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„Opa, Schenk mir deine Stimme“ - Grüne Politiker werben für Enkelkinderbriefe

© REUTERS / TT NEWS AGENCYDie schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer halten Plakate während eines Protests vor dem schwedischen Parlament im Rahmen von Fridays for Future-Demonstrationen.
Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer halten Plakate während eines Protests vor dem schwedischen Parlament im Rahmen von Fridays for Future-Demonstrationen. - SNA, 1920, 15.09.2021
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Grüne Politiker rufen im Internet junge Menschen auf, einen Brief an ihre Großeltern zu schreiben. Genau betrachtet heißt das wohl: Die Enkelkinder sollen ihre Großeltern direkt um ihre Stimme für die Grünen bitten. Die Aktion findet zwar Unterstützung, stößt gerade aber auch auf ganz schön viel Kritik.
„Die Bundestagswahl am 26. September ist unsere Chance, die Klimakrise aufzuhalten. Schreib deinen Großeltern einen Brief und bitte sie darum, deiner Zukunft ihre Stimme zu schenken“, steht auf der Webseite der Kampagne, die unter anderem von den Klimaschutzbewegungen „Fridays for Future“ und „Together for Future“ unterstützt wird. Stichwörter: „Oma und Opa retten die Welt“.
Dass die Grünen direkt dahinter stecken, ergibt sich aus den Informationen auf der Webseite nicht. Jedoch haben einzelne Grünen-Politiker wie Renate Künast, Cem Özdemir oder Michael Kellner die Links zu der Aktion veröffentlicht und sich für diese bedankt. „Ich will unseren Kindern keinen kaputten Planeten hinterlassen. Denn das sind Schulden, die sie nie zurückzahlen können. Sollten ihnen mehr Gehör schenken!“, schrieb etwa Özdemir dazu.
Auf der Webseite wartet ein „Enkelkinderbrief“ bereits vorformuliert auf Oma und Opa. Zuvor wird aber statistisch erklärt, dass nicht die jungen Menschen die Bundestagswahl 2021 entscheiden werden, sondern ältere Leute, also „deine Oma und Opa“. Man muss nur einen Text an sie schreiben, dann hilft der Brief-Generator noch „die richtigen Argumente“, um „deine Großeltern um ihre Stimme zu bitten“, und letztendlich „geben Oma oder Opa dir ihre Stimme und schenken dir damit eine Zukunft“. Dass sie genau den Grünen ihre Stimme schenken müssten, wird nur angedeutet. „Liebe Oma, <..> bitte wähle im September eine Partei, die Klimaschutz ernst nimmt.“

Berechtigte Zukunftsängste oder Enkeltrick?

Die Aktion wird neben den Grünen-Politikern auch breit von Prominenten und den sogenannten Influencern im Netz verbreitet. Auf Youtube bitten auch der Schauspieler Joko Winterscheidt, die Schauspielerin Pheline Roggan und andere schon seit einem Monat für die Aktion.
„Opa, schenk mir deine Stimme“, bittet etwa auch die Mode-Youtuberin Diana zur Löwen auf Instagram.
Und findet viel Unterstützung unter Tausenden von jungen Menschen. Auch die bisher größte Studie mit 10.000 Teilnehmern zwischen 16 und 25 Jahren aus zehn Ländern zeigt, dass 60 Prozent der jungen Menschen wegen der Klimakrise Zukunftsängste hätten. 56 Prozent glauben dabei, dass die Menschheit „dem Untergang geweiht“ sei. Die Umfrage soll bald im Fachblatt „Lancet Planetary Health“ erscheinen, für den 24. September wurde von mehreren Umwelt- und Klimaschutzorganisationen ein globaler Klimastreik angekündigt.
Auf Twitter sammelt sich jedoch auch Kritik an der Aktion.
„Diese #Enkelkinderbriefe Aktion zeigt eigentlich gut, was bei manchen so richtig falsch läuft“, schreibt etwa der SPA-nahe Nutzer Lennart Rixen. „Die eigenen Großeltern sind einem nur einen vorgefertigten Baukastenbrief wert, aber deren Stimme will man natürlich haben… Wer das nutzt, gehört gleich enterbt!“
„Achtung, Enkeltrick!“, schreibt ein anderer Nutzer, nach eigenen Angaben ein FDP-naher Aktivist, indem er die übliche Warnung der Polizei vor dem „falschen Enkel“ ironisch anpasst.
„Liebe Omi, wenn du am 26. September nicht GRÜNE wählst, sterben wir bald alle, weil die Welt untergeht. Wenn du deine Enkel liebst hast, MUSST du Grüne wählen,“ suggerierte etwa auch der Historiker und Unternehmer Dr. Dr. Rainer Zitelmann.
„Enkelkinder sollen ihren #Großelternerzählen, dass die Welt untergeht, wenn sie nicht #grün wählen!?“, empört sich auch der Thüringer FDP-Politiker Gerald Ullrich. „Kleiner Tipp: die können ganz allein denken und wählen.“
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