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Mehrheit der Katholiken befürwortet Abberufung Kardinal Woelkis – Umfrage

© AFP 2021 / Ina FassbenderKardinal Woelki während einer Messe am Karfreitag im Kölner Dom (Archivbild)
Kardinal Woelki während einer Messe am Karfreitag im Kölner Dom (Archivbild) - SNA, 1920, 20.09.2021
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Ein Großteil der deutschen Katholiken unterstützt die umgehende Abberufung des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki wegen seines Umgangs mit der Aufklärung sexuellen Missbrauchs in seinem Erzbistum. Das geht aus einer aktuellen Insa-Umfrage hervor.
61 Prozent der 1002 Befragten sprachen sich am Freitag laut Erhebung im Auftrag der „Bild“-Zeitung dafür aus, dass Papst Franziskus den Kardinal der mitgliederstärksten deutschen Diözese abberufen soll. Die Umfrage wurde im Vorfeld der Vollversammlung der katholischen Bischöfe durchgeführt, die am Montag in Fulda beginnen soll. Die Aufarbeitung der Fälle sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche wird als einer der Schwerpunkte des viertägigen Treffens angekündigt.
Katholische Hofkirche in Dresden (Archivbild) - SNA, 1920, 03.02.2021
Warum kehren Menschen den Kirchen den Rücken?
Darüber hinaus fanden 70 Prozent der Katholiken der Umfrage zufolge, dass alle 27 deutschen Ortsbischöfe dem Papst ihren Rücktritt anbieten sollten, weil „die Kirche insgesamt in der Missbrauchsaffäre versagt habe“. 51 Prozent der Befragten gaben zu, sich bereits Kirchenaustritt überlegt zu haben. Dabei nur 19 Prozent gaben als Grund das Verhalten Woelkis in der Missbrauchsaffäre. Die Kirchensteuer bleibt der wichtigste Grund für die Austritte.

Vertrauenskrise im Erzbistum Köln

Ende Oktober 2020 hatte Kardinal Woelki beschlossen, das bereits veröffentlichungsreife Gutachten zum Umgang mit sexuellem Missbrauch in seiner Diözese wegen angeblich „gravierender methodischer Mängel“ nicht zu veröffentlichen und stattdessen neu verfassen zu lassen. Die Entscheidung löste eine Welle von Kirchenaustritten aus und führte zu einer Vertrauenskrise im Kölner Erzbistum.
Die Forderungen nach Rücktritt, die im Juni 2021 aus der Stadt- und Kreisdechanten folgten, lehnte der Kardinal bislang entschieden ab. Medienberichten zufolge erklärte Woelki solche Forderungen dadurch, dass er als erster Bischof den sexuellen Missbrauch aufarbeitete. Auch sein Widerstand gegen den derzeitigen Reformkurs der katholischen Kirche in Deutschland soll ihm verübelt werden.
Das zweite Gutachten von März 2021 lieferte Hinweise auf 202 Beschuldigte im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch im Erzbistum Köln. Elf Pflichtverletzungen bei Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen wurden dem heutigen Hamburger Erzbischof Stefan Heße vorgeworfen. Beim Kölner Kardinal Woelki wurden hingegen keine solchen Verstöße festgestellt.
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