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„Wollen von ihnen Taten sehen“: Paris erkennt Taliban-Regierung in Afghanistan nicht an

© CC0 / Jacqueline Macou/pixabayFrankreichs Flagge (Symbolbild)
Frankreichs Flagge (Symbolbild) - SNA, 1920, 12.09.2021
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Frankreich will die neue *Taliban-Regierung in Afghanistan nicht anerkennen und auch keine Beziehungen zu ihr unterhalten. Der Außenminister Jean-Yves Le Drian hat das am Samstagabend gegenüber dem TV-Sender „France 5“ angekündigt.
„Wir wollen von ihnen Taten sehen. Wir haben eine Reihe von Bedingungen gestellt“, zitiert die Agentur RIA Novosti Le Drian. Dazu gehörte, dass man jedem, der das Land habe ungehindert verlassen wollen, eine solche Möglichkeit gewähren müsse, hieß es. Auch sollte es möglich sein, humanitäre Hilfe in die Gebiete zu liefern, welche nicht unter der direkten Kontrolle der Taliban stehen würden. Weitere Bedingungen seien gewesen, die Rechte der Frauen zu respektieren und auf die Zusammenarbeit mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida* zu verzichten.
Jean-Yves Le Drian warf den Taliban vor, zu lügen. „Sie sagten, sie würden einige Ausländer und Afghanen frei ausreisen lassen, und sprachen von einer integrativen und repräsentativen Regierung, aber sie lügen“, so der französische Außenminister.
Es läge nun an den Taliban, die eine wirtschaftliche Atempause bräuchten und auf internationale Beziehungen angewiesen seien.
Anfang August hatten die Taliban vor dem Hintergrund des internationalen Truppenabzugs aus Afghanistan eine großangelegte Offensive gegen die Regierungstruppen gestartet, alle afghanischen Großstädte und Grenzübergänge unter ihre Kontrolle gebracht und das Ende des 20 Jahre währenden Krieges angekündigt.
In den letzten beiden Augustwochen wurden vom Flughafen in Kabul, der unter dem Schutz des US-Militärs stand, westliche Bürger und Ortskräfte evakuiert. In der Nacht zum 31. August verließ das US-Militär den Flughafen. Am 6. September gaben die Taliban bekannt, Pandschir, die letzte der 34 afghanischen Provinzen, eingenommen zu haben. Wenige Tage danach teilte die Gruppierung „Nationale Widerstandsfront“ (NRF), die gegen die Taliban kämpft, mit, 60 bis 65 Prozent der Fläche in der Provinz Pandschir zu kontrollieren.
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Inzwischen haben die Taliban die Zusammensetzung der Übergangsregierung Afghanistans bekannt gegeben. Sie wird von Muhammad Hassan Akhund geleitet, der während der ersten Herrschaft der Taliban als Außenminister tätig war und seit 2001 unter UN-Sanktionen steht. Mullah Muhammed Yakub wurde Verteidigungsminister, Amir Khan Mutaki wird das Außenministerium leiten und Mullah Sirajuddin Haqqani wurde Innenminister. Sie alle sind Mitglieder der Taliban-Bewegung und gehören ethnisch den paschtunischen Stammesverbänden Durrani und Ghilzai an.
* Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
**Terrororganisation, in Russland und Deutschland verboten.
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