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Zyprischer Vorbehalt: Darum sollte Erdogan Russland keine „Krim-Annexion“ vorwerfen

© REUTERS / POOLTayyip Erdogan
Tayyip Erdogan - SNA, 1920, 22.09.2021
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Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, hat in einer Rede vor der UN-Generalversammlung erneut von einer „Krim-Annexion“ gesprochen. Ihm zufolge soll die territoriale Integrität der Ukraine – „einschließlich des Territoriums der Krim“ – respektiert werden.
Der ukrainische Präsident, Wladimir Selenski, dankte am Mittwoch Erdogan für seine Stellungnahme bezüglich der Halbinsel. In einer offiziellen Erklärung heißt es: „Der ukrainische Staatschef dankte dem türkischen Staatschef für seine feste Position in Bezug auf die Nichtanerkennung der Annexion der Krim durch die Russische Föderation“.
Die Türkei war auch eines der ersten Länder, die die „Krim-Plattform“ unterstützten – Kiews neue diplomatische Initiative, die von Selenski initiiert wurde, um den Druck auf Russland zu erhöhen und die Abspaltung der Krim rückgängig zu machen. Beide Schritte wurden von Moskau erwartet als „unfreundlich“ eingeschätzt.
Gleichzeitig hat sich aber Erdogan Vorwürfen einer Heuchelei von Leuten ausgesetzt, die mit der Geschichte der Türkei vertraut sind.

Das „andere“ Zypern

In derselben Rede vor der 76 UN-Vollversammlung kritisierte Erdogan die Vereinten Nationen dafür, dass sie Ersin Tatar, dem Präsidenten der TRNC (Türkische Republik Nordzypern), eine Plattform verweigern würden. Die türkisch-zyprischen und griechisch-zypriotischen Gemeinschaften bezeichnete er als „Mitbesitzer der Insel“.
Zypern wurde 1960 vom britischen Empire unabhängig, aber die türkisch-zypriotische Minderheit fühlte sich von der Regierung der neuen Republik in Nikosia zunehmend entfremdet.
Als 1974 eine Junta nationalistischer griechischer Oberster in Athen die Macht verlor, sah der griechisch-zypriotische Aufrührer Nikos Sampson seine Chance.
Er versuchte, die „Enosis“ – die Vereinigung Griechenlands und Zyperns – durchzusetzen und sprach auch davon, die türkischen Zyprioten auf der Insel loszuwerden.
Die griechischen und die türkischen Zyprioten sind eigentlich eng verwandt und teilen viele Sitten und Gebräuche, aber die einen sprechen Griechisch und sind orthodoxe Christen, während die anderen tendenziell Muslime sind und Türkisch sprechen.
Die Türkei reagierte auf die drohende Enosis mit einer militärischen Invasion.

Keine Sanktionen gegen Nato-Mitglied

Gegen die Türkei, die ein Nato-Mitglied ist, wurden nie Sanktionen verhängt, obwohl türkische Truppen immer noch etwa ein Drittel der Insel Zypern „besetzen“ und die Türkei nach wie vor der einzige Staat ist, der die Republik anerkennt.
Erdogan vor der UN-Vollversammlung - SNA, 1920, 22.09.2021
Erdogan spricht vor UN von „Krim-Annexion“ – Kreml reagiert
Im Juli 1974 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat die Resolution 353 – die Türkei wurde angewiesen, ihr Militär von der Insel abzuziehen.
Zahlreiche andere Resolutionen bezüglich der zypriotischen Frage hat Ankara ignoriert. Eine UN-Truppe trennt nun die Türkische Republik Nordzypern (TRNC), in der Tausende türkischer Militärs stationiert sind, von der griechisch-zypriotisch dominierten Republik Zypern, die Mitglied der Europäischen Union ist und von fast jeder Nation in der EU als der Staat anerkannt wird, der die Gerichtsbarkeit über die ganze Insel hat.
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