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Nach windarmem Frühjahr: Deutscher Strom stammt mehrheitlich aus konventionellen Energieträgern

© AP Photo / Martin MeissnerEin Kohlekraftwerk in der Nähe des Kohletagebaus Garzweiler
Ein Kohlekraftwerk in der Nähe des Kohletagebaus Garzweiler  - SNA, 1920, 13.09.2021
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Das Statistische Bundesamt hat am Montag auf seiner offiziellen Webseite Angaben zu dem im 1. Halbjahr 2021 in Deutschland erzeugten und in das Stromnetz eingespeisten Strom veröffentlicht.
Insgesamt wurden demzufolge in Deutschland in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nach vorläufigen Ergebnissen 258,9 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) davon stammte aus konventionellen Quellen wie Kohle, Erdgas oder Kernenergie. Das war gut ein Fünftel (20,9 Prozent) mehr als im 1. Halbjahr 2020. Der Anteil erneuerbarer Energien wie Wind, Solarenergie und Biogas sank dagegen zum Vorjahreszeitraum um 11,7 Prozent auf 44 Prozent.
Die Windkraft war laut den Statistikern im 1. Halbjahr 2020 der wichtigste Energieträger gewesen. Wegen des windarmen Frühjahrs 2021 sank aber der Anteil der Windenergie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut ein Fünftel (21 Prozent). Dadurch sank der Anteil der Windkraft an der ins Netz eingespeisten Menge von 29,1 Prozent auf 22,1 Prozent. Die Einspeisung von 57,1 Milliarden Kilowattstunden Windstrom war der niedrigste Wert für ein erstes Halbjahr seit 2018.

Kohle hilft bei Flaute aus

Die Lücke wurde nach Angaben des Bundesamtes vor allem durch eine höhere Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken gefüllt. Sie steuerten mit 70,2 Milliarden Kilowattstunden gut ein Drittel (35,5 Prozent) mehr bei als vor Jahresfrist. Kohle machte damit in den ersten sechs Monaten 27,1 Prozent der eingespeisten Strommenge aus, nach 20,8 Prozent ein Jahr zuvor.
Nach Kohle und Windkraft war Erdgas im ersten Halbjahr des laufenden Jahres mit einem Anteil von 14,4 Prozent kurz vor der Kernenergie (12,4 Prozent) der drittwichtigste Energieträger für die Stromproduktion in Deutschland.

Weniger Kohlendioxid für mehr Klimaschutz

Laut bisheriger Gesetzeslage soll Deutschland spätestens 2038 ganz auf die Kohlekraft verzichten. Klimaschützer fordern mit Blick auf eine aus ihrer Sicht notwendige stärkere Verringerung des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) ein früheres Auslaufen.
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Mehr Starkregen durch Klimawandel: Vor allem Städte müssen umdenken
Die Bundesregierung hat den Weg Deutschlands zu Klimaneutralität bis Mitte des Jahrhunderts im Klimaschutzgesetz verankert. Demnach soll der Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 verringert werden, bis 2040 um mindestens 88 Prozent. 2045 soll Europas größte Volkswirtschaft Klimaneutralität erreichen, also nur noch so viele Treibhausgase ausstoßen wie wieder gebunden werden können.
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