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Afghanistan
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Taliban ersetzen Frauenministerium durch Religionspolizei

© REUTERS / Mohammad IsmailAfghanistan Mädchen
Afghanistan Mädchen - SNA, 1920, 17.09.2021
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Die Taliban* haben das afghanische Frauenministerium in den Sitz der Religionspolizei umgewandelt. Zu den Folgen gehört unter anderem ein mutmaßliches Studierverbot für Mädchen.
An dem Gebäude des Frauenministeriums haben die Taliban am Freitag ein Schild mit der Aufschrift „Ministerium für Gebet und Orientierung sowie zur Förderung der Tugend und zur Verhinderung von Laster“ angebracht. Einen ähnlichen Namen hatte von 1996 bis 2001 die Religionspolizei der radikalen Islamisten. Die Behörde sollte die Scharia durchsetzen.
Das Ministerium wurde dafür bekannt, Frauen zu schlagen, die sich nicht bescheiden kleideten oder unbegleitet nach draußen gingen. Mädchen durften außerdem nicht nach der Grundschule gelehrt werden.
Jetzt wird Berichten zufolge diese Maßnahme erneut eingeführt: am Freitag kündigte das Bildungsministerium die Wiedereröffnung der Schulen ab Samstag an – nur für Jungen. Die Mädchen wurden in der Ankündigung nicht erwähnt.
Ob und wann auch Mädchen wieder zugelassen werden, steht offen. Weiterführende Mädchenschulen waren zuletzt geschlossen. Für jüngere Mädchen gab es noch vereinzelt Unterricht in Schulen, die den Betrieb aufrechterhalten konnten.
Wenn Mädchen doch nicht in die Schulen zugelassen werden, wird Afghanistan das einzige Land der Welt, wo die Hälfte der Bevölkerung kein Recht auf Sekundarbildung hat.
Seit die Taliban Mitte August die Macht übernommen hatten, bemühten sie sich öffentlich um ein moderateres Auftreten. Trotzdem haben sie bereits im letzten Monat die Mehrheit der afghanischen Frauen effektiv von der Arbeit mit der Begründung ausgeschlossen, dass es für Frauen jetzt nicht sicher sei. Das ist dieselbe Begründung, welche die Taliban in den 90er Jahren nutzten, um Frauen nicht zur Arbeit zuzulassen.
Allerdings hofft man auf Reaktionen der heutigen afghanischen Bevölkerung. Michael Semple, Professor des Mitchell Instituts für Weltfrieden, Sicherheit und Gerechtigkeit, sagte, die Afghanen könnten nun die Taliban zwingen, „zurückzutreten oder einige Unterschiede zu berücksichtigen“. Er verwies auf Fälle, da afghanische Mädchen ihr Recht auf Ausbildung erfolgreich verteidigten. „Die Geschichte endet also nicht mit diesen Taliban-Erlassen“, so Semple.
*unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
Avicenna University in Kabul - SNA, 1920, 13.09.2021
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