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Unentdeckte Kindeswohlgefährdung? Im Lockdown 2020 halb so viele Fälle an Schulen gemeldet

© CC0 / coyot / PixabaySchüler (Symbolbild)
Schüler (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.09.2021
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Experten hatten immer wieder davor gewarnt, dass ein Teil der Kinderschutzfälle durch die Schul- und Kitaschließungen im Corona-Lockdown unentdeckt bleiben könnte. Nun zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamt von Freitag, dass die Meldungen von Schulen und Kitas im Frühjahr 2020 tatsächlich stark zurückgegangen sind.
Im gesamten Corona-Jahr 2020 haben die Jugendämter in Deutschland bei 60.551 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Bei weiteren 66.557 Minderjährigen kamen die Behörden zu dem Ergebnis, dass zwar keine Kindeswohlgefährdung vorlag, aber Hilfe oder Unterstützung nötig war. In 15 Prozent der Fälle ist der Hinweis von einer Schule oder Kindertagesstätte gekommen.
Vor allem im April und Mai 2020, als viele Einrichtungen schließen mussten, meldeten Schulen weniger als halb so viele Fälle wie im Jahr zuvor. Auch bei den Kitas ging die Zahl der Meldungen zeitgleich um etwa ein Drittel zurück.
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So ist den neuen Monatsergebnissen des Statistischen Bundesamtes zufolge die Zahl der von Schulen gemeldeten Kinderschutzfälle von 1476 im März 2020 auf 674 Fälle im April des gleichen Jahres gesunken. Dieser Wert hat sich damit nicht nur gegenüber dem Vormonat, sondern auch im Vergleich zum April des Vorjahres (1435 Fälle) mehr als halbiert. Im Mai 2020 ist die Zahl der von Schulen gemeldeten Kinderschutzfälle wieder etwas angestiegen (729 Fälle), war aber weiterhin nur etwa halb so hoch wie im Mai des Vorjahres (1433 Fälle).
Die Expertin für Kinder- und Jugendhilfestatistik im Statistischen Bundesamt, Manuela Nöthen, sagte dazu:
„Insbesondere im April und Mai 2020 - also einen Monat nach den ersten coronabedingten Schulschließungen im März und April - lagen die von Schulen gemeldeten Kinderschutzfälle deutlich unter dem Vorjahresniveau.“
Manuela Nöthen
Expertin für Kinder- und Jugendhilfe im Statistischen Bundesamt
Zeitgleich hätten auch die von Kitas gemeldeten Fälle abgenommen, jedoch nicht so stark wie bei Schulen. Damit bestätige die Statistik die Einschätzung verschiedener Fachleute, dass im Zuge des Lockdowns im Frühjahr 2020 weniger Kinderschutzfälle aus den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen gemeldet worden seien, so Nöthen.
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