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Streit um U-Boot-Deal: Vertrauen zu Australien in Europa untergraben – Paris

© CC0 / Jacqueline Macou/pixabayFrankreichs Flagge (Symbolbild)
Frankreichs Flagge (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.09.2021
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Clément Beaune, französischer Staatssekretär für Europaangelegenheiten, hat sich gegenüber Medien zu Australiens Entscheidung geäußert, einen milliardenschweren Deal über die Lieferung von französischen U-Booten zugunsten des Erwerbs von US-amerikanischen und britischen Atom-U-Booten zu kündigen.
Durch seinen Schritt habe Australien nicht nur das Vertrauen von Paris, sondern auch von ganz Europa enttäuscht, sagte Clément Beaune dem TV-Sender France 24.
„Ich weiß nicht, wie wir unseren australischen Partnern jetzt vertrauen können. Und das war kein Schritt gegen Frankreich, es war ein Vertrauensbruch gegenüber Europa“, so Beaune.
Nach dem Vorfall mit Canberra sollte Europa seine strategische Autonomie und Verteidigung stärken, hieß es weiter. Beaune vertritt die Ansicht, dass die europäischen Länder nun handeln und nicht abwarten müssten, was die USA, die ihre eigenen Interessen verteidigen, weiter tun würden.
Australien hatte am Donnerstag bekannt gemacht, sich im Rahmen einer neuen Sicherheitsallianz mit den USA und Großbritannien U-Boote mit Atomantrieb beschaffen zu wollen. Frankreich hatte darauf bereits sehr verärgert reagiert und von zerstörtem Vertrauen mit Australien gesprochen. Australiens Entscheidung, statt konventioneller U-Boote mit französischer Hilfe nun nuklearbetriebene U-Boote mit amerikanischer und britischer Unterstützung zu bauen, bedeutet für Frankreich den Verlust einer 56-Milliarden-Euro-Vereinbarung.
Wegen des Streits um das geplatzte Geschäft hat Frankreich seine Botschafter aus den USA und Australien zu Konsultationen zurückgerufen. Am Freitagabend teilte Außenminister Jean-Yves Le Drian in Paris mit, dass dieser außergewöhnliche Schritt auf Wunsch von Präsident Emmanuel Macron unternommen worden sei.
Die französische Botschaft in Washingzon, D.C. - SNA, 1920, 17.09.2021
Nach Australiens Kündigung von U-Boot-Deal: Französische Botschaft in USA sagt feierliche Gala ab
Le Drian bezeichnete die Kündigung des U-Boot-Deals durch Australien als einen „Stich in den Rücken“ und warf Canberra vor, das Vertrauen Frankreichs verraten zu haben. „Dies geschieht nicht unter Verbündeten“, äußerte er. Australien lehne ein Abkommen für eine strategische Partnerschaft ab, das „eine Menge Technologietransfers und einen Vertrag mit einer Laufzeit von 50 Jahren“ beinhalte.
Die französische Botschaft in den USA hat am Freitag eine feierliche Gala zum 240. Jahrestag der Seeschlacht vor der Chesapeake Bay abgesagt.
US-Präsident Joe Biden, Australiens Regierungschef Scott Morrison und der britische Premierminister Boris Johnson hatten zuvor ihre neue Allianz AUKUS verkündet, die sich nach Ansicht von Sicherheitsexperten eindeutig gegen die militärische Bedrohung durch China im Indopazifik richtet. Dazu gehört auch der Bau der U-Boote. Biden sprach von sich „rasch entwickelnden Bedrohungen“. In den kommenden 18 Monaten solle ein Weg gefunden werden, damit Australien solche modernen U-Boote bekomme.
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