Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

„Plädiere für eine europäische Verteidigungsgemeinschaft“ – Ramelow (Linke) zu Nato

CC BY-SA 4.0 / Steffen Prößdorf / Wikimedia Commons (cropped)Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Archivbild)
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Archivbild) - SNA, 1920, 22.09.2021
Abonnieren
Ist die Linkspartei bereit, von einem ihrer Kernpunkte, dem Ausstieg aus der Nato, Abstand zu nehmen, um als Koalitionspartner für SPD und Grüne in Frage zu kommen? Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat seine Sicht auf das Bündnis dargelegt.
Bei einem Treffen von Journalisten der ausländischen Presse mit Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow in Erfurt hat der Politiker zu verschiedenen Fragen bezüglich der Landes- und Bundespolitik im Vorfeld der Bundestagswahl seine Sicht der Dinge dargelegt.
Bezüglich der Bedingung der SPD, die Linke müsse sich klar zur Nato bekennen, um bei möglichen Koalitionsverhandlungen mit am Tisch sitzen zu können, gab sich Ramelow diskutierfreudig. Er wolle über die Nato reden und er stelle sich dazu eine Menge Fragen. „Was macht der zweitgrößte Truppensteller in der Nato im Moment in Syrien und im Irak? Und was sagt die Nato dazu? Und was passiert, wenn irgendwann mal Syrien oder der Irak den Nato-Partner Türkei angreift? Was passiert? Sind wir dann im Bündnisfall? Wenn alle mit mir über die Nato reden wollen, würde ich gerne mal mit allen über die Nato reden und fragen: Was ist die Nato?“ Er habe es so gelernt, dass die Nato eine auf gemeinsamen Werten basierende Verteidigungsgemeinschaft sei, so Thüringens Ministerpräsident. „Wenn das stimmt, dann möchte ich gerne wissen, was wir für eine gemeinsame Wertegemeinschaft mit Erdogan haben. Ich würde es gerne mal beantwortet kriegen.“
Bodo Ramelow - SNA, 1920, 18.09.2021
„Ich bin die Mitte“ – Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke)
Ebenso würde er gern erfahren, was die Türkei im aserbaidschanisch-armenischen Konflikt in Berg-Karabach mache und wie das christliche Verhältnis der Nato zu Armenien sei. Die Armenier fühlten sich vom Westen im Stich gelassen.
Bei den Aufgaben des Bündnisses sprach sich Ramelow klar für eine Verteidigungsarmee aus. „Ich bin für eine Armee, die tatsächlich sich darauf konzentriert, dass wir in Europa unsere Hausaufgaben alleine machen. Aber das ist eben keine Interventionsarmee. Das ist keine, die irgendwie am Hindukusch die deutsche Freiheit verteidigt.“ Schon 2009 habe er gesagt, man müsse eine Strategie entwickeln, wie der Afghanistan-Einsatz geordnet beendet werden könne. Dazu brauche man Zeit, so etwas gehe nicht Hals über Kopf.

„Wenn du in einen Konflikt gehst, solltest du dir überlegen, wie. Wie kommst du raus aus dem Konflikt? Das haben die nie überlegt. Hat sie auch nie interessiert, bis Biden gesagt haben: Wir gehen jetzt. Interessant. Und jetzt haben wir die Taliban mit den modernsten Waffen der Welt versorgt. Na vielen Dank. Und morgen, liebe Kinder, erzähle ich euch eine neue Geschichte“, resümiert Ramelow mit gewohnt spitzer Zunge.

Die Zukunft sieht der Linke-Politiker in einer europäischen Verteidigungsarmee.
„Ich plädiere für eine europäische Verteidigungsgemeinschaft, die in einem Maßstab auch global vernetzt ist, gar keine Frage.“ Dieser könne auch eine vermittelnde Rolle zwischen der Ukraine, dem Baltikum und Russland zukommen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала