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Steigende Gaspreise: Baerbock übt Kritik an Russland – „im Extremfall im Kalten sitzen“

© SNA / Konstantin MichaltschewskiGas im Haushalt
Gas im Haushalt  - SNA, 1920, 23.09.2021
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Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat gegenüber dem „Radaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) russischen Behörden wegen des Gaspreisanstiegs vorgeworfen, durch den Aufbau politischen Drucks „die ausstehenden Genehmigungen für Nord Stream 2 schneller bekommen“ zu wollen.
Russland ist aus ihrer Sicht zurückhaltend bei der Lieferung von Erdgas nach Europa. Ferner sagte die Politikerin wörtlich: „Das Putin-Regime will politischen Druck aufbauen, um die ausstehenden Genehmigungen für Nord Stream 2 schneller zu bekommen und so die Leitung in Betrieb zu nehmen.“
„Die Leidtragenden sind die Kunden in Deutschland, deren Gaspreise steigen werden oder die im Extremfall sogar im Kalten sitzen müssen“, fügte sie hinzu.
Dabei sagte Baerbock, dass das Spiel, das der russische Präsident, Wladimir Putin, betreibe, einmal mehr zeige, „welchen Bärendienst SPD und Union mit ihrem Einsatz für Nord Stream 2 Deutschland erwiesen haben“. Die Bundesregierung habe die Pipeline vorangetrieben, allen Bedenken, Warnungen und Befürchtungen zum Trotz. Das räche sich derzeit, weil nun Deutschland „in der Erpressungssituation“ sei, „vor der ausgiebig gewarnt wurde“.
Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 in Deutschland (Archiv) - SNA, 1920, 06.09.2021
Letztes Rohr der Pipeline Nord Stream 2 ist fertig
Ein Signal seitens der Union und SPD in Richtung Moskau ist laut ihren Worten erforderlich:
„Das Signal muss sein, dass Russland zu seinen Zusagen stehen muss und über die bestehenden Pipelines wie in der Vergangenheit auch genügend Gas liefert.“
Die Pressereferentin für die Bereiche Energiepolitik und Industriepolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Industrie, Susanne Ungrad, hatte zuvor vor dem Hintergrund der Rekordpreise für Gas erklärt, dass Russland die bestehenden Lieferverträge erfülle. Es gebe viele andere Faktoren, die Einfluss darauf haben könnten.
Die Fertigstellung von Nord Stream 2 - SNA, 1920, 21.09.2021
Steigende Gaspreise in Europa – ist Russland der Profiteur?

Gaspreise in Europa

Der Gaspreis in Europa hatte beim Handel am 15. September nach Angaben der Börse ICE Futures einen historischen Rekord gebrochen und 950 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter überstiegen. Laut Analysten ist das Wachstum auf die stabile Nachfrage nach Erdgas bei geringer Auslastung der europäischen Speicher – die nur zu 70,75 Prozent gegenüber 93 Prozent im Vorjahr befüllt sind – zurückzuführen.
Gleichzeitig stehen hohe Preise für Flüssiggas in Asien massiven LNG-Lieferungen nach Europa im Wege.
Der polnische Ministerpräsident, Mateusz Morawiecki, hatte zuvor gesagt, dass der Bau der Gaspipeline und der Anstieg der Weltgaspreise zusammenhängen würden. Dabei betonte er, dass der Bau von Nord Stream 2 nicht im Einklang mit den polnischen Interessen stehe. Die deutsch-russische Allianz im Energiebereich bezeichnete er wiederum als „strategischen Fehler, wofür die steigenden Gaspreise ein Beleg sind“.
Bauarbeiten für die Gaspipeline Nord Stream 2 in Deutschland - SNA, 1920, 22.09.2021
Nord Stream 2 schuld? Moskau antwortet auf Polens Kritik an hohen Gaspreisen
Am 22. September hat Kreml-Sprecher Dmitri Peskow im Hinblick auf die früheren Forderungen aus dem US-Außenministerium an Gazprom über die Vergrößerung der Gaslieferungen durch die Ukraine nach Europa betont, dass es unmöglich sei, Gas zu transitieren, ohne es verkauft zu haben. Er erklärte auch, dass Russland alle Vertragsverpflichtungen zu den Gaslieferungen nach Europa erfülle und einem historischen Volumenhöchstwert nahe sei. Zu dem Anstieg der Gaspreise in Europa führt laut seinen Worten der Spotmarkt; Gazprom sei der zuverlässigste Garant der Lieferungen.
Moskau hat bereits mehrmals betont, dass Nord Stream 2 ein kommerzielles Projekt darstellt, das sowohl für Russland als auch für die EU Vorteile hat und nicht politisiert werden sollte.

Nord Stream 2

Das Projekt Nord Stream 2 umfasst den Bau von zwei Strängen der Pipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr. Die Gasleitung soll von der russischen Küste durch die Ostsee nach Deutschland verlaufen.
Es ist vor allem Kiew, das aus Angst vor Einnahmeverlusten bei dem russischen Gastransit durch sein Territorium entschieden gegen die Pipeline auftritt. Auch die Vereinigten Staaten, die ihr Flüssigerdgas (LNG) in der Europäischen Union abzusetzen versuchen, weisen das Projekt zurück. Im Dezember 2019 hatten die USA restriktive Maßnahmen gegen Unternehmen verhängt, die am Bau der russischen Gaspipeline beteiligt waren, weshalb die Arbeiten unterbrochen werden mussten. Ein Jahr später wurde die Rohrverlegung wieder aufgenommen.
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