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Erzwingt Russland über hohe Gaspreise schnelle Nord-Stream-2-Inbetriebnahme? Oliver Hermes kontert

© Foto : WiloOliver Hermes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft
Oliver Hermes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft - SNA, 1920, 23.09.2021
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Die aktuell hohen Gaspreise haben zu einer Diskussion darüber geführt, ob Russland durch die bewusste Verknappung von Gaslieferungen Druck auf die EU ausüben will, die fertig gestellte Ostseepipeline Nord Stream 2 zügig zu genehmigen. Diese Vorwürfe kommentiert der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft Oliver Hermes.
Die enormen Preissteigerungen auf dem Gasmarkt erklärt er durch den massiven Preiseinbruch im Corona-Jahr 2020, die weltweite Konjunkturerholung und die große LNG-Nachfrage in Asien sowie durch eine Reihe von Erklärungen, wie notwendige Wartungs- und Reparaturarbeiten bei europäischen Pipelines. Gazprom erfülle seine Lieferverträge, heißt es in seinem Statement, das SNA vorliegt. „Russisches Pipelinegas ist aktuell deutlich günstiger als Gas auf dem Spotmarkt. Dies schirmt Europa ein Stück weit gegen die hohen Weltmarktpreise ab. Es würde aber zur Beruhigung der Marktsituation beitragen, wenn Gazprom wo möglich zusätzliche Liefermengen anbieten würde.“
„Extrem hohe Gaspreise können langfristig nicht im Interesse von Gazprom sein, weil die Konkurrenz durch LNG-Anbieter oder andere Energieträger zunehmen würde“, so der Chef des Wirtschaftsvereins. „Dann wird etwa Kohlestrom infolge steigender Gaspreise Angebotslücken füllen, was aus Sicht des Klimaschutzes problematisch wäre. Über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 erwarten wir keine kurzfristige Entlastung. Dieses Projekt muss nach den Regeln der EU und völlig unabhängig von der gegenwärtigen Preislage zertifiziert werden. Sorgfalt geht hier ganz klar vor Eile. Es ist im Interesse der Betreiber, dass diese Milliardeninvestition juristisch unangreifbar genehmigt und für sie ein dauerhaft tragfähiges Nutzungskonzept gefunden wird.“
Gas im Haushalt  - SNA, 1920, 23.09.2021
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„Unabhängig davon unterstützen wir die gegenwärtigen Bemühungen der Bundesregierung, den russisch-ukrainischen Transitvertrag über das Jahr 2024 hinaus zu verlängern“, fährt Hermes fort. „Wir treten auch dafür ein, dass die Ukraine Erdgas aus Zentralasien über ihr Leitungsnetz nach Westen vertreiben kann. Wünschenswert wäre auch, dass die EU eine strategische Erdgasreserve in der Ukraine anlegt, um Angebotslücken auf dem europäischen Markt auszugleichen“, meint der Ost-Ausschuss-Vorsitzende.
Seit dem 3. Januar 2021 ist der europäische Gaspreis Angaben von Bloomberg zufolge um 223 Prozent gestiegen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ermittelt zwischen Januar und Juli einen Anstieg der Einfuhrpreise für Erdgas in Deutschland in Höhe von 42 Prozent. Eine Sprecherin der Bundesregierung sagte am Mittwoch laut ZEIT ONLINE, dass Russland nach aktuellem Kenntnisstand seinen Verpflichtungen aus dem geltenden Gastransitvertrag nachgekommen sei.
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