aufsehen sorgten. Nun hat das Land ein Rechtshilfeersuchen an Russland gestellt. Das geht aus einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Brno vom Mittwoch hervor.
Der Aufsichtsstaatsanwalt Martin Malus hob hervor, dass Tschechien momentan die Ergebnisse der bereits erhaltenen Rechtshilfe bekomme und diese unter die Lupe nehme. Die Strafverfahren würden nicht nur in der Tschechischen Republik durchgeführt, sondern es seien auch mehrere europäische Länder zur Zusammenarbeit aufgefordert worden, heißt es in der Mitteilung.
Da es aber weiterer Untersuchungen bedarf, wurde auch an die Russische Föderation ein Antrag auf Rechtshilfeersuchen geschickt.
Die Ermittler und die zuständige Staatsanwaltschaft gehen weiterhin von einer Verwicklung der Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes GRU bei der Organisation der Explosionen aus.
„Wir arbeiten weiterhin daran, den begründeten Verdacht zu bestätigen, dass die Explosionen durch eine Sprengfalle ausgelöst wurden, die von Personen, die im Interesse des russischen Militärgeheimdienstes tätig sind, in Lagerhäusern platziert wurden. Bisher wurde eine umfangreiche Untersuchung durchgeführt, deren Ziel es ist, die Bewegungen und Kontakte von Tatverdächtigen <…> zu erfassen“, schrieb Malush.
Ihm zufolge sammeln die Ermittler unter anderem Beweise, die die Motive der beiden Explosionen klären sollen. Derzeit könne die Staatsanwaltschaft der Region Brno nicht abschätzen, wie lange die Ermittlungen in diesem Strafverfahren andauern und wie sie abgeschlossen würden, so Malush weiter.
Die Prager Tageszeitung „Deník N“ gab wiederum unter Berufung auf eine hochrangige mit den Ermittlungen vertraute Quelle bekannt, dass Russland in diesem Zusammenhang Rechtshilfe „im Hinblick auf den Schutz der souveränen Interessen der Russischen Föderation“ verweigert habe.

Ausweisung russischer Diplomaten

Tschechien hatte russischen Geheimdiensten Mitte April vorgeworfen, hinter der Explosion im Munitionslager im tschechischen Vrbetice im Jahr 2014 zu stecken. In diesem Zusammenhang verwies Tschechien 18 russische Diplomaten des Landes.
Moskau wies den Vorwurf zurück und erklärte 20 Mitarbeiter der tschechischen diplomatischen Mission zur Persona non grata und bezeichnete die Vorwürfe als absurd, unbegründet und aus der Luft gegriffen.
Die Slowakei, Estland, Litauen und Lettland solidarisierten sich mit Tschechien und wiesen ebenfalls russische Diplomaten aus. Auch Polen, Bulgarien und Rumänien verkündeten eine Ausweisung.
Ende Juni hatte Prag von Moskau eine Entschädigung in Höhe von etwa 25,5 Millionen Euro wegen der Explosion gefordert. Der stellvertretende tschechische Außenminister, Martin Smolek, warf Moskau zudem vor, mit der Aufnahme Tschechiens in die Liste „unfreundlicher“ Staaten gegen das Völkerrecht verstoßen zu haben.
Aufgrund dessen hatte das russische Außenministerium den tschechischen Botschafter in Moskau einbestellt.
Der Rote Platz in Moskau - SNA, 1920, 01.07.2021
Nach 25-Millionen-Forderung: Prags Botschafter in Moskau einbestellt
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