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Afghanistan
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Diplomatische Beziehungen? Israel zeigt feindlich gesinnten Taliban die kalte Schulter – Experte

© SNA / Alexej Kudenko / Zur BilddatenbankIsraelische Flagge (Archiv)
Israelische Flagge (Archiv) - SNA, 1920, 09.09.2021
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Nach der Machtübernahme der Taliban* in Afghanistan streben die Radikalislamisten nun nach internationaler Anerkennung. Beziehungen zu Israel scheinen aber für sie nicht von Interesse zu sein – genauso wenig ist Israel daran gelegen, wie SNA aus einem Interview mit einem ehemaligen israelischen Regierungsberater erfuhr.
Ein Vertreter der radikal-islamistischen Organisation kündigte bereits an, die Taliban seien bereit, diplomatische Beziehungen zu allen Staaten außer Israel zu unterhalten:
„Was Israel angeht, wollen wir keine diplomatischen Beziehungen mit ihnen haben. Wir beabsichtigen, Beziehungen zu anderen Staaten aufzubauen, Israel gehört aber nicht dazu.“
In Israel hingegen zeigte man sich über die Position der Taliban nicht sonderlich besorgt, da das Land nicht vorhat, mit der als feindlich sowie terroristisch geltenden Bewegung einen direkten Dialog zu führen. Hinzu kommt, dass Afghanistan zu weit von Israel entfernt sei und nicht in dessen geopolitischem Interesse liege, verriet der israelische militärpolitische Kolumnist und Ex-Berater des israelischen Ministers für Innere Sicherheit Alex Wechsler gegenüber SNA.

„Israel hat heute keine Kontakte zu den Taliban und ebenso wenig Interesse an deren Herstellung. Israel wird dies nicht tun, denn für uns sind die Taliban ein Feind, genauso wie diese Bewegung ein Feind Russlands ist, mit dem einzigen Unterschied, dass die Taliban geografisch weit von uns entfernt sind. Momentan stellen die Taliban eine geringere Bedrohung für Israel dar als beispielsweise der Iran. Aber allgemein politisch ist klar, dass die Taliban ein Feind für die ganze vernünftige Menschheit und freie Welt sind. Deshalb sind die Taliban auch unsere Gegner."

Wenn sie Israel jedoch schaden wollten, werde Israel die Gelegenheit nutzen, um zu reagieren und Präventivmaßnahmen zu ergreifen. Das lasse sich aber langfristig vorhersagen, so Wechsler. Heute seien die Taliban für die Russische Föderation und die Nachbarrepubliken Zentralasiens viel gefährlicher als für Israel.

Taliban neue Stütze für Hamas?

Ferner merkte Wechsler an, dass es zu indirekten Kontakten zwischen Israel und den Taliban angesichts der Intensivierung der Beziehungen zwischen den Taliban und der Hamas kommen könnte. Israel erwarte, so der Militärexperte, dass die Taliban bald Hamas-Vertreter mit Waffen beliefern würden:
„Nicht auszuschließen ist, dass wir sehr bald nahe unserer Grenzen einen Teil der Waffen erhalten, die den Taliban in die Hände fielen, nachdem die USA Afghanistan verlassen haben. Diese Waffen könnten sehr schnell in der Nähe unserer Grenzen bei der Hamas-Bewegung landen. Die Taliban verfügen jetzt über eine riesige Menge an Waffen, die sie nicht anhäufen und auf ihrem Territorium platzieren können“, erklärte Wechsler.
Daher könnten sie die Waffen verkaufen oder als Militärhilfe an ihre Unterstützer und Verbündeten in den radikal-islamischen Bewegungen und Regimen schicken.
„Es wird den Taliban eine Freude sein, vor allem, wenn man damit Geld verdienen kann. Daher können wir davon ausgehen, dass unser erster indirekter Kontakt dann stattfinden wird, wenn die Taliban-Waffen irgendwo bei uns sind“, versicherte er.
Israel habe, so Wechsler weiter, bereits ähnliche Erfahrungen gemacht. Nach dem Sturz von Muammar al-Gaddafi in Libyen seien libysche Waffen sehr schnell auf der Sinai-Halbinsel und in Gaza gelandet. Daher sei es wahrscheinlich, dass Israel bald damit konfrontiert werde, dass die Hamas oder der Islamische Dschihad Waffen von den Taliban erhalte, die sich nicht nur „eine Nicht-Freundschaft“ mit Israel, sondern womöglich auch die Zerstörung des Landes zum Ziel setzen.
Antony Blinken und Heiko Maas auf der US- Luftwaffenbasis im rheinland-pfälzischen Ramstein - SNA, 1920, 09.09.2021
Afghanistan
Deutschland und USA: Taliban müssen sich „internationale Legitimität“ durch Taten verdienen
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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