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Angst vor „Matrjoschka-Satelliten“: USA suchen Vorwand für hohe Rüstungsausgaben – Experte

© CC0 / Free-Photos / PixabaySatellit (Symbolbild)
Satellit (Symbolbild) - SNA, 1920, 22.09.2021
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Die Space Force der Vereinigten Staaten wirft Russland vor, einen Satelliten auf einer Erdumlaufbahn stationiert zu haben, der den amerikanischen Flugobjekten im Weltall gefährlich werden kann. Moskau sieht in dem Vorwurf einen Versuch der amerikanischen Weltraumstreitkraft, ihre enormen Ausgaben vor den Steuerzahlern zu rechtfertigen.
General John Raymond, erster Chef der Weltraumoperationen bei der US Space Force, sieht das Potenzial seiner Truppe in Gefahr: „Russland hat einen Matrjoschka-Satelliten, ausgerüstet mit Waffen zur Vernichtung amerikanischer Satelliten. Das nimmt uns die Möglichkeit, den Weltraum als Plattform zur Vervielfachung unserer Fähigkeiten zu nutzen“, sagte er in einer Cyber-Space-Konferenz im US-Bundesstaat Maryland.
Gemeint hat Raymond den russischen Überwachungssatelliten „Kosmos-2542“, Ende 2019 in den Weltraum gebracht. Die Parallele zwischen dem Aufbau des russischen Satellitensystems und dem Grundprinzip der Matrjoschka-Puppe ist gar nicht so abwegig: Im Erdorbit angekommen, setzte „Kosmos-2542“ einen weiteren Flugkörper unter der Bezeichnung „Kosmos-2543“ frei.
Die USA kritisierten das russische System damals, weil es sich im Sichtbereich des amerikanischen Spionagesatelliten „KH-11“ bewegt habe. Die Sorge der Amerikaner ist, dass die Russen auf diesem Wege eine Waffe zur Bekämpfung amerikanischer Satelliten im Weltraum stationieren würden. Die US Space Force sprach von einer „besorgniserregenden und potenziell gefährlichen“ Lage.
Kosmodrom Plessezk in Russland - SNA, 1920, 10.09.2021
Russland startet erfolgreich Militärsatellit und bringt ihn in Umlaufbahn

Rechtfertigung hoher Rüstungsausgaben

Moskau weist den Vorwurf, eine Militarisierung des Weltraums zu betreiben, entschieden zurück. Das russische Außenministerium erklärte Anfang 2020, der Satellit „Kosmos-2542“ habe bei seinem Weltraumflug weder internationale Regeln verletzt noch US-Satelliten gefährdet. Die Vereinigten Staaten aber bauen mit ihrer Space Force nach Darstellung der russischen Führung eine Bedrohung auf und setzen die bestehenden Regeln für die Sicherheit im Weltraum aufs Spiel. Auf den Vorschlag aus Moskau, ein internationales Abkommen abzuschließen, um die Stationierung von Waffensystemen im Weltraum zu verhindern, ist Washington bisher nicht eingegangen.
Stattdessen wirft die US-Regierung der russischen Seite vor, den Weltraum militarisieren zu wollen. Für das Außenministerium in Moskau ist dies nur ein weiterer Versuch, die eigenen Pläne zur Stationierung von Waffensystemen im Weltall zu rechtfertigen. Laut russischen Experten reiht sich auch die angebliche Bedrohung durch einen „Matrjoschka-Satelliten“ in die Abfolge dieser Versuche ein.
Aus dem Institut für Weltraumpolitik, einem Moskauer Think-Tank, heißt es: „Die Space Force der Vereinigten Staaten befindet sich im Aufbruch, sie erhält enorme Mittel, die vor dem Steuerzahler gerechtfertigt werden müssen. Dazu dienen die Erklärungen über angebliche Bedrohungen aus Russland oder China“, sagte der Institutsleiter, Iwan Moissejew, im SNA-Gespräch.
Den Hinweis auf den Zuwachs der eigenen Fähigkeiten im Weltraum bleiben die USA laut dem Experten dabei schuldig. Washington verweise auf russische Systeme wie den „Matrjoschka-Satelliten“ ohne dies ins Verhältnis zu den eigenen Möglichkeiten im Weltall zu setzen. „Die USA übertreffen Russland tausendfach. Sie stationieren unvergleichlich mehr Systeme unterschiedlicher Funktion im Weltraum als Russland.“
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