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 - SNA, 1920
Afghanistan
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Putin: USA ließen „Büchse der Pandora“ in Afghanistan zurück

© REUTERS / WANA NEWS AGENCYTaliban-Kämpfer in Kabul
Taliban-Kämpfer in Kabul - SNA, 1920, 17.09.2021
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Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich über die nach dem internationalen Truppenabzug in Afghanistan zurückgelassenen Waffenmengen und den leeren Fiskus des Landes besorgt gezeigt und ist auf die Maßnahmen eingegangen, die seiner Ansicht nach für die Bekämpfung der Krisenlage erforderlich wären.
„Nachdem die US-Amerikaner von dort übereilt abgezogen, um nicht zu sagen mit ihren Nato-Verbündeten geflohen waren, ließen sie alle eine offene Büchse der Pandora zurück, die mit Problemen gefüllt ist, die mit Terrorismus, Drogenhandel, organisierter Kriminalität und leider auch mit religiösem Extremismus zu tun haben. Das beobachten wir ebenfalls“, schilderte Putin in seiner Rede während der gemeinsamen Online-Sitzung der Staats- und Regierungschefs der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) und der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) am Freitag.
Flaggen der SOZ-Mitgliedsländer  - SNA, 1920, 17.09.2021
SOZ gibt grünes Licht für Mitgliedschaft des Iran

Milliardenschweres Waffenarsenal von Verbündeten zurückgelassen

Der russische Staatschef verwies darauf, dass die internationalen Verbündeten bei ihrem Truppenabzug ein ganzes Arsenal an modernen Waffen, militärischer Ausrüstung und Munition zurückgelassen hatten.
„Die Waffen sind wohl das Einzige, was die Taliban* nach der 20 Jahre langen Präsenz der westlichen Koalition in Afghanistan gekriegt haben. Im Übrigen gibt’s daran nichts Gutes“, so Putin. Die von den US-Truppen im Lande zurückgelassene Waffenmenge habe einen Wert von Milliarden US-Dollar, betonte er.
Kabul - SNA, 1920, 16.09.2021
Afghanistan
Mehrere Raketen in Kabul eingeschlagen

Hauptkosten für Aufbau Afghanistans obliegen Nato-Ländern

Nach Putins Ansicht sind es die Vereinigten Staaten und die Mitgliedsländer des Nordatlantischen Bündnisses, die die Hauptkosten für den Wiederaufbau Afghanistans nach dem Konflikt tragen sollten:
„Wir gehen davon aus, dass der Großteil der Kosten für den Wiederaufbau Afghanistans nach dem Konflikt von den USA und den Nato-Ländern übernehmen sollten, die – und das ist offensichtlich – die direkte Verantwortung für die schweren Folgen ihrer jahrelangen Präsenz in diesem Land tragen“, äußerte er.
Außerdem wäre es aus seiner Sicht sinnvoll, mit den USA und anderen westlichen Ländern zusammenzuarbeiten, um die eingefrorenen Reserven Afghanistans schrittweise freizugeben und die Programme der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds wieder in Gang zu setzen, so Putin weiter.
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Afghanistan
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Leerer Fiskus Afghanistans kann Drogenhandel ankurbeln

Der russische Präsident wies auf die Notlage hin, in der ein wesentlicher Teil der Bevölkerung Afghanistans lebt:
„Nach Schätzungen der Uno braucht die Hälfte der Afghanen heutzutage humanitäre Hilfe, einfach um zu überleben. Jeder Dritte hat keinen Zugang zu Nahrungsmitteln. Es besteht die Gefahr, dass die fehlenden Mittel im Fiskus Afghanistans diejenigen, die das Land heute kontrollieren, dazu veranlassen könnte, mit Drogen- und Waffenhandel Geld zu verdienen, wie es übrigens auch in der letzten Zeit der Fall war“, so Putin weiter.
Taliban-Kämpfer in Kabul, Afghanistan - SNA, 1920, 31.08.2021
Afghanistan
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Dabei räumte er ein, dass die Taliban offiziell behaupten, sie würden sowohl den Drogenhandel als auch andere Verbrechen bekämpfen.

Arbeit mit Taliban-Regierung notwendig, Anerkennung bedarf internationaler Verständigung

Der russische Staatschef betonte die Notwendigkeit, mit der von den Taliban gebildeten Regierung zusammenzuwirken, obwohl diese nicht inklusiv sei. Die mögliche Anerkennung der Taliban-Regierung bedürfe jedenfalls einer Verständigung.
„Die Taliban-Bewegung, die nun praktisch unumschränkt im Land herrscht, hat eine eigene Regierung gebildet, die die Verantwortung für die Zukunft Afghanistans übernommen hat. Es ist eine Übergangsregierung, wie es die Taliban selbst sagen, und sie kann tatsächlich weder als repräsentativ noch als inklusiv bezeichnet werden“, äußerte Putin. Es seien keine Vertreter anderer ethnischer Gruppen in der Taliban-Regierung zu finden, fügte er hinzu.
Antonio Guterres  - SNA, 1920, 17.09.2021
UN-Generalsekretär für Zusammenwirken mit Taliban
„Dennoch scheint es notwendig, auch mit dieser Regierung zu arbeiten; und was die Anerkennung betrifft, so glaube ich – und ich stimme mit denen überein, die sich zu diesem Thema geäußert haben – dass es notwendig ist, unsere Position in dieser Frage zu vereinbaren“, so der russische Staatschef.
*unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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