Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Ex-EU-Ratspräsident Tusk: Nord Stream 2 ist Folge von Deutschlands „egoistischem Verhalten”

CC BY 2.0 / European People's Party / FlickrDer frühere Ministerpräsident von Polen, Donald Tusk
Der frühere Ministerpräsident von Polen, Donald Tusk - SNA, 1920, 10.09.2021
Abonnieren
Dem ehemaligen EU-Ratspräsidenten Donald Tusk zufolge ist Nord Stream 2 wegen des Egoismus Deutschlands fertiggebaut worden. Dies erklärte er gegenüber dem polnischen Sender TVN24 am Freitag.
Der Leiter der größten polnischen Oppositionspartei und der ehemalige EU-Ratspräsident, Donald Tusk, bezeichnete die Fertigstellung der Gaspipeline Nord Stream 2 als einen unverzeihlichen Fehler, der wegen Deutschlands Egoismus begangen worden sei.
„Ich habe das mehrmals gesagt, als EU-Ratspräsident und als Ministerpräsident - das ist ein Fehler, der zu unverzeihlichen Fehlern gehört, denn er führt zu sehr schwerwiegenden Folgen“, so Tusk. Laut Tusk wurde dieser Fehler durch egoistische Interessen Deutschlands verursacht. „Wenn Deutschland sich egoistisch in Europa verhält, sind die Folgen aufgrund der Größe der Wirtschaft und der Bedeutung Deutschlands größer. Hier gibt es keine Entschuldigung.“
„Angela Merkel hat in privaten Gesprächen sehr oft gesagt, dass dies sehr schlecht für die Europäische Union sei, dass sie die ursprüngliche Entscheidung nicht getroffen habe, sondern dass sie (diese Entscheidung – Anm. d. Red.) bereits so weit sei, dass sie nicht zurückgezogen werden könne.“
Der Ex-EU-Ratspräsident räumte ein, er bewerte die Entscheidung, die Gaspipeline zu bauen, als negativ. Dies widerspreche den Interessen der EU insgesamt, ganz zu schweigen von Polen oder der Ukraine, und das wisse auch jeder, so Tusk.
Die Fertigstellung von Nord Stream 2 - SNA, 1920, 10.09.2021
Gazprom: Nord Stream 2 ist fertig
Der russische Konzern Gazprom gab am Freitag die Fertigstellung der Gasleitung Nord Stream 2 bekannt. Durch Nord Stream 2 sollen künftig bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr nach Deutschland und in weitere EU-Länder fließen. Das Projekt mit einem geschätzten Wert von 9,5 Milliarden Euro wird von der Nord Stream 2 AG umgesetzt, deren einziger Aktionär der russische Staatskonzern Gazprom ist. Seine europäischen Partner – Royal Dutch Shell, OMV, Engie, Uniper und Wintershall – finanzieren das Projekt jeweils mit 950 Millionen Euro und decken somit die Hälfte der Kosten. Die USA stemmen sich gegen das Projekt, weil sie darin Konkurrenz für ihr Flüssigerdgas sehen, und haben Nord Stream 2 jahrelang mit Sanktionen bekämpft. Zu den Projektgegnern zählen auch einige europäische Staaten und das Transitland Ukraine.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала