Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde
 - SNA, 1920
Afghanistan
Aktuelle Nachrichten aus Afghanistan

WHO sieht Gesundheitssystem in Afghanistan vor dem Kollaps

© AP Photo / Rahmat GulÄrzte in Kabul, Afghanistan
Ärzte in Kabul, Afghanistan - SNA, 1920, 22.09.2021
Abonnieren
Die Weltgesundheitsorganisation schlägt wegen der Lage in Afghanistan Alarm. Dortige Kliniken schließen mangels Geldes, und Pflegepersonal sei gezwungen darüber zu entscheiden, wer gerettet werde und wer sterben müsse.
„Afghanistans Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps“, teilten WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus und der Regionaldirektor für die Region, Ahmed Al-Mandhari, am Mittwoch nach einem Besuch in Kabul mit. „Wenn nicht dringend etwas unternommen wird, steht eine humanitäre Katastrophe unmittelbar bevor.“

Tausenden Gesundheitseinrichtungen fehlt Geld

Weil nach der Machtübernahme durch die Taliban* im August Hilfsgelder gestoppt wurden, hätten Tausende Gesundheitseinrichtungen kein Geld mehr für Material oder die Bezahlung der Mitarbeiter. Kliniken seien deshalb teils geschlossen worden, und Pflegepersonal sei gezwungen darüber zu entscheiden, wer gerettet werde und wer sterben müsse. Weil weniger weibliche Pflegekräfte zur Arbeit gingen, blieben auch Patientinnen den Kliniken fern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) investiere aber weiter in die Ausbildung von Frauen in diesem Bereich.
Kabuler Bank (Archivbild) - SNA, 1920, 16.09.2021
Afghanistan
Afghanische Zentralbank bestätigt: Taliban beschlagnahmen Bargeld und Goldbarren in Millionenhöhe

33 Millionen Euro fehlen

Neun von 37 Covid-Kliniken hätten schließen müssen, es werde weniger auf das Coronavirus getestet und geimpft. Es gebe 1,8 Millionen Corona-Impfdosen im Land, die dringend verabreicht werden müssten. Die Ausrottung von Polio sei in Gefahr und Masernfälle häuften sich. Die WHO stehe mit Partnern bereit, um im ganzen Land von Haus zu Haus zu gehen und gegen Polio, Masern und eine Corona-Infektion zu impfen.
Die WHO hat nach eigenen Angaben seit der Machtübernahme der Taliban 170 Tonnen medizinisches Material nach Afghanistan gebracht. Für die Fortsetzung der Hilfe benötigt die WHO für die kommenden vier Monate gut 38 Millionen Dollar (knapp 33 Millionen Euro).
*unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала