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Lawrow schließt Angriffe auf Nord Stream 2 nicht aus

© SNA / Pressedienst des Außenministeriums RusslandsRusslands Außenminister Sergej Lawrow (Archivfoto)
Russlands Außenminister Sergej Lawrow (Archivfoto) - SNA, 1920, 15.09.2021
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Jetzt, da die Gaspipeline Nord Stream 2 fertig verlegt ist, kann es aus der Sicht des russischen Außenministers Sergej Lawrow durchaus zu Angriffen seitens der Gegner des Projektes kommen. Das teilte er im Gespräch mit Journalisten am Mittwoch mit. Auch eine mögliche Inbetriebnahme-Frist kam dabei zur Sprache.
Lawrow habe keinen Zweifel, dass die Versuche, diese Gaspipeline anzugreifen, weitergehen werden. Als sein (des Nord Streams – Anm. d. Red.) eifrigster Gegner trete nämlich eine Minderheit auf, aber diese Minderheit sei aggressiv, das seien vor allem die baltischen Staaten, Polen und noch einige andere EU-Staaten, die sich einfach von ihren antirussischen Motiven leiten ließen, so der Außenminister weiter.
Ferner bewertete Lawrow die Aussichten für die Inbetriebnahme der fertiggestellten Pipeline. Der Genehmigungsprozess für Nord Stream 2 von einer deutschen Regulierungsbehörde könne demnach etwa vier Monate dauern, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow.
„Die Arbeiten sind abgeschlossen. Jetzt läuft das Verfahren zur Einholung der erforderlichen Genehmigungen von der deutschen Aufsichtsbehörde. Wie es sich herausstellt, läuft dieser Prozess nach deutschem Recht nicht so schnell ab. Es sind nämlich vier Monate, Anfang 2022 wird angegeben“, so Lawrow weiter.

„Wir werden mit denen verhandeln, die dazu bereit sind“

Russland feindlich Gesinnte in der EU werden laut dem Außenminister versuchen, eine negative Haltung gegenüber Nord Stream 2 durchzusetzen. Russland schließe nicht aus, dass die aggressiv gesinnte Minderheit in der EU versuchen wird, anderen eine negative Haltung gegenüber Nord Stream 2 aufzuzwingen.
„Wir werden mit denen (in der Europäischen Union – Anm. d. Red.) verhandeln, die dazu bereit sind. Wenn man sich aber von dieser Logik leiten lässt, wenn man sie analysiert, nämlich dass man nicht eigenverantwortlich mit Russland kommunizieren muss, sondern nur durch die Europäische Union, dann könnte es eine Anspielung darauf sein, dass jemand in Brüssel die Linie dieser aggressiven Minderheit gegenüber Nord Stream 2 allen anderen aufzwingen will“, sagte Lawrow.

Ukraine macht Theater um Nord Stream 2

Des Weiteren sprach sich der russische Außenminister dahingehend aus, dass Kiew ständig versuche, das Thema „Nord Stream 2“ auf die Ebene der Hysterie zu bringen. Die Behörden bettelten weiter um etwas, das betreffe auch den Nato-Beitritt – das sei des ukrainischen Volkes unwürdig, stellte Lawrow fest.
„Unsere ukrainischen Freunde versuchen ständig, dieses Thema auf das Niveau einer solchen Hysterie zu bringen. Es ist für sie zur Gewohnheit geworden, zur Regel, von dem Westen etwas zu erbetteln. Hier ist Nord Stream 2: Stoppt es! Sollten Sie es nicht können, dann gewähren Sie uns etwas Geld als Entschädigung(…) Und lassen Sie uns in die Nato, die Europäische Union, wir sind schon längst bereit. Ein Betteln pur“, sagte Lawrow gegenüber den Reportern.
Das Land solle, fügte der Minister hinzu, eine eigene Würde haben. Das ukrainische Volk mit seiner reichen Geschichte verdiene es, „ein Schöpfer und nicht ein Bettler mit ständig ausgestreckter Hand zu sein“.

Nord Stream 2

Durch Nord Stream 2 sollen künftig bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr nach Deutschland und in weitere EU-Länder fließen. Das Projekt mit einem geschätzten Wert von 9,5 Milliarden Euro wird von der Nord Stream 2 AG umgesetzt, deren einziger Aktionär der russische Staatskonzern Gazprom ist. Seine europäischen Partner – Royal Dutch Shell, OMV, Engie, Uniper und Wintershall – finanzieren das Projekt jeweils mit 950 Millionen Euro und decken somit die Hälfte der Kosten.
Die USA stemmen sich gegen das Projekt, weil sie darin Konkurrenz für ihr Flüssigerdgas sehen, und haben Nord Stream 2 jahrelang mit Sanktionen bekämpft. Zu den Projektgegnern zählen auch einige europäische Staaten und das Transitland Ukraine. Ende Juli verkündeten Berlin und Washington eine Einigung im Gerangel um die Ostseepipeline. Washington ist weiterhin gegen das Projekt, will nun aber auf weitere Sanktionen verzichten. Bedingungen sind unter anderem, dass Russland Energie nicht als Waffe benutze und dass die Ukraine ihren Status als Transitland auch in Zukunft beibehalte.
Nord Stream 2 - SNA, 1920, 14.09.2021
US-Senatoren fordern Sanktionen gegen Nord Stream 2 AG – und stellen Regierung Ultimatum
Moskau bezeichnet Nord Stream 2 als ein Wirtschaftsprojekt, das im Interesse Russlands und der EU liege, und warnt vor seiner Politisierung. Russland verspricht, auf die Ukraine als Gastransitland auch nach dem Ende des aktuellen Transitabkommens im Jahr 2024 nicht verzichten zu wollen.
Am vergangenen Freitag hatte der russische Konzern Gazprom die Fertigstellung der Gasleitung bekanntgegeben.
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