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Italien führt 3G-Pflicht für alle Arbeitnehmer ein – sonst kein Gehalt oder Arbeitsverlust

© REUTERS / YARA NARDIEine Mitarbeiterin zeigt ihren "Green Pass", ein Dokument, das die Immunität gegen die Coronavirus-Krankheit (COVID-19) nachweist, in einem Büro in Rom, Italien, 16. September 2021.
Eine Mitarbeiterin zeigt ihren Green Pass, ein Dokument, das die Immunität gegen die Coronavirus-Krankheit (COVID-19) nachweist, in einem Büro in Rom, Italien, 16. September 2021.   - SNA, 1920, 17.09.2021
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Als erstes EU-Land hat Italien die strengsten Corona-Regeln in Europa ab Mitte Oktober beschlossen. Ab dem Zeitpunkt sollen alle Beschäftigten im privaten und öffentlichen Bereich entweder geimpft oder kürzlich genesen oder negativ getestet sein – also einen „Grünen Pass“ haben.
Zuvor mussten die Menschen in Italien sich mit einem Impf-, einem Geneseneausweis oder einem negativen Test ausweisen, um Restaurants oder Freizeiteinrichtungen betreten zu können. Auch wer mit Langstreckenbussen oder im Bahnverkehr mit Hochgeschwindigkeits- sowie Intercity-Zügen reist, braucht einen von diesen Nachweisen. Im medizinischen Bereich wurden Ärzte und Pflegekräfte dazu verpflichtet, in den Bildungseinrichtungen die Lehrer.
Aktuell sind in Italien rund 75 Prozent aller über 12-Jährigen vollständig geimpft, oder etwa 66 Prozent der gesamten Bevölkerung (Zum Vergleich: In Deutschland sind es aktuell 62,7 Prozent). Trotzdem hat die italienische Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi am Donnerstagabend beschlossen, die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) radikal auszuweiten.
So müssen sich in Italien ab 15. Oktober alle Arbeitnehmer mit einem „Grünen Pass“ ausweisen, um ihrer Arbeit nachgehen zu dürfen. Andernfalls werden sie nicht mehr zur Arbeit in Büros, Behörden, Geschäften oder der Gastronomie zugelassen. Dazu werden die Corona-Tests trotz der Proteste der Gewerkschaften und von verschiedenen Parteien kostenpflichtig. Entsprechend den beschlossenen Regelungen dürften Erwachsene pro Test dann höchstens 15 Euro zahlen, Kinder acht Euro.

Sofortige Freistellung vorhergesehen

Wer keinen „Grünen Pass“ hat und deshalb nicht zur Arbeit erscheint, könnte nach Beschluss ohne Bezahlung freigestellt werden – in öffentlichen Einrichtungen nach fünf Tagen, in der Privatwirtschaft sofort. Arbeitgebern, die keine Kontrollen durchführen, drohen Bußgelder bis zu 1500 Euro.
Krankes Kind (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.09.2021
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Dazu hat die italienische Regierung die Corona-Nachweispflicht im Bildungs- und Pflegebereich nochmals ausgeweitet. In Schulen müssten alle Beschäftigten oder auch Gäste solch einen „Grünen Pass“ vorweisen, von Kindern abgesehen. An den Universitäten gilt die Nachweispflicht dagegen für Studierende und alle, die dort arbeiten.
Die neue Nachweispflicht soll vorerst bis 31. Dezember gelten. Dabei ist die Zahl der Neuinfektionen (5115, Stand vom Donnerstag) im Land im Vergleich zum Anfang des Monats leicht gesunken. Die Todesfälle lagen zuletzt bei 67 Menschen pro Tag. Insgesamt sind in Italien bereits mehr als 130.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben – in Deutschland liegt diese Zahl bei 92.906.
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