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Für mehr Meinungsfreiheit: Dänische Parteichefin will Mohammed-Karikaturen Teil des Lehrplans machen

© AFP 2021 / Philip DavaliPia Olsen Dyhr mit ihrem Mann (Archivbild)
Pia Olsen Dyhr mit ihrem Mann (Archivbild) - SNA, 1920, 13.09.2021
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Die Vorsitzende der Sozialistischen Volkspartei (SF) in Dänemark, Pia Olsen Dyhr, hat aus Prostest gegen Einschränkungen der Meinungsfreiheit dazu aufgerufen, Karikaturen des Propheten Mohammed frei als Unterrichtsmaterial zu verwenden.
„Die Mohammed-Karikaturen sind ein Beispiel dafür, wo wir unsere Meinungsfreiheit einschränken“, sagte Olsen Dyhr im Gespräch mit dem Dänischen Radio (DR) am Samstag. Es gebe Satiriker, die wegen ihrer Zeichnungen im Untergrund leben müssten und um ihre Sicherheit fürchten.
Damit verwies sie auf den schwedischen Künstler Lars Vilks und den verstorbenen dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard. Die beiden standen unter ständigem Polizeischutz und erhielten Todesdrohungen, weil sie mit ihren Werken den Islam angeblich beleidigt hätten.
„Das ist Satire. Die ganze Idee der Satire oder der politischen Komödie besteht darin, uns als Autoritäten zu kritisieren“, betonte sie gegenüber dem DR.
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„In Dänemark gibt es Lehrer, die sich nicht trauen, die Mohammed-Karikaturen im Unterricht zu zeigen – weder in der Grundschule noch an der Universität – aus Angst vor Gewalt oder Gewaltandrohung“, argumentierte die SF-Chefin mit Blick auf die neueste öffentliche Debatte in Dänemark. Sie wurde im Mai ausgelöst, als eine Dozentin an der „University College“ in Kopenhagen ihren Studenten im Unterricht die Zeichnungen des islamischen Propheten zeigen wollte, was zu mehreren Drohungen führte.
Die Parteivorsitzende ist der Meinung, dass dieses Problem durch die Aufnahme der Karikaturen in den Lehrplan behoben oder zumindest teilweise gemildert werden könnte.
„Indem man die Zeichnungen in den Lehrplan aufnimmt, kann man sagen, dass sie Teil des Lehrmaterials sind und dass wir den Kindern davon erzählen müssen“, so Olsen Dyhr.
Auf dem Parteitag in der dänischen Hafenstadt Kolding hatte Pia Olsen Dyhr früher betont, dass die SF eine Nulltoleranz-Haltung gegenüber Zwang habe. Sie äußerte zudem die Meinung, dass Dänemark und der Westen die Freiheit zugunsten der Sicherheit weitgehend geopfert hätten. Der DR-Politikexperte Jens Ringberg vermutete, dass die Politikerin so die Wertepolitik ihrer Partei herausforderte, weil die freie Meinungsäußerung grundsätzlich als ein Thema der Rechten angesehen wird.
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Mohammed-Kontroverse

Die so genannte Mohammed-Kontroverse brach aus, als die dänische Tageszeitung „Jyllands-Posten“ im Jahr 2005 Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlichte. Während die Zeitung selbst dies als Versuch darstellte, einen Beitrag zur Debatte über Islamkritik und Selbstzensur zu leisten, löste die Veröffentlichung weltweit Proteste aus. Unter anderem gab es gewalttätige Demonstrationen und Unruhen in einigen islamischen Ländern und dänischen Bezirken mit muslimischer Bevölkerung sowie Wirtschaftsboykotte gegen Dänemark.
Der damalige Ministerpräsident und spätere Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bezeichnete die Kontroverse als den schlimmsten Zwischenfall in den internationalen Beziehungen Dänemarks seit dem Zweiten Weltkrieg.
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