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Ungeimpfte sind für ihn „Bekloppte“ – Ex-Bundespräsident Gauck nach Auftritt in Kritik

© AFP 2021 / AXEL SCHMIDTDer ehemalige deutsche Bundespräsident Joachim Gauck spricht mit Auslandskorrespondenten des Vereines der Ausländischen Presse in Deutschland (VAP) vor dem 30. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer am 15. Oktober 2019. Archivbild
Der ehemalige deutsche Bundespräsident Joachim Gauck spricht mit Auslandskorrespondenten des Vereines der Ausländischen Presse in Deutschland (VAP) vor dem 30. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer am 15. Oktober 2019. Archivbild - SNA, 1920, 13.09.2021
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Ist es noch freie Meinungsäußerung oder schon grenzwertig? Ex-Bundespräsident Joachim Gauck hat am Samstag bei einem Auftritt in Rostock Impfverweigerer als „bekloppt“ bezeichnet und sie den Bildungswilligen entgegengestellt. Ob er sie jetzt von einer Impfung überzeugt hat?
In Deutschland würden nicht nur Bildungswillige, „sondern auch hinreichende Zahlen von Bekloppten“ leben, beklagte der inzwischen 81-jährige Gauck (parteilos) bei einer Tagung für Lehrer in Rostock. Die Pandemie sei noch nicht überwunden, deswegen sei es „schrecklich“, dass „wir in einem Land leben, in dem nicht nur Bildungswillige leben, sondern auch hinreichende Zahlen von Bekloppten“, sagte Gauck weiter. Und ja, er dürfe das so locker formulieren, denn „ich bin ja jetzt Rentner und muss nicht mehr auf jedes Wort achten.“
Aus seiner Sicht schaffen diese Menschen mit ihrem Glauben, Impfen sei schädlich, Probleme nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihr Umfeld. „Das ist ja alles unglaublich“, betonte Gauck. Der gelehrte evangelische Theologe war der Bundespräsident Deutschlands zwischen 2012 und 2017, trat dann aber nicht zur Wiederwahl an.
Auf Twitter sorgte die Äußerung von Gauck am Wochenende für viel Aufruhr. „Joachim #Gauck ist einer der wenigen Rentner mit Dienstwagen, Fahrer, Personenschutz, Büro mit Sekretariat, Büroleitung und zwei weiteren Stellen des höheren Beamtendienstes“, merkte der Co-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, sanft auf Twitter an. „Ein Bundespräsident a.D. hat nicht Bürger als #Bekloppte zu beschimpfen, sondern fürs #Impfen zu werben“.
„30 Mio Bekloppte zahlen Steuern für deine Apanage“, merkte ein weiterer Nutzer an.
Zwar sind in Deutschland nach den RKI-Daten bereits 51,7 Millionen Menschen vollständig geimpft, ist aber etwa ein Drittel der Nichtgeimpften noch jünger als 12 Jahre und hat sowieso keine Impfempfehlung. Dazu sind sie auch nicht erwerbstätig.
„Eigentlich sollte ich unseren ‚verehrten’ Ex-Bundespräsidenten jetzt anzeigen, weil er mich als Bekloppte bezeichnet hat. Das hat aber bei der Esken wegen Covidioten auch nix gebracht. Die deutsche Justiz reagiert nur, wenn ein Politiker Pimmel genannt wird“, empört sich eine weitere Nutzerin mit Blick auf die Beleidigung von Hamburgs Innensenator Andy Grote auf Twitter, auf die dann eine Hausdurchsuchung gefolgt war.

Bildungsunwillige - oder schlecht Informierte?

Inzwischen gibt es viele Gründe, aus denen sich die restlichen circa 20 Prozent der Menschen in Deutschland nicht impfen lassen. Gute oder schlechte Informierung über die Wirkung von Impfstoffen, Risiken und Nebenwirkungen gehört offenbar dazu. Laut einer Umfrage des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) von Anfang September fühlen sich etwa 73 Prozent der Menschen, die nach eigenen Angaben schon geimpft sind oder dies fest vorhaben, gut darüber informiert. Bei denjenigen, die keine Impfung planen, sehen sich nur noch 29 Prozent gut informiert – und 54 Prozent nicht. Laut dem PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther hat Zurückhaltung vieler Menschen gegenüber der Corona-Impfungw erkennbar mit mangelnden oder gar falschen Informationen über deren Wirkungen zu tun.
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