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Nach Streit um U-Boot-Deal: Frankreichs Außenminister sieht Beziehungskrise mit USA

© AP Photo / Jens SchlueterDer französische Außenminister Jean-Yves Le Drian am 10.September in Weimar
Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian am 10.September in Weimar  - SNA, 1920, 18.09.2021
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Laut dem französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian zeugt die Situation um den aufgelösten U-Boot-Vertrag mit Canberra von einer ernsten Krise in den Beziehungen von Paris zu den USA und Australien.
„Die Tatsache, dass wir zum ersten Mal in der Geschichte der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich unseren Botschafter für Konsultationen zurückrufen, ist ein schwerwiegender politischer Akt, der die Stärke der heutigen Krise zwischen unseren beiden Ländern sowie mit Australien zeigt“, sagte er am Samstag dem Sender „France 24“. Ihm zufolge hat es in der Situation mit der Vertragsauflösung „Doppelzüngigkeit, Verachtung und Lügen“ gegeben.
Durch seinen Schritt habe Australien nicht nur das Vertrauen von Paris, sondern auch von ganz Europa enttäuscht, sagte auch der französische Staatssekretär für Europaangelegenheiten, Clément Beaune, dem Sender.
Wegen des Streits um das geplatzte Geschäft hat Frankreich seine Botschafter aus den USA und Australien zu Konsultationen zurückgerufen. Am Freitagabend teilte Le Drian mit, dass dieser außergewöhnliche Schritt auf Wunsch von Präsident Emmanuel Macron unternommen worden sei.
Frankreichs Flagge (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.09.2021
Streit um U-Boot-Deal: Vertrauen zu Australien in Europa untergraben – Paris

Neues U-Boot-Geschäft

Australien hatte am Donnerstag bekannt gemacht, sich im Rahmen einer neuen Sicherheitsallianz mit den USA und Großbritannien U-Boote mit Atomantrieb beschaffen zu wollen. Frankreich hatte darauf bereits sehr verärgert reagiert und vom zerstörten Vertrauen mit Australien gesprochen. Australiens Entscheidung, statt konventioneller U-Boote mit französischer Hilfe nun nuklearbetriebene U-Boote mit amerikanischer und britischer Unterstützung zu bauen, bedeutet für Frankreich den Verlust einer 56-Milliarden-Euro-Vereinbarung.
US-Präsident Joe Biden, Australiens Regierungschef Scott Morrison und der britische Premierminister Boris Johnson hatten zuvor eine neue Allianz verkündet, die sich nach Ansicht von Sicherheitsexperten eindeutig gegen die militärische Bedrohung durch China im Indopazifik richtet. Dazu gehört auch der Bau der U-Boote. Biden sprach von sich „rasch entwickelnden Bedrohungen“. In den kommenden 18 Monaten solle ein Weg gefunden werden, damit Australien solche modernen U-Boote bekomme.
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