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Bundesregierung besorgt über russische Militärakteure in Mali – Kreml kommentiert

Mali Putsch - SNA, 1920, 15.09.2021
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Deutsche und französische Politiker zeigen sich besorgt über ein mögliches Eintreten Russlands mit militärischen Akteuren in Mali. Moskau und Bamako weisen die Vorwürfe jedoch zurück.
Der Nachrichtenagentur „Reuters“ zufolge will die 2020 mit einem Putsch in Mali an die Macht gekommene Militärjunta ein Abkommen mit demprivaten russischen Militärunternehmen Wagner schließen. Es würde der Wagner Group ermöglichen, auf dem Territorium der ehemaligen französischen Kolonie zu operieren.
Laut „Reuters“ könnten bald mehr als 1.000 russische Söldner in Mali mit dem Ziel eintreffen, malische Armeesoldaten auszubilden. Sie wären auch für den Schutz der Behörden zuständig. Für ihre Dienstleistungen soll die Wagner Group monatlich etwa sechs Milliarden CFA-Franc (etwa 9,1 Millionen Euro) erhalten.
Der russische Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin, den Medien mit der Wagner-Gruppe in Verbindung bringen, bestreitet laut „Reuters“ jede Verbindung zu der Firma. Sein Pressedienst sagte auch, er habe keine geschäftlichen Interessen in Afrika und sei dort an keinerlei Aktivitäten beteiligt.

Keine Vertreter russischer Streitkräfte in Mali – Peskow

Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, teilte mit, russische Streitrkräfte seien in Mali nicht präsent.

„Es gibt dort keine Vertreter der russischen Streitkräfte. Und es werden dort keine offiziellen Verhandlungen geführt. Davon gehen wir aus“, sagte Peskow am Mittwoch.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (Archivfoto) - SNA, 1920, 28.06.2021
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Europäische Politiker sind besorgt

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zeigte sich über das mögliche Abkommen äußerst besorgt.

„Die Meldungen über eine mögliche Militärkooperation Malis mit Russland sind sehr besorgniserregend. Dies widerspricht allem was Deutschland, Frankreich, die EU und die Vereinten Nationen in Mali seit acht Jahren leisten“, schrieb Kramp-Karrenbauer am Mittwoch auf Twitter.

„Sollte sich die Zusammenarbeit von Mali mit russischen Söldnergruppen bestätigen, stellt das die Grundlagen des Mandats der Bundeswehr für MINUSMA und EUTM in Frage und gemeinsam mit dem Bundestag müssten wir Konsequenzen ziehen“, so die Verteidigungsministerin weiter.
Deutschland ist in Mali an zwei internationalen Einsätzen beteiligt: Rund 880 Bundeswehrsoldaten sind Teil der UN-Truppe Minusma. Für die EU-Ausbildungsmission EUTM stellt die Bundeswehr aktuell rund 110 Männer und Frauen.
Auch die französische Ministerin der Streitkräfte Florence Parly reagierte auf die Meldung. Der mögliche Abschluss eines Abkommens zwischen der in Bamako regierenden Junta und dem privaten russischen Unternehmen Wagner „wäre äußerst besorgniserregend und im Widerspruch“ zu dem militärischen Engagement Frankreichs in der Sahelzone, erklärte sie.
Die französische Regierung will nun die mögliche Einigung zwischen der malischen Junta und der Wagner Group verhindern. Laut „TV5Monde“ droht Paris mit dem Abzug seiner Truppen aus Mali, sollte das Abkommen zustandekommen.

Malische Behörden: Noch keine Entscheidung getroffen

Baba Cisse, ein Sprecher des Leiters der malischen Junta, sagte, er habe keine Informationen über einen solchen Deal. „Das sind Gerüchte. Beamte kommentieren Gerüchte nicht“.

Ein Sprecher des malischen Verteidigungsministeriums sagte: „Die öffentliche Meinung in Mali befürwortet angesichts der anhaltenden Sicherheitslage eine stärkere Zusammenarbeit mit Russland. Aber es wurde noch keine Entscheidung (über die Art dieser Zusammenarbeit – Anm.d.R.) getroffen.“

Da sich die Beziehungen zu Frankreich verschlechtert hatten, hat Malis Militärjunta „Reuters“ zufolge die Kontakte zu Russland verstärkt. Es wird berichtet, dass Malis Verteidigungsminister Sadio Camara am 4. September Moskau „im Rahmen der Zusammenarbeit und militärischen Hilfe“ besucht habe. Unter anderem hatte er Gespräche mit dem Chef des Generalstabs der russischen Streitkräfte, Waleri Gerassimow, geführt.
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