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„Man muss Herrn Putin sagen, dass ...“: Baerbock unterrichtet Grundschüler über Russland und Nawalny

© CC0 / coyot / PixabaySchüler (Symbolbild)
Schüler (Symbolbild) - SNA, 1920, 10.09.2021
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Für ein Format des privaten TV-Senders Sat.1 hat sich Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock den Fragen von 16 Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland gestellt. Eine Frage befasste sich dabei unerwartet auch mit Russland und dem Kreml-Kritiker Alexej Nawalny. Baerbock wusste darauf sehr weitschweifig zu antworten.
Dass kleine Kinder schlaue Fragen stellen können - selbst oder von Erwachsenen vorgesprochen, hat sich in diesem „Kreuzverhör im Klassenzimmer“ wieder bestätigt. Da sitzen die Kinder an ihren Schulbänken, Baerbock auf einem Stuhl vor ihnen - und stellen ihr Fragen über Kanzlerschaft, CO2, Armin Laschet und Olaf Scholz. Oder auch über Russland.
Frau Baerbock, wenn Sie jetzt Kanzlerin werden würden, was wäre das Erste, was Sie umsetzen würden, fragte etwa ein blondes Mädchen die Grünen-Politikerin. „Als allererstes würde ich so ein Gesetz machen, das nenne ich dann das Klimaschutz-Sofort-Programm, das ist in der Politik so - man macht ganz viele Wörter aneinander - und dann klingt das ganz groß und toll“, antwortete Baerbock. Dann fragte sie ein Junge mit dem Namen Rahid, ob sie ihr Wahlprogramm in einem Satz zusammenfassen könnte. Baerbock antwortete mit leicht ironischer Note am Beginn: „So eine schwierige Frage habe ich von Journalisten noch nie bekommen. Für ein gutes Klima, für starke Kinder und für ein Europa, in dem alle gerne leben“. Es kamen Fragen zum Klimawandel, ihren Kinder und wie viel Zeit sie mit ihnen verbringt und - wovor sie am meisten Angst hat. „Dass meinen Kindern was Schlimmes passiert“, reagiert Baerbock ziemlich authentisch.
Doch dann stellt ein Junge seelenruhig die folgende Frage:
„Wie stehen Sie zum Thema Russland? Da besonders mit Nawalny.“
„Ganz schwieriges Thema. Ihr seid ja gut“, parierte Baerbock lächelnd, allerdings sichtlich überrascht.
„Was ist Nawalny?“, fragte ein weiterer Junge nach. Baerbock schien Gefallen an der ungewöhnlichen Fragerunde gefunden zu haben und erklärt:
„Nawalny ist jemand aus Russland, ein russischer Staatsbürger, der vor allen Dingen auch bei den Wahlen antreten wollte, und dann wurde er vergiftet. Und man geht ganz, ganz stark davon aus, dass das der russische Geheimdienst, so eine Spezialpolizei in Russland war. Und der Punkt ist, dass gerade der Präsident in Russland, Putin, der möchte einfach die ganze Zeit regieren.“
Das wäre aber „bei uns“ zum Beispiel nicht möglich, erklärte Baerbock weiter, weil „wir haben immer wieder Wahlen, wo neu gewählt wird und wo die Menschen sagen können, wer soll regiert werden“ (hier hat sich Baerbock offenbar versprochen - Anm. d. Red.). Und Putin - der habe ja schon Gesetze geändert, dass es einfacher sei, dass er wiedergewählt werde. „Und er will nicht, dass der Nawalny auch antritt mit seiner Partei, weil er Angst hat, dass er nicht wiedergewählt wird“, so die 40-Jährige weiter.
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Was würde sie aber zu Russland sagen?

„Zum einen gibt es zum Beispiel ganz viel Transport zwischen Russland und Deutschland, wir kriegen z.B. Gas und Öl, damit wir im Winter unsere Heizung anstellen. Das heißt, wie müssen mit ihnen sprechen.“ Man müsse mit Russland aber auch sprechen, weil viele Menschen, die in Deutschland leben würden, aus Russland kommen würden oder da Verwandte hätten.
„Deswegen müssen Deutschland und Russland im Gespräch sein.“
Jedoch finde Baerbock, dass man da „Herrn Putin dem Präsidenten sagen muss, so geht das nicht“. Also begrüße sie deshalb Sanktionen. Die Sanktionen finde Baerbock „zur Zeit sehr, sehr richtig.“ Und würde das auch weiter so machen, „bis die Regierung mit ihren Menschen wieder so umgeht, wie sie umgehen sollte“.
„Und dann haben sie noch ein anderes Land besetzt“, betonte Baerbock, „die Ukraine“. Sie würde also an den Sanktionen festhalten, bis Russland aus der Ukraine seine Soldaten abgezogen habe.
„Ihr seht schon“, es sei „sehr kompliziert“, legte Baerbock nach. Die Kinder nickten.
Ähnliche Fragen sollen die Kinder auch Armin Laschet und Olaf Scholz stellen können, verspricht Sat.1 auf der Webseite.
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