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 - SNA, 1920
Afghanistan
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„NYT” entdeckt Video mit Opfer von US-Drohnenschlag in Kabul: „IS-Bombe” in der Tat nur Wasser?

© AP Photo / Khwaja Tawfiq SediqiDrohnenangriff (Afghanistan)
Drohnenangriff (Afghanistan) - SNA, 1920, 11.09.2021
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Bei einer Untersuchung der Zeitung „New York Times” sind Videobeweise entdeckt worden, die Zweifel an der Erklärung der USA über einen Drohnenangriff gegen ein mutmaßliches Ziel des Islamischen Staates* in Kabul Ende August aufkommen lassen. Bei der Attacke sollen demnach ein Afghane und sieben Kinder getötet worden sein.
Ende August flogen die USA in der afghanischen Hauptstadt Kabul mit einer Drohne einen Luftangriff auf ein „verdächtiges Fahrzeug“, mit dem ein Afghane, Zemari Ahmadi, unterwegs war. Bei der Attacke wurden zehn Menschen, darunter sieben Kinder, getötet.
Das Video zeigt Beweise, dass Ahmadi als Elektroingenieur für eine US-Nichtregierungsorganisation „Nutrition and Education International” arbeitete. Auf dem Video ist zu sehen, wie er in einem weißen Firmenwagen Toyota Corolla Essen an die Afghanen liefert, die durch den Krieg vertrieben wurden.
Die Untersuchung der Zeitung ergab, dass am 29. August Ahmadi sein Haus verließ, wo er mit seinen drei Brüdern und ihren Familien zusammenlebte, um seine Kollegen und den Laptop seines Chefs abzuholen. Das US-Militär vermutete damals, das Auto hätte einen geheimen Unterschlupf des Islamischen Staates verlassen.
Was das US-Militär als verdächtig bewertete, seien Ahmadis tägliche Aktivitäten gewesen, so der Bericht.

Die US-Vertreter könnten fälschlicherweise angenommen haben, dass Ahmadis Toyota Corolla Sprengstoff enthalten habe, der gegen die US-Truppen in Kabul eingesetzt werden sollte. Jedoch sei Ahmadi seinen beruflichen Aufgaben nachgegangen. Ahmadi habe seine Kollegen und Wasserbehälter vom Büro nach Hause gebracht, weil in seiner Nachbarschaft Wassermangel herrschte, heißt es weiter.
Während das US-Militär bisher nur drei zivile Opfer anerkannt hat, sagten die Verwandten von Ahmadi, dass bei dem Angriff zehn Mitglieder ihrer Familie, darunter sieben Kinder, getötet worden seien. In dem Bericht heißt es unter Verweis auf einen Verwandten, die Kinder hätten die Gewohnheit gehabt, Ahmadis Auto zu umzingeln, wenn er nach Hause gekommen sei.
„Alle waren unschuldig“, sagte Emal, Ahmadis Bruder. „Sie sagen, er war der IS, aber er arbeitete für die Amerikaner.“
Der Vorsitzende des gemeinsamen Oberkommandos der US-Streitkräfte Mark Milley sagte, die Verfahren seien korrekt befolgt worden und bezeichnete die Attacke als einen „gerechten Angriff“. Das Militär machte keine Angaben zu weiteren Opfern und verwies auf die Notwendigkeit, eine interne Bewertung abzuschließen.
Kurz vor dem Rückzug aus Afghanistan hatten die US-Truppen mit einer Drohne ein Kraftfahrzeug vernichtet, in dem sich nach US-Angaben Sprengstoff sowie eine Gruppe von Selbstmordattentätern befunden hätten. Ein Taliban**-Sprecher hatte den Drohnenangriff in Kabul als unrechtmäßig verurteilt.
Drohnenangriff (Afghanistan) - SNA, 1920, 03.09.2021
Afghanistan
Nach US-Drohnenangriff in Kabul: Betroffene Familie fordert Antworten
*Islamischer Staat (IS, auch Daesh) – Terrorvereinigung, in Deutschland und Russland verboten.
**Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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