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„Verrückt“ und „unmenschlich“: New York führt Maskenpflicht für Kinder ab zwei Jahren ein

© REUTERS / BRENDAN MCDERMIDKinder halten Begrüssungsschilder für Afghanistan-Rückkehrer in New York am 6. September 2021 begrüßen. Symbolbild.
Kinder halten Begrüssungsschilder für Afghanistan-Rückkehrer in New York am 6. September 2021 begrüßen. Symbolbild. - SNA, 1920, 20.09.2021
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Um kleine Kinder vor der ansteckenderen Delta-Variante zu schützen, hat die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul eine Maskenpflicht in Kindertagesstätten bereits für Kinder ab zwei Jahren beschlossen. Die Maßnahme sorgt für Kritik. Auch der Kenntnisstand in Deutschland spricht dagegen.
„Gesichtsbedeckungen sind jetzt in staatlich regulierten Kinderbetreuungseinrichtungen für Kinder ab zwei Jahren, alle Mitarbeiter und Besucher erforderlich“, heißt es im Beschluss vom Mittwoch. Und zwar unabhängig vom Impfstatus. Die Argumentation der Gouverneurin Hochul: Da die Delta-Variante auf dem Vormarsch sei, sei die Maskenpflicht in staatlich regulierten Einrichtungen für Kinderbetreuung, psychische Gesundheit und Drogenmissbrauch ein wichtiger Bestandteil „unserer umfassenderen Strategie zur Verlangsamung der Ausbreitung des Virus, zur sicheren Wiedereröffnung unserer Wirtschaft und zum Schutz gefährdeter Mitglieder unserer Bevölkerung“. Laut einzelnen US-Ärzten werden von Delta gerade auch mehr Kinder unter zwölf Jahren betroffen. Sie können derzeit nicht geimpft werden, weil es für sie noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt.
Nicht bei allen Eltern kommt die neue Maßnahme gut an. Auf Twitter kursiert ein Video mit einem kleinen Jungen, der sich gegen die Maske wehrt. „Das ist mein armes Kind, das heute in der Kita ist, damit ich arbeiten kann“, schrieb die Mutter dazu.
Auch Journalisten hinterfragen den Beschluss. „Das New Yorker Maskenmandat für alle ab zwei Jahren ist verrückt. Sicherlich sind alle dagegen, Kleinkindern Gesichtsbedeckungen aufzuzwingen? Der Westen ist verloren. Sie müssen sicherlich kein ‘Covid-Skeptiker’ sein, um zu erkennen, dass dies unmenschlich ist“, schrieb der konservative Journalist Darren Grimes.
„Ich bin pro Masken für Erwachsene, in bestimmten Situationen (öffentliche Verkehrsmittel usw.). Aber ab zwei Jahren?! Das ist einfach falsch“, so ein anderer Nutzer.
Die New Yorker Staatssenatorin von den Republikanern, Sue Serino, wies auf Facebook darauf hin, dass Anfang 2021 die Maskenpflicht für Kinder kurz nach dem Beschluss noch erfolgreich verhindert worden sei. Monate danach sei sie aber wieder eingeführt worden. „Als Mama und als Inhaberin meiner eigenen Kita weiß ich aus Erfahrung, wie schwierig es wäre, ein Kleinkind in eine Maske zu stecken. Wer auch immer die Regel geschrieben hat, hat eindeutig keine Erfahrung mit Kleinkindern oder mit der kindlichen Entwicklung. Selbst in den schlimmsten Monaten der Pandemie mussten diese kleinen Kinder nie eine Maske tragen“, so Serino weiter.
Gouverneurin Hochul habe bei ihrem Amtsantritt gesagt, dass sie durch Zuhören regieren wolle. Also hoffe Serino, dass Hochul die Stimmen von Eltern und Fachkräften höre und das Mandat wieder umkehrt.
In Deutschland wird das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch für Kinder empfohlen – in jedem Bundesland abhängig vom Alter, Aufenthaltsort und dem Infektionsgeschehen. Meist sind Kinder unter sechs Jahren von der Maskenpflicht ausgenommen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung setzt den Fokus jedoch nur darauf, dass Kinder unter zwei Jahren und schlafende Kinder wegen Erstickungsgefahr keine Maske tragen dürften. Auch der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) rät von Masken bei Kindern unter sechs Jahren und solchen ab, die schwere Atemprobleme haben.
Auch gibt es nach wie vor keine anerkannten wissenschaftlichen Studien, die „gesundheitsgefährdende“ Wirkung von Masken auf Kinder beweisen. Der im Juli in der US-amerikanischen Fachzeitschrift JAMA Pediatrics zuerst veröffentlichte „Forschungsbrief“ („Research Letter“) wurde danach wegen zahlreicher methodologischer Mängel zurückgezogen. Auch der BVKJ-Präsident Thomas Fischbach teilte früher mit, das Tragen eines chirurgischen Mund-Nasen-Schutzes oder einer Alltagsmaske führe weder zu einer Einschränkung der Sauerstoffversorgung, noch zu einer „gefährlichen Anreicherung“ von Kohlendioxid. Aus ärztlicher Sicht bestünden daher bei gesunden Kindern ab zehn Jahren generell keine Bedenken gegen das Tragen von Masken. Kinder ab sechs Jahren könnten optional eine Maske tragen, sollten sie aber jederzeit auf Wunsch abnehmen können.
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