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„Schamlos gelogen“: Sowjetische Schachspielerin verklagt Netflix wegen „Das Damengambit“-Serie

Nona Gaprindaschwili - SNA, 1920, 17.09.2021
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Die berühmte sowjetische Schachspielerin und frühere Schach-Weltmeisterin Nona Gaprindaschwili hat am Donnerstag eine Verleumdungsklage gegen Netflix eingereicht. Wegen einer Zeile in der letzten „Damengambit“-Episode fordert sie nun von dem Streamingdienst einen Schadenersatz in Höhe von fünf Millionen US-Dollar.
Die US-amerikanische Miniserie von Skott Frank „Das Damengambit“ erzählt von einer jungen Dame, Beth Harmon, die ihre Leidenschaft für das Schachspiel entdeckt. In dem männerdominierten Sport in den 60er Jahren will sie Weltmeisterin werden – und sowjetische Titelhalter schlagen.
Doch die Geschichte der fiktionalen Schachspielerin hat eine reale Schachspielerin stark betroffen: Nona Gaprindaschwili, die erste Frau mit dem Großmeistertitel, hat die Erwähnung ihres Namens in der Serie als äußerst beleidigend aufgenommen. Nun fordert die ex-sowjetische Schachweltmeisterin von Netflix Schadenersatz von wenigstens fünf Millionen US-Dollar (ca. 4,2 Millionen Euro).

„Grob sexistisch und herabwürdigend“

Es geht um eine Zeile in der letzten Episode der Serie, „Endspiel“. „Das einzig Ungewöhnliche an ihr (Beth Harmon – Anm.d.Red.) ist wirklich ihr Geschlecht, und selbst das ist nicht einzigartig in Russland“, witzelt der Kommentator über den Stand des russischen Schachsports. „Es gibt Nona Gaprindaschwili, aber sie ist die weibliche Weltmeisterin und ist noch nie gegen Männer angetreten.“
Diese Informationen seien aber „offensichtlich falsch sowie grob sexistisch und herabwürdigend“, steht in der Klage. Um das Jahr 1968, von dem die Rede ist, war Gaprindaschwili nämlich bereits gegen 59 männliche Schachspieler angetreten. Unter denen waren mindestens zehn Großmeister jener Zeit.
Gaprindaschwili selbst ist laut ihren Anwälten die erste Schachspielerin gewesen, die Geschlechterbarrieren durchbrochen habe. Netflix habe „schamlos und absichtlich“ darüber gelogen, um „das Drama zu verschärfen“, obwohl diese Fakten Netflix wohl bekannt gewesen seien, so die Anwälte. Die Absichten der Filmemacher haben sie als „billig und zynisch“ bezeichnet.

Man hätte die Situation vermeiden können

Ein weiterer Kritikpunkt war, dass die Filmemacher die sowjetische Schachspielerin georgischer Herkunft als Russin bezeichnet hätten. Als Teil der Sowjetunion hätten Georgier „unter der russischen Herrschaft gelitten“ und seien danach „von Russland schikaniert und überfallen worden“. Und darüber habe Netflix Bescheid gewusst, heißt es in der Klage.
Netflix habe jedoch diese Situation vermeiden können, habe das aber nicht gewollt, so Geprindaschwilis Anwälte. Es wäre leichter gewesen, eine fiktionale Figur zu erfinden. Man hätte aber auch den Namen von Gaprindaschwili gebrauchen können, ohne zu lügen, dass sie nie gegen Männer angetreten sei. Stattdessen habe Netflix diese „nicht diffamierenden Alternativen“ bewusst vermieden, weil es nach einer dramatischeren Geschichte gestrebt habe.
Allein im ersten Monat nach der Veröffentlichung hätten mehr als 62 Millionen Menschen die Serie angesehen, heißt es in der Klage weiter. Die falschen Aussagen hätten Gaprindaschwili zu „persönlicher Demütigung, Not und Angst sowie zu Schäden an ihren Gewinnen und Einnahmen“ geführt. Den Schaden schätzen Gaprindaschwilis Anwälte auf mindestens fünf Millionen US-Dollar (ca. 4,2 Millionen Euro).
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