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WHO-Chef greift Pharmaindustrie wegen mangelnder Impfgerechtigkeit an

© SNA / Ekaterina Schtukina / Zur BilddatenbankTedros Adhanom Ghebreyesus
Tedros Adhanom Ghebreyesus - SNA, 1920, 08.09.2021
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Reiche Länder sind zum Großteil schon recht weit mit ihren Impfkampagnen gegen Covid-19 – arme dagegen gar nicht. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation Tedros Adhanom Ghebreyesus hat in diesem Zusammenhang die Prioritäten von Pharmaherstellern bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen kritisiert.
„Ich war entsetzt, als ich das gelesen habe“, sagte er in Bezug auf eine Mitteilung des internationalen Branchenverbandes IFPMA, wonach reiche Staaten jetzt über so viele Impfdosen verfügen, dass sie Dosen an ärmere Staaten abgeben könnten, ohne ihre eigenen Impfkampagnen einzuschränken.
Es sei schon seit langem genug Impfstoff für reiche und arme Länder da.
Laut WHO sind bislang 80 Prozent aller weltweiten Corona-Impfungen in Ländern mit hohen und mittleren Einkommen erfolgt. Noch kein einziges armes Land hat eine Impfrate von zehn Prozent erreicht.
„Wir haben Gleichbehandlung von Beginn an eingefordert – nicht erst, wenn die reichsten Länder versorgt sind“, sagte Tedros bei einer Pressekonferenz. „Solange die Firmen und Länder, die das globale Angebot kontrollieren, denken, dass sich die Armen der Welt mit Überresten zufrieden geben sollen, werde ich nicht schweigen.“
Test auf Coronavirus (Symbolbild) - SNA, 1920, 08.09.2021
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