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Karrierefalle Kanzlerkandidat – Wohin mit Armin Laschet?

CC BY-SA 3.0 / Olaf Kosinsky / Wikimedia CommonsCDU-Chef Armin Laschet (Archivbild)
CDU-Chef Armin Laschet (Archivbild) - SNA, 1920, 14.09.2021
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In weniger als zwei Wochen wird CDU-Chef Armin Laschet erfahren, wohin die Reise geht. Theoretisch kann er noch Bundeskanzler werden. Eine immer wahrscheinlicher werdende Wahlniederlage bietet vielfältige Trostpreis-Varianten – die alle allerdings einen Haken haben.
Trotz der desolaten Umfrage-Ergebnisse zeigt sich der 60-jährige immer noch optimistisch: „Umfragen sind Umfragen, Wahlen sind Wahlen“, belehrte er Journalisten nach dem zweiten Kandidaten-Triell am Sonntagabend. Grund für Optimismus dürfte der 60-jährige aus der jüngsten Erfahrung schöpfen: Weder bei der Wahl des Parteichefs, noch bei der Nominierung des Kanzlerkandidaten der Union hatte er als klarer Favorit gegolten, konnte aber im Endeffekt beide Wunschziele erreichen.
Die TV-Debatte von Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Armin Laschet - SNA, 1920, 13.09.2021
„Die Leute haben schon ihren Voreindruck“: Wozu ein weiteres Triell?
Theoretisch könnte Laschet noch Kanzler werden, selbst wenn die Union hinter der SPD landen würde –alles wird dann darauf ankommen, welche Koalitionsvarianten die übrigen Parlamentsparteien vorziehen würden.
Nicht viele hatten beispielsweise im Vorfeld der Bundestagswahlen 2017 die Bildung einer großen Koalition vorausgesagt. Sollte es auch diesmal dazu kommen – obgleich es momentan nicht danach aussehen mag – hat der CDU-Chef beachtliche Chancen, Vizekanzler und Minister zu werden.

Oppositionsführer Laschet? Wohl kaum!

Eine weitere Option, die für Laschet in Frage käme, wäre der Fraktionsvorsitz im Bundestag. Allerdings wäre es für ihn dann allein schon aus moralisch-ethischen Gründen problematisch, als Oppositionsführer zu gelten: Eine große Mehrheit würde in seiner wenig überzeugenden Performance während der Wahlkampagne die Hauptursache der nahenden Niederlage sehen. Etliche CDU-Koryphäen wie Friedrich Merz, Jens Spahn oder Ralph Brinkhaus sollen bereits dem Vernehmen nach ihre Chancen für den Fraktionsvorsitz im neuen Bundestag sondieren.
„Je nach dem Ausmaß der Wahlniederlage würde es für Laschet sicherlich auch schwer, sich im Amt des CDU-Bundesvorsitzenden zu halten“, hieß es in einem WDR-Kommentar zu seinen Karriere-Aussichten.
Hinzu kommt, dass Laschet auf eine Direktkandidatur in seinem Wahlkreis in Aachen verzichtet hatte. Dies bedeute, zumindest theoretisch, dass für ihn ein Sitz im Bundestag nicht garantiert ist.

Rückzug nach NRW – oder Ende der Polit-Karriere?

Auch für den jetzigen Posten des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfahlen hat Laschet im Falle einer Wahlniederlage keine Garantie. Jedenfalls nicht auf eine längere Perspektive. Die Landtagswahlen in NRW stehen im Mai 2022 an. Als Mega-Loser würde dann der CDU-Chef nicht unbedingt große Siegeschancen haben. Mit diesem negativen Hintergrund wäre er eigentlich gut beraten, seine Kandidatur im nächsten Frühjahr gründlich zu überlegen.
Unter diesen Umständen müsste Laschet einen Rückzug aus der Politik in Betracht ziehen. Ein Botschafterposten in einem möglichst problemlosen Land wäre in dem Fall eine respektable und zugleich stressfreie Option. Im erwähnten WDR-Kommentar wird dem CDU-Politiker empfohlen, das Amt des deutschen Chefdiplomaten beim Heiligen Stuhl zu übernehmen: Immerhin bezeichnet Laschet sich selbst als tief gläubig. Den Papst hat er bereits mehrmals besucht, zuletzt im September 2020.
Das Problem: Der jetzige deutsche Botschafter im Vatikan, Bernhard Kotsch, ist erst im Juli 2021 mit diesem Posten betraut worden. Kaum wahrscheinlich also, dass ausgerechnet diese attraktive Stelle bald wieder zur Verfügung stehen wird.
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