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„Dimensionen eines Verbrechens: Sowjetische Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg“ – Ausstellung

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Am 22. Juni 1941 überfällt das Deutsche Reich die Sowjetunion. Bis Kriegsende nimmt die Wehrmacht etwa 5,7 Millionen Soldaten und Soldatinnen der Roten Armee gefangen. Insgesamt kommen von ihnen mehr als drei Millionen in Gefangenschaft um. Diesem Kriegsverbrechen widmet sich eine Ausstellung im Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst.
Die Open-Air-Ausstellung im Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst wurde am 18. Juni feierlich von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet. In neun Kapiteln wird ein thematischer Überblick bis in die Gegenwart gegeben, Biografien stellen individuelle Schicksale vor, eine Europakarte zeigt ausgewählte Lagerorte und Opferzahlen.
Bereits bis zum Frühjahr 1942, also noch im ersten Kriegsjahr nach dem Überfall auf die Sowjetunion, starben mehr als zwei Millionen Kriegsgefangene in provisorisch errichteten Lagern in den besetzen Gebieten. Die Wehrmachtsführung sah in ihnen nur „nutzlose Esser“, statt Baracken oder Decken wurden 250 Tonnen Stacheldraht für die Gefangenen angefordert.

Größtes Kriegsverbrechen nach dem Holocaust

Viele der sowjetischen Kriegsgefangenen wurden erschossen. Hunderttausende ließen die Faschisten verhungern und erfrieren. Die sowjetischen Soldaten wurden nicht wie normale Kriegsgefangene behandelt. Die Nazi-Propaganda sprach von „Untermenschen“.
Eisenhüttenstadt - SNA, 1920, 31.07.2021
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Mit mehr als drei Millionen Toten sind die sowjetischen Kriegsgefangenen eine der größten Opfergruppen deutscher Massenverbrechen. Dennoch wird bis heute kaum an sie erinnert. Die Ausstellung im Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst versucht die gigantischen Verbrechen der Faschisten am sowjetischen Volk zu erläutern. So etwa den „Rechtsbruch“ der NS-Führung, die bewusst die Genfer Konvention zum Schutz von Kriegsgefangenen eigens für Russen außer Kraft setzte. Es ging den Nationalsozialisten gegenüber der Sowjetunion nicht um einen herkömmlichen Krieg, sondern um einen „Vernichtungskampf“.

In der BRD lange verdrängt

Das Thema der sowjetischen Kriegsgefangenen wurde allerdings sehr spät in der Bundesrepublik aufgegriffen. Erst 2015 leistete die Bundesregierung eine symbolische Anerkennungszahlung, zu diesem Zeitpunkt lebten nur noch wenige Tausend Betroffene; eine formale Entschädigung wird bis heute verweigert. Kuratorin Babette Quinkert sieht die Ausstellung auch als eine Aufforderung an die Politik.
Die Ausstellung „Dimensionen eines Verbrechens. Sowjetische Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg“ ist im Garten des Deutsch-Russischen Museums in Berlin-Karlshorst zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.
Der außergewöhnlich aufwendig gestaltete Katalog mit Fotos und Texten zum Thema ist auf Deutsch und Russisch oder auf Deutsch und Englisch im Verlag Metropol erschienen.
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