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35 Jahre Tschernobyl: Deutsche Fachleute messen Strahlung an Unglücksreaktor

© Pressediens des ukrainischen Präsidenten / Zur BilddatenbankAtomkraftwerk Tschernobyl. Archivfoto
Atomkraftwerk Tschernobyl. Archivfoto - SNA, 1920, 15.09.2021
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Gut 35 Jahre nach dem katastrophalen Reaktorunfall von Tschernobyl hat Deutschland Spezialisten in die Ukraine geschickt, um die Strahlung an der Atomruine zu messen. Neben Experten aus dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sind auch Hubschrauber der Bundespolizei im Einsatz.
Die Strahlungsmessungen finden vom 3. bis zum 19. September 2021 am Boden und von Hubschraubern aus statt, teilte das BfS mit. Dabei sollen die Höhe der vorhandenen Strahlung sowie die Art und Menge der am Boden abgelagerten Stoffe, die diese Strahlung verursachen, ermittelt und kartiert werden.
Die Ergebnisse sollen im April 2022 bei einer Konferenz vorgelegt werden, sagte BfS-Vertreter Christopher Strobl in der Sperrzone der Nachrichtenagentur DPA. Strobl zufolge gibt es etwa 200 Messpunkte am Boden, die von den insgesamt 100 Experten kontrolliert würden.
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Auch die Bundespolizei ist an der Mission beteiligt. „Wir haben zwei Hubschrauber der Bundespolizei mit jeweils 120 genehmigten Flugstunden“, erklärte Klaus-Jürgen Jess von der Bundespolizei vor Ort. Die Helikopter messen demnach in 100 Metern Höhe. Damit können aus der Entfernung eventuelle Strahlungsschwerpunkte festgestellt werden. Direkt am Sarkophag über dem Unglücksreaktor dürfen die Fachleute aber nicht fliegen und messen.
In der Nacht zum 26. April 1986 war im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl, rund 100 Kilometer von Kiew entfernt, einer der Reaktoren explodiert. Durch die gewaltige Explosion und einen Brand zerriss die Schutzhülle des Reaktors. Große Mengen Radioaktivität wurden durch die extreme Hitze in den Himmel geschleudert.
Unmittelbar durch die Explosion starben etwa 30 Menschen. Tausende weitere erlagen den Spätfolgen der Strahlung. Teile der Sowjetunion, zu der die Ukraine damals gehörte, und von Staaten im Ausland wurden radioaktiv verseucht. Zehntausende Menschen mussten umsiedeln. Die verstrahlten Landstriche um die Atomruine sind bis heute Sperrgebiet.
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