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Bis Coronavirus uns alle betrifft: Wissenschaftler zum weiteren Verlauf der Pandemie

© CC0 / marcinjozwiak / PixabayCovid-19-Pandemie (Symbolbild)
Covid-19-Pandemie (Symbolbild) - SNA, 1920, 16.09.2021
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Deutschland hat eine massive Impfkampagne gestartet, um eine vierte Welle des Coronavirus zu verhindern. Da die Impfung gegen Covid-19 in den Industrieländern an Fahrt gewinnt, wird die Frage immer dringlicher – was kommt als nächstes, wird die Pandemie in drei bis fünf Jahren enden?
Wissenschaftler zerbrechen sich den Kopf, in welche Richtung sich die Covid-19-Pandemie in den kommenden Monaten und Jahren entwickeln könnte. In der Fachzeitschrift "Lancet" (entsprechende Artikel erschienen im Juli) nannten führende europäische Mediziner drei Faktoren, von denen ihrer Meinung nach das Ende der Pandemie abhängen wird: 1) wie schnell die Impfkampagne durchgeführt wird, 2) wie genau das Virus sich ändern wird, 3) wie strikt die Empfehlungen der Behörden zu notwendigen restriktiven Maßnahmen befolgt werden.Wie die Autoren anmerken, sieht der Stand der Dinge in all diesen Bereichen nicht sehr optimistisch aus.

Immer mehr Neuinfektionen

Zu Beginn der Pandemie (11.03.2020) infizierten sich täglich höchstens 8.000 Menschen, heute sind es mehr als 500.000. Gleichzeitig werden restriktive Maßnahmen nur ungern oder gar nicht beachtet. Es überrascht nicht, dass die Zahl der Neuinfektionen unter solchen Bedingungen weiter boomt.
Die besonders ansteckende Delta-Variante ist bereits in fast alle Länder eingedrungen - sie infiziert oft diejenigen, die bereits erkrankt oder vollständig gegen Covid-19 geimpft sind. Es sind viele Fälle bekannt, in denen vollständig geimpfte Menschen erkranken. Ihre Krankheit verläuft relativ mild oder völlig asymptomatisch, aber gleichzeitig können sie das Virus verbreiten und andere infizieren.
Untersuchung (Symbolbild) - SNA, 1920, 14.09.2021
Corona hin oder her: Hausärzte rufen parallel zur Influenza-Impfung auf

Das Leben mit dem Virus

Eine der möglichen Optionen für die Entwicklung der Covid-19-Pandemie ist laut Wissenschaftlern das Leben mit dem Virus. Bereits vorhandene Impfstoffe werden nur vor dem schweren Verlauf von Covid-19 und dem Tod schützen. Unter solchen Bedingungen, in denen viele geimpft sind, wird das Virus keine Lebensgefahr mehr darstellen und Covid-19 wird tatsächlich zu einer saisonalen Erkältung. Fast alle führenden Virologen der Welt sind bereits zu diesem Schluss gekommen.
Konstantin Sewerinow, Laborleiter am Institut für Molekulare Genetik des Kurtschatow-Forschungszentrums und des Instituts für Genbiologie der Russischen Akademie der Wissenschaften, Professor an der Rutgers University in den USA, sieht zwei Szenarien für die Entwicklung der Covid-19-Pandemie:
„Entweder wird die Pandemie naturgemäß weitergehen, bis alle krank werden, oder wir haben Zeit, bevor alle krank werden, den Rest zu impfen. Wenn dies geschieht, wird die Pandemie kein so schwerwiegender Faktor sein wie jetzt. Aber dafür müssen die Menschen so schnell wie möglich geimpft werden. Und wir sprechen nicht von einem einzigen Land, auf dieser Ebene wird es nicht funktionieren. Wir sprechen von der gesamten Erdbevölkerung“, sagte der Wissenschaftler gegenüber SNA.

"Booster"- Impfungen sind umstritten

Mögliche unerwartete Mutationen des Virus, gegen die bestehende Impfstoffe wirkungslos sind, können eine ernsthafte Bedrohung darstellen. Daher wird viel davon abhängen, wie schnell eine wirksame Heilung gefunden wird – nicht nur von der Krankheit selbst, sondern auch zur Bekämpfung ihrer langwierigen Form, besser bekannt als "Long-Covid". Inzwischen stehen der Menschheit nur noch Impfstoffe und restriktive Maßnahmen zur Verfügung. Da die Immunabwehr jedoch recht schnell nachlässt, muss der Impfstoff aller Wahrscheinlichkeit nach in sechs bis neun Monaten regelmäßig erneuert werden.
Bei den früh immunisierten älteren Menschen lässt allmählich der Impfschutz nach. Deshalb haben mehrere Staaten Auffrischungsimpfungen gestartet. Seit September haben in Berlin, Hessen, Sachsen und Thüringen laut deutschen Medien Auffrischungsimpfungen für Menschen in Pflegeheimen sowie für über 80-Jährige begonnen, die bereits Anfang dieses Jahres geimpft wurden. Ärzte können die dritte Dosis sechs Monate nach der Zweitimpfung bekommen. Indessen ist mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung noch ungeimpft. Die sogenannten "Booster"-Impfungen sind jedoch umstritten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jüngst dazu aufgerufen, bis mindestens Ende September keine Impfstoffe für dritte Dosen zu verwenden.

Neue Corona-Mutationen

Die Coronavirus-Pandemie wird erst dann enden, wenn COVID-19 fast die gesamte Erdbevölkerung betrifft – eine solch enttäuschende Prognose veröffentlichte die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg am 13. September unter Berufung auf Wissenschaftler. Eine Rückkehr zum normalen Leben ist nach Ansicht von Experten erst dann zu erwarten, wenn die Menschheit als Ganzes erkrankt oder geimpft sein wird. Und das bei einem günstigen Szenario. Im schlimmsten Fall wirken Impfstoffe möglicherweise nicht mehr gegen neue Corona-Mutationen, und dann geht alles wieder von vorne los – hohe Morbiditätswellen, Lockdowns und dringende Entwicklung neuer Impfstoffe.
Virus (Symbolbild) - SNA, 1920, 02.09.2021
Australische Studie: Coronavirus-Evolution beschleunigt sich

Aus der Erfahrung der Grippeepidemien

Experten gehen davon aus, dass das Virus nicht zurückgehen wird, bis 90 bzw. 95 Prozent der Weltbevölkerung eine Immunität erlangt haben.Laut der dänischen Epidemiologin Lone Simonsen geben fünf gut dokumentierte Grippeepidemien in den letzten 130 Jahren Aufschluss darüber, wie sich die COVID-19-Pandemie entwickeln könnte. Der längste globale Grippeausbruch dauerte fünf Jahre, und innerhalb von zwei-drei Jahren erlebte die Welt zwei oder vier Wellen dieser Infektion. Das Coronavirus breite sich schneller aus – am Ende des zweiten Jahres der Pandemie befinde sich die Welt mitten in der dritten Welle, und ein Ende sei nicht in Sicht, glaubt Simonsen. Es sei jedoch möglich, dass COVID-19 nicht dem Weg anderer Infektionen folge, stellt die Epidemiologin fest. Das Virus ist ansteckender und mit einer Zahl von bereits über 4,6 Millionen Todesopfern doppelt so tödlich wie jede andere Grippe seit der Spanischen Grippe.
Als 1922 in der Sowjetunion der epidemiologische Dienst Rospotrebnadzor gegründet wurde, gab es auch keine Heilung für Typhus, Poliomyelitis und Pocken. Dank der von den Wissenschaftlern entwickelten Impfstoffe denken wir heute nicht mehr an diese Krankheiten. Der russische Virologe am Zentrum „Vector“, Alexander Semjonow, schließt eine Wiederholung der Coronavirus-Geschichte mit anderen Viren nicht aus. "Es gibt so viele Virusgruppen mit solch einem epidemischen Potenzial, die bereit sind, die Grenzen zu durchbrechen, um von der natürlichen Welt in die menschliche Welt zu gelangen."

Testsystem für Nipah-Virus

In Russland wurde bereits ein Testsystem zum Nachweis des kürzlich in Indien entdeckten Nipah-Virus entwickelt. Das gab die Chefin von Rospotrebnadzor, Anna Popowa, am Mittwoch, dem 15. August, bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält es für eines der gefährlichsten Viren. Es wurde festgestellt, dass es keine Heilung oder keinen Impfstoff für dieses Virus gibt und die Sterblichkeitsraten zwischen 65 und 100 Prozent liegen könnten.
Covid-19-Lage in Indien - SNA, 1920, 05.09.2021
12-Jähriger stirbt bei Ausbruch von Nipah-Virus in Indien
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