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Vor den Augen seiner Familie: Taliban töten afghanischen Scharfschützen – Medien

© AP Photo / Rahmat GulTaliban-Kämpfer in Kabul, Afghanistan
Taliban-Kämpfer in Kabul, Afghanistan - SNA, 1920, 15.09.2021
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Die Taliban* haben am Montag einen afghanischen Scharfschützen, der mit britischen Spezialeinheiten zusammengearbeitet hatte, vor der Augen seiner Familie erschossen. Er hatte auf die Evakuierung aus Afghanistan gewartet. Über den Vorfall berichtete die britische Zeitung „The Times“.
Der 28-jährige Vater von fünf Kindern hatte sich der Berichterstattung zufolge in der Hauptstadt versteckt, wurde aber am Montag gefunden und getötet. Der Mann, der aus Angst vor einer Verfolgung seiner Familie den Decknamen „N“ trug, war Angehöriger der Eliteeinheit „Commando Force 333“ (CF333), die von britischen Truppen betreut wurde und an vorderster Front kämpfte.
Rafi Hottak, ein ehemaliger Dolmetscher an der vordersten Front, der ebenfalls mit den Briten zusammenarbeitete, sagte, „N“ habe auf der Liste von etwa 700 Angehörigen der Spezialeinheiten, Dolmetschern und anderen lokal angestellten Mitarbeitern gestanden, die mit den britischen Truppen in Afghanistan zusammengearbeitet und auf ihre Evakuierung nach Großbritannien gewartet hätten. Jedoch sei er zurückgelassen worden.
„Er wurde erschossen, weil er der 333 angehörte“, sagte Hottak.

„Amnestieerklärungen nur eine Fantasie“

Der Mord löste bei britischen Militärs Schock und Wut aus. Der ehemalige Oberst Ash Alexander-Cooper twitterte: „Das ist kein Spiel. ‚N‘ wurde erst vor wenigen Stunden von den Taliban kaltblütig hingerichtet. Sein Verbrechen? Jahre des treuen und professionellen Dienstes, betreut von britischen Einheiten“.
„Dies ist die Realität der ‚neuen‘ Taliban“, so Alexander-Cooper weiter. „Die Rede von Inklusivität, Vielfalt und Amnestie ist ein Witz, und einige fallen darauf herein. Wacht auf.“
„Es war ziemlich vorhersehbar, dass dies jedem passieren würde, der (in Afghanistan – Anm.d.Red.) zurückgeblieben war“, sagte Alexander-Cooper gegenüber der Zeitung „The Times“. Ihm zufolg könnten die neuen Behörden den Scharfschützen als einen der Kollaborateure angesehen haben. In diesem Zusammenhang, so der britische Ex-Oberst, seien die Amnestieerklärungen der Taliban für diejenigen, die mit dem ausländischen Militär kollaboriert haben, nur eine „Fantasie“.
„Es gibt keine ‚Amnestie‘. Wenn wir diesen Mord ignorieren, wird er nicht der letzte sein“, so Alexander-Cooper auf Twitter.
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Noch nicht alle aus Afghanistan evakuiert

Hottak sagte, dieser Mord zeige, dass die Bedrohung real und unmittelbar sei. „Jetzt ist es an der Zeit, dass die britische Regierung das Richtige tut, um all diejenigen zu schützen und zu retten, die unsere engen Freunde und Verbündeten waren“, schrieb er in seinem Brief an die Minister mit einer Liste von Leuten, die sich immer noch in Afghanistan befinden. „Es ist eine moralische Verpflichtung der britischen Regierung, sie zu retten und zu evakuieren.“
Das britische Verteidigungsministerium teilte „The Times“ mit, die UK-Streitkräfte hätten mehr als 15.000 Menschen aus Kabul evakuieren können. „Leider gelang es in der begrenzten Zeit aber nicht, alle zu evakuieren.“ Das Engagement für Afghanistan und diejenigen, die dort den britischen Einsatz unterstützten, dauere aber an. „Wir werden weiterhin mit internationalen Partnern zusammenarbeiten, um ihnen ein sicheres Verlassen Afghanistans zu ermöglichen“, so das Verteidigungsministerium.
Gefallene der westlichen Allianz in Afghanistan

Bei den Operationen OEF (Operation Enduring Freedom, 2001-2014) und OFS (Operation Freedom's Sentinel, 2015-2021) sind in Afghanistan rund 3600 Soldaten und Soldatinnen der westlichen Allianz gestorben (Stand: 22.03.2021), erklärte das Portal Staista Anfang Juli. Die meisten Verluste hatten die Vereinigten Staaten (2452 Soldaten) und das Vereinigte Königreich (455 Soldaten). Darüber hinaus verloren über 150 Kanadier und mehr als 80 Franzosen ihr Leben. Rund 400 in Afghanistan gefallene oder verunglückte Soldaten stammten aus anderen Ländern. Deutschland verlor dort 59 Bundeswehr-Soldaten.

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*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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