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Afghanistan
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Schwangere afghanische Polizistin brutal getötet – Familienmitglieder geben Taliban die Schuld

© AP Photo / Rahmat GulEin Taliban-Kämpfer
Ein Taliban-Kämpfer - SNA, 1920, 06.09.2021
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In der Hauptstadt der afghanischen Provinz Ghor sollen Taliban*-Kämpfer die Polizistin namens Banu Negar vor den Augen ihres Mannes und ihrer Kinder ermordet haben. Die Taliban weisen den Vorwurf entschieden zurück. Darüber berichtete der Nachrichtensender BBC News.
Die Frau arbeitete in einem örtlichen Gefängnis und war im achten Monat schwanger. Augenzeugen zufolge drangen am Nachmittag des 4. September bewaffnete Männer in das Haus der Frau ein. Sie durchsuchten die Wohnung und fesselten die Familienangehörigen von Negar. Laut einem Zeugen sprachen die Eindringlinge Arabisch.
Als Beweismaterial zeigte die Familie Reportern Bilder, auf denen Blut und eine Leiche mit stark entstelltem Gesicht zu sehen waren.
Genaue Details des Vorfalls sind bisher unklar. Viele Menschen in Firozkoh wollten sich nicht zu Wort melden, denn sie befürchteten Vergeltung durch die Taliban. BBC News berichtet jedoch von drei weiteren Quellen, die bestätigten, die Taliban hätten Negar am Samstag vor den Augen ihres Mannes und ihrer Kinder geschlagen und erschossen.
Auf Anfrage vom Sender erklärten die Taliban, an dem Vorfall nicht beteiligt gewesen zu sein. Der Vertreter der Organisation, Zabihullah Mujahid, betonte, dass die Behörden bereits von dem Vorfall wissen und Ermittlungen laufen. Seiner Meinung nach könnte der Mord an Negar vor dem Hintergrund „persönlicher Feindschaft“ begangen worden sein.

Frauenrechte unter den Taliban

Seit der Machtübernahme in Afghanistan am 15. August versuchen die Taliban, sich toleranter als zuvor darzustellen, dennoch wird in Teilen Afghanistans immer noch über Vorfälle von Brutalität und Repression berichtet.
Menschenrechtsgruppen haben mittlerweile Rachemorde, Inhaftierungen und die Verfolgung religiöser Minderheiten dokumentiert. Die Taliban wiederum haben offiziell erklärt, sie würden keine Vergeltung an denjenigen üben, die für die ehemalige Regierung gearbeitet haben.
Derzeit ist weitgehend unklar, ob Frauen in Afghanistan mit der Machtübernahme der Taliban ihre Berufe weiter ausüben dürfen. So wurde beispielsweise Medienberichten zufolge einigen Journalistinnen der Zugang zu ihrem Arbeitsplatz verwehrt. Viele andere konnten ihre Arbeit jedoch fortsetzen.
Ende August hatten die Taliban die im öffentlichen Gesundheitssektor beschäftigten Afghaninnen aufgerufen, ihre Arbeit wieder aufzunehmen.
Am Samstag lösten Taliban-Beamte eine Demonstration von Dutzenden Frauen in Kabul auf, die den Fortbestand ihrer Rechte forderten, die seit dem Ende der vorherigen Amtszeit der Taliban eingeführt worden waren.
Die Demonstranten bestätigten, die Gewalt habe begonnen, nachdem die Taliban-Truppen sie daran gehindert hätten, zum Präsidentenpalast zu marschieren. Ihnen zufolge setzten die Taliban Tränengas ein, um weitere Proteste zu verhindern.
Unterdessen sollen die Kämpfe im Panjschir-Tal nördlich von Kabul fortgesetzt werden. Die Provinz ist der einzige Teil Afghanistans, der sich aktiv der Taliban-Herrschaft widersetzt. Der Anführer der Nationalen Widerstandsfront (NRF) gegen die Taliban, Ahmad Massoud, zeigte sich am Sonntag zu Verhandlungen bereit, um die Kämpfe mit den militanten Islamisten zu beenden.
NRF teilte mit, ihr Sprecher Fahim Dashti und ein Kommandant, General Abdul Wudod Zara, seien getötet worden. Aber auch ein prominenter Taliban-General und 13 Leibwächter seien bei dem Konflikt ums Leben gekommen.
Taliban-Kämpfer - SNA, 1920, 06.09.2021
Afghanistan
Taliban wollen Provinz Pandschir eingenommen haben
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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