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NS-Verbrecher Oberlander stirbt in Kanada kurz vor Auslieferung

© CC0 / succo / PixabayAuktion (Symbolbild)
Auktion (Symbolbild) - SNA, 1920, 23.09.2021
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Kurz vor seiner geplanten Auslieferung ist der mutmaßliche NS-Verbrecher Helmut Oberlander im Alter von 97 Jahren in Kanada gestorben. Dies berichtete der kanadische Sender CBC am Donnerstag unter Berufung auf die Familie von Oberlander.
Oberlander habe in der Stadt Waterloo in der Provinz Ontario gelebt und zuletzt als Immobilienentwickler gearbeitet. Er sei der letzte von insgesamt zwölf Kanadiern gewesen, denen Nazi-Verbrechen vorgeworfen worden seien. Die anderen elf waren ebenfalls gestorben, bevor Kanada sie ausliefern konnte.
Anfang dieses Monats haben die Einwanderungsbehörden Kanadas die Anhörungen zur Abschiebung Oberlanders aus dem Land wegen seines schlechten Gesundheitszustands ausgesetzt.

Massenmord an Kindern

Oberlander wurde am 15. Februar 1924 in der Ukraine geboren. Nach der Besetzung der Ukraine durch deutsche Truppen 1941 wurde er als Dolmetscher mobilisiert und diente im SS-10 „a“ - Sonderkommando. Nach der Kapitulation Deutschlands konnte er fliehen und einer strafrechtlichen Verantwortung entgehen, während in den 1940er und 1960er Jahren mehrere seiner Kollegen inhaftiert und verurteilt wurden. In den 50er Jahren war er nach Kanada gekommen.
Im Dezember 2019 hat der Oberste Gerichtshof Kanadas in Bezug auf Oberlander, der seine Teilnahme am Sonderkommando vor den kanadischen Behörden verschwiegen hatte, beschlossen, ihm die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Oberlander hatte die Entscheidung angefochten.Die Einwanderungsbehörden Kanadas prüften jedoch die mögliche Abschiebung des Nazi-Henkers.

Abschiebung bewusst verschoben?

In Russland wurde Oberlander der Beteiligung an dem Massenmord an Kindern im Jeisker Kindernheim im Jahr 1942 beschuldigt. Anfang Februar 2020 forderte das Ermittlungskomitee Russlands im Rahmen dieses Falls Materialien aus Kanada über Oberlander.
Nun geht die russische Gemeindegruppe „Russian Canada“ davon aus, die kanadischen Behörden hätten den Prozess gegen ihn bewusst verschoben, damit er ohne Abschiebung sterben könnte.
Russlands Präsident Wladimir Putin  - SNA, 1920, 23.09.2021
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„Die gesamte russischsprachige Gemeinschaft ist enttäuscht, dass Oberländer ohne Abschiebung gestorben ist“, sagte der Leiter der Gruppe, Leon Mitsner.
Laut Mitsner „verschoben die kanadischen Behörden die Anhörungen ständig unter dem Vorwand, dass sie angeblich nicht wüssten, wohin sie ihn abschieben sollen“. Oberlander hätte ihm zufolge nach Russland, an den Ort seiner Verbrechen, geschickt werden sollen.
Der Aktivist ist überzeugt, dass der ehemalige Nazi hätte hart bestraft werden müssen, habe aber „die ganze Zeit auf freiem Fuß in Kanada gelebt“. „Das spricht für die Selektivität der kanadischen Justiz“, betonte Mitsner.
Oberlander war 2012 vom Simon-Wiesenthal-Zentrum auf die Liste der zehn meistgesuchten Nazi-Täter aufgenommen worden.
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