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 - SNA, 1920
Afghanistan
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Soldatinnen und Soldaten müssen geehrt werden – Wehrbeauftragte zum Evakuierungseinsatz in Kabul

Bundeswehr-Soldaten (Archivbild) - SNA, 1920, 06.09.2021
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Nach dem Ende des Afghanistan-Evakuierungseinsatzes der Bundeswehr hat die Wehrbeauftragte des Bundestages Eva Högl die „Höchstleistung“ der Soldatinnen und Soldaten gelobt und sich in diesem Zusammenhang für die Würdigung der deutschen Heimkehrer ausgesprochen. Dazu äußerte sie sich im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Im Interview mit dem Redaktionsdienst der Madsack-Verlagsgruppe kamen unter anderem solche Themen wie Evakuierungseinsatz aus Taschkent nach Wunstorf, Aufarbeitung der Afghanistan-Erfahrungen der Soldaten und Kritik an der Bundesregierung für „mangelnde Strategiefähigkeit“ beim Einsatz zur Sprache.
Einen besonderen Platz räumte Högl im Gespräch einer in Aussicht gestellten Ehrung der am Evakuierungseinsatz in Kabul beteiligten Bundeswehr-Soldaten ein:
„Die Soldatinnen und Soldaten müssen auf jeden Fall geehrt werden“, betonte die SPD-Politikerin gegenüber dem Redaktionsnetzwerk.
Sie habe sich bei Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) für eine persönliche Ehrung der Soldaten eingesetzt – „etwa durch ein Ehrenkreuz oder eine Einsatzmedaille“.
„Wir können sehr stolz sein auf das, was da geleistet wurde“, sagte Högl mit Blick auf den dramatischen Rettungseinsatz, bei dem Ausländer und afghanische Ortskräfte nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban* Mitte August aus Kabul ausgeflogen wurden. Die Bundeswehr habe mit ihren Flugzeugen mehr als 5000 Menschen gerettet. „Das ist eine Höchstleistung.“
Die Soldatinnen und Soldaten haben laut der Wehrbeauftragten in den vergangenen fast 20 Jahren in Afghanistan „alles gegeben. Sie tragen an dem, was nicht funktioniert hat, keine Schuld.“

Bundeswehr-Beitrag zur Evakuierung in Afghanistan

Mit ihren Transportflugzeugen vom Typ A400M hatte die Bundeswehr im Verlauf des knapp zweiwöchigen Einsatzes laut Verteidigungsministerium mit 37 Flügen mehr als 5300 Menschen in Sicherheit gebracht. Darunter waren rund 500 deutsche Staatsbürger, etwa 4000 Afghaninnen und Afghanen und weitere Menschen aus insgesamt 45 Nationen.
Högl betonte, dass der Einsatz die Notwendigkeit des zuletzt wegen rechtsextremistischer Vorfälle in Verruf geratenen KSK unterstrichen habe. „Ich bin sehr froh, dass wir das KSK haben“, sagte sie. Bei dem Evakuierungseinsatz hätten viele gemerkt, wie wichtig die Einheit sei. „Die Fähigkeiten, die diese Frauen und Männer besitzen, brauchen wir“. Es sei gut, dass das jetzt alle gesehen hätten. „Das hat den Verband moralisch gestärkt“.

Großer Zapfenstreich steht auch noch bevor

Nachdem sich Mitte Juli der Bundeswehrverband an die Bundeskanzlerin und den Bundestagspräsidenten mit dem Appell gewendet hatte, die Afghanistan-Rückkehrer in gebührender Weise für ihren Afghanistan-Einsatz zu würdigen, war aus Regierungskreisen von einem für den 31. August geplanten sogenannten Großen Zapfenstreich die Rede.
Die Debatte um die angemessene Ehrung der deutschen Afghanistan-Heimkehrer wurde ausgelöst, als bekannt wurde, dass sie zunächst weder von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer noch von einem anderen Bundes- oder Landespolitiker auf dem Rollfeld in Wunstorf empfangen wurden. (Nicht zu verwechseln mit dem Empfang des Evakuierungskommandos der Bundeswehr in Wunstorf durch die Bundesverteidigungsministerin am 27. August – Anm. d. Red.)
Eigentlich hätte es Ende August in Berlin ein Gedenken am Ehrenmal der Bundeswehr, gefolgt von einem Appell im Bendlerblock, einen Empfang von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und daraufhin einen Großen Zapfenstreich auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude geben sollen.
Nachdem die radikal-islamistischen Taliban nach der Beendigung der langjährigen US-Mission am 15. August innerhalb von mehreren Stunden die volle Kontrolle über Kabul etabliert hatten, setzten viele Staaten, darunter auch Deutschland, alle Hebel in Bewegung, um Menschen aus dem eingenommenen Afghanistan im Rahmen der Evakuierungsmaßnahmen möglichst zügig auszufliegen. Vor diesem Hintergrund wurde der geplante Große Zapfenstreich vorübergehend verschoben und bislang noch nicht abgehalten.
Soldaten der Bundeswehr gehen am 30. Juni 2021 mit der Truppenflagge einer Airbus A400M-Fracht auf dem Militärflugplatz in Wunstorf, Norddeutschland, aus. Symbolfoto - SNA, 1920, 16.08.2021
Kein richtiger Zeitpunkt: Großer Zapfenstreich zu Afghanistan soll verschoben werden - BMVg
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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