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„Klare Abkehr von der autodominierten Verkehrspolitik“: Tausende bei IAA-Protesten in München

CC BY-SA 2.5 / Maximilian Dörrbecker / Wikimedia CommonsAmpelmännchen für Rot in der Reichenbachstraße in München, Bayern
Ampelmännchen für Rot in der Reichenbachstraße in München, Bayern - SNA, 1920, 11.09.2021
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Mehr als 20.000 Menschen haben am Samstag in München gegen die Automesse IAA Mobility demonstriert. Die Polizei war mit bis zu 4500 Beamten im Einsatz und hat inzwischen eine erste Bilanz gezogen.
Die Veranstalter gingen von 25.000 Teilnehmern bei einem Demonstrationszug und einer Fahrradsternfahrt aus, die sich am Samstagnachmittag auf der Theresienwiese trafen, wo normalerweise das Oktoberfest stattfindet. Den Veranstaltern zufolge beteiligten sich rund 5000 Personen an der Demonstration und 20.000 an der Sternfahrt. Die Polizei hatte zu Beginn des Demonstrationszuges die Beteiligung an ihm auf einen Wert im niedrigen Tausenderbereich geschätzt.
Ersten Informationen zufolge verliefen Demonstration und Sternfahrt weitgehend friedlich. Den Veranstaltern waren zunächst keine Vorkommnisse bekannt. Allerdings berichtete der Grünen-Landtagsabgeordnete Markus Büchler, der die Demonstration als „parlamentarischer Beobachter“ begleitet hatte, von mindestens einer „Schlagstockszene“, die er beobachtet habe. Zudem bestätigte er Aussagen des Aktionsbündnisses „Sand im Getriebe“, dass aus der Demonstration heraus zwei Bäume besetzt worden seien.
Von der Sternfahrt, die auf 16 Routen zur Theresienwiese geführt hatte, wurden zunächst keine Vorfälle bekannt. Die Polizei war mit bis zu 4500 Beamten im Einsatz.
Der Polizeisprecher Andreas Franken hat eine erste Bilanz der heutigen Demonstrationen gezogen. Gegenüber Medienvertretern zeigte er sich zufrieden mit dem Polizeieinsatz. Auf der Theresienwiese sei es zu keinerlei Störungen gekommen. Die einzige nennenswerte Störung habe es auf der Luisenstraße gegeben, weil Demonstrationsteilnehmer Bäume besetzt hätten, um dort Banner aufzuziehen. Die Einsatzkräfte hätten zweimal Pfefferspray eingesetzt, weil die Situation zunächst unklar gewesen sei. Hätte man gewusst, dass es nur um ein Banner geht, hätte sich die Polizei sofort zurückgezogen, erklärte Franken.
Zur Sternfahrt und der Demonstration hatte ein Bündnis eingeladen, zu dem unter anderem der ADFC, Attac, der BUND, die Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace und der Verkehrsclub Deutschland gehören. Sie fordern „eine klare Abkehr von der autodominierten Verkehrspolitik und Vorrang für den Fuß-, Rad- und Nahverkehr“. Die Demonstration sehen sie als Zeichen für eine Mobilitätswende.
CO2 - SNA, 1920, 12.08.2021
Deutsche Bahn: GDL-Streik schadet auch dem Klimaschutz
Die Aktivisten und Demonstranten kritisieren IAA und Autokonzerne. Unter anderem werfen sie ihnen vor, die Messe sorge nur für einen grünen Anstrich, und es werde zu wenig für den Klimaschutz getan.
Rund um die IAA gibt es seit Tagen Proteste und Aktionen von Kritikern. Am Freitag hatte es dabei auch Zusammenstöße zwischen Polizei und Hunderten Aktivisten gegeben, bei denen die Beamten Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzten. Am Dienstag und Freitag wurden zudem Autobahnen blockiert.
Unionskanzlerkandidat Armin Laschet zeigte auf dem CSU-Parteitag am Samstag in Nürnberg für die Proteste gegen die IAA kein Verständnis. „Das ist die grünste IAA, die es je gegeben hat“, sagte der CDU-Chef. Noch nie sei so viel von Klimaneutralität, Nachhaltigkeit und Umweltschutz die Rede gewesen. „Dass man dagegen noch demonstriert, Straßen blockiert und den Kampf gegen diese Industrie führt, zeigt: Manchen geht es nicht um Umweltschutz, sondern um Systemveränderung.“
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