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An 3518 Morden beteiligt: 100-jähriger ehemaliger KZ-Wächter kommt vor Gericht

© AP Photo / Markus SchreiberMenschen stehen hinter dem Tor mit der Aufschrift "Arbeit macht frei" im NS-Todeslager Sachsenhausen (Symbolbild)
Menschen stehen hinter dem Tor mit der Aufschrift Arbeit macht frei im NS-Todeslager Sachsenhausen (Symbolbild) - SNA, 1920, 09.09.2021
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Vor dem Landgericht Neuruppin wird ab dem 7. Oktober einem ehemaligen KZ-Wachmann der Prozess gemacht. Der inzwischen 100-Jährige muss sich wegen Beteiligung an insgesamt 3518 Mordfällen verantworten. Der Mann ist laut Gutachten nur eingeschränkt verhandlungsfähig.
Im Krieg war der Angeklagte im Konzentrationslager Sachsenhausen nahe Berlin tätig, in dem zehntausende Menschen ermordet wurden, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Donnerstag berichtet. Laut Anklage soll der Mann zwischen 1942 und 1945 wissentlich und willentlich Hilfe zur grausamen Ermordung von Lagerinsassen geleistet haben.
Da der Beschuldigte nur eingeschränkt verhandlungsfähig sei, könne er jeweils nur wenige Stunden an der Verhandlung teilnehmen, zitiert das Blatt eine Gerichtssprecherin. Deshalb habe das Gericht insgesamt 22 Verhandlungstage bis in den Januar hinein terminiert.
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Die eingeschränkte Verhandlungsfähigkeit des Ex-KZ-Mitarbeiters sei durch ein Gutachten bestätigt worden. Im KZ Sachsenhausen waren dem Bericht zufolge zwischen 1936 und 1945 zehntausende Häftlinge durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit, medizinische Versuche und Misshandlungen ums Leben gekommen.
Im Frühjahr hatte das Landgericht Wuppertal die Eröffnung des Prozesses gegen einen mutmaßlichen ehemaligen SS-Wachmann des KZ Stutthof abgelehnt. Zur Begründung hieß es, dass der 96-Jährige laut ärztlichem Gutachten dauerhaft verhandlungsunfähig sei.
Dem Hochbetagten war ebenfalls Beihilfe zum Mord in mehreren hundert Fällen vorgeworfen worden. Er soll von Juni 1944 bis Mai 1945 als Heranwachsender einem SS-Totenkopf-Wachbataillon zugeteilt gewesen sein, welches das deutsche Konzentrationslager Stutthof östlich von Danzig bewacht habe. Dort soll es gezielte Tötungsaktionen mittels Gaskammer und Giftgas, aber auch durch Erschießungen gegeben haben.
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