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„Die Leute haben schon ihren Voreindruck“: Wozu ein weiteres Triell?

© REUTERS / MICHAEL KAPPELERDie TV-Debatte von Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Armin Laschet
Die TV-Debatte von Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Armin Laschet - SNA, 1920, 13.09.2021
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Das Triell am Sonntagabend hat sich als weitgehend nutzlos erwiesen, jedenfalls für die Kanzlerkandidaten und deren Umfrage-Werte. Armin Laschet hat sich nicht verbessern können. Der SPD-Chef blieb Spitzenreiter. Höchstens Annalena Baerbock gewann ein paar Punkte – doch nur, weil sie bereits als Kanzlerkandidatin chancenlos ist.
„Das TV-Triell: Der Dreikampf mit vorprogrammiertem Ergebnis“ – so lautete der Titel zum SNA-News-Text vor zwei Wochen. Bereits beim damaligen „Kandidaten-Gipfel“ im RTL wurde deutlich, dass die Hauptakteure mit ihren Live-Auftritten die Sympathie-Werte kaum noch maßgeblich nach oben drücken können.
Die TV-Debatte der Kanzlerkandidaten von der Union der SPD und den Grünen bei RTL und ntv am 29.08.21 - SNA, 1920, 30.08.2021
Das TV-Triell: Der Dreikampf mit vorprogrammiertem Ergebnis
Der Unionskandidat Laschet, der am Tag zuvor beim CSU-Parteitag frenetisch empfangen und massiv zum „entscheidenden Kampf“ aufgeputscht worden war, bemühte sich auch nach Kräften, einen Kampfhahn zu mimen. Richtig überzeugend wirkte das nicht. Jedenfalls gelang es Olaf Scholz, gegen den Laschets Attacken (Cum-Ex, Wirecard, Razzien im Finanzministerium) in erster Linie gerichtet waren, mit Coolness abzuwehren, unter anderem mit vorgefertigten eleganten Sätzen wie:

„Herr Laschet, an Ihrer Frage merkt man, wie unehrlich Sie sind.“

Höchstens an Scholz‘ Ohren, die ungewöhnlich rot strahlten, könnte man merken, dass der SPD-Kandidat für kurze Zeit aus seiner Komfortzone rausgeholt wurde. Dass Laschets Angriffsmodus bei den Zuschauern nicht gut ankam, zeigte sich bei der „Halbzeit“-Wertung der Sendung: Mit 18 Prozent der Sympathisanten-Stimmen lag der Unionskandidat sogar unter seinen ohnehin miserablen Umfrage-Ziffern.

Passive grüne Königsmacherin

Dafür konnte die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock bei dieser Wertung sichtbar dazu gewinnen und errang zwischenzeitlich sogar einen 39-prozentigen Zuspruch. Das lag aber offenbar vor allem daran, dass sie außerhalb des anfänglichen Schlagabtauschs zwischen Laschet und Scholz stand und sich weniger zu Wort meldete.
Aber auch im weiteren Verlauf des Triells schien die grüne Kanzlerkandidatin davon zu profitieren, dass sie sich wohl innerlich darauf eingestellt hatte, die Wahl nicht mehr gewinnen zu müssen und sich nun auf die Rolle einer Junior-Partnerin bei der angestrebten Koalition mit dem designierten Wahlsieger konzentrieren kann.

Ein Schlagabtausch ohne Faktencheck

Sollte die Sendung auf potentielle Wählerinnen und Wähler gemünzt sein, die sich noch nicht festgelegt haben, so stimmten sie in der abschließenden Umfrage kaum anders als diejenigen, die ihre Wahlzettel gedanklich bereits an konkreten Stellen angekreuzt haben: Scholz bekam 36 Prozent, Laschet und Baerbock lagen mit jeweils 25 Prozent sichtbar abgeschlagen.
„Ich glaube nicht daran, dass diese Trielle so viel ändern", meinte die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch im „Anne Will“-Talk im Anschluss an die Kandidaten-Schlacht in den Öffentlich-Rechtlichen:

„Die Leute haben doch schon ihren Voreindruck."

Eine radikale Wende hätte die TV-Debatte höchstens in dem Fall nach sich ziehen können, wenn sich einer der Teilnehmer wirklich dramatisch und für alle offensichtlich blamiert hätte. Dies geschah jedoch nicht, und für einen gründlichen Faktencheck dieser oder jener Äußerung bot das Tempo der Sendung keine Zeit. Die Öffentlich-Rechtlichen haben aber ihre Schuldigkeit getan und können sich über die Einschaltquoten freuen: Über 11,13 Millionen Zuschauer wurden beim Triell am Sonntagabend gemessen.
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