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Immobilienkrise in Neuseeland: Junge Menschen suchen mit Dating-App Tinder „Hypothek-Partner“

© AFP 2021 / DENIS CHARLETTinder App
Tinder App - SNA, 1920, 07.09.2021
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In Neuseeland haben junge Leute eine eher ungewöhnliche Anwendung für Tinder gefunden: Sie nutzen die Dating-App nämlich mit dem Ziel, einen „Hypothek-Partner“ zu finden. Laut der britischen Zeitung „The Guardian“ können sie sich aufgrund der hohen Immobilienpreise keinen Eigenheimkredit leisten.
Die Neuseeländer hätten sich diese Methode vor dem Hintergrund der Immobilienkrise im Land ausgedacht. Der lokalen Zeitschrift „Stuff“ zufolge ist die Zahl der App-Nutzer, die einen Partner für den Kauf eines Eigenheims suchen, seit Juni 2020 um das 2,6-fache gestiegen.
„Die Bank hat mir gesagt, ich brauche einen Partner, um ein Haus zu kaufen.“ „Ich möchte nur jemanden finden, mit dem ich ein Haus kaufen kann, nichts Ernstes.“ „Anscheinend ist es einfacher, ein Haus mit jemand anderem zu kaufen. (Ich bin – Anm. d. Red.) ein echter Outdoor-Typ, der sich niederlassen möchte“, heißt es in den Tinder-Anzeigen.
Nach Angaben der Organisation CoreLogic sind die durchschnittlichen Wohnkosten seit 2020 um 22 Prozent auf 906.500 neuseeländische Dollar (ca. 544.000 Euro) gestiegen. Von der überwiegenden Mehrheit der Eigenheimkäufer verlangen die Banken eine Anzahlung von 20 Prozent.
Für jene, die nicht vom generationenübergreifenden Reichtum profitieren, ist das eine enorme Summe – nämlich mehr als das 3,2-fache des durchschnittlichen Jahreslohns Neuseelands. Da die Immobilienpreise so schnell steigen, können selbst diejenigen, die derzeit über ausreichend Eigenkapital verfügen, bald diese Möglichkeit verlieren. Eine Anzahlung in Höhe von 20 Prozent würde in diesem Jahr im Durchschnitt um 33.662 US-Dollar (ca. 28.400 Euro) mehr betragen als im Vorjahr.
Zurzeit zählt der Kauf eines Eigenheims zu den Hauptproblemen in Neuseeland. Diese Frage beschäftigt die Neuseeländer sogar mehr als die Corona-Pandemie, Kriminalität und die steigenden Lebensmittelpreise. Der Immobilienmarkt des Landes gilt als einer der am wenigsten erschwinglichen der Welt. Die Krise in der Branche hatte vor mehr als zehn Jahren begonnen, doch im Jahr 2021 verschärfte sich die Situation aufgrund der Baustoffknappheit und der allgemeinen Wirtschaftslage während der Pandemie.
Gebäude (Symbolbild) - SNA, 1920, 19.08.2021
Studie: Anstieg bei Immobilienpreisen flacht ab – Mieten ziehen an
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