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Baerbock am häufigsten Ziel von Desinformation – Studie

© REUTERS / KAY NIETFELDAnnalena Baerbock
Annalena Baerbock - SNA, 1920, 06.09.2021
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Fast drei Viertel aller Falschmeldungen in den sozialen Netzwerken und Medien über die Spitzenkandidaten der Bundestagswahl betreffen nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Avaaz die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock. 56 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben laut einer Avaaz-Studie mindestens eine Falschmeldung über Baerbock gesehen.
Mit dem Ziel, Desinformation in sozialen und traditionellen Medien zu analysieren, hat Avaaz 800 Faktenchecks von AFP, DPA und Correctiv zwischen Januar und Ende August 2021 untersucht. 85 von ihnen zielten auf insgesamt 30 deutsche Politiker.
In Bezug auf die KanzlerkandidatInnen wurde festgestellt, dass die Grünen-Spitzenpolitikerin Annalena Baerbock am öftesten Ziel von Falschmeldungen war. Unter den drei Bewerbern für das Kanzleramt wurden 71 Prozent der Desinformations-Narrative auf Baerbock gerichtet. Auf Platz zwei landete der CDU-Kandidat Armin Laschet mit 29 Prozent – zum SPD-Spitzenkandidaten Olaf Scholz gab es dagegenkeinen Treffer.
Wenn man die Top-10 PolitikerInnen betrachtet, die im Jahr 2021 am häufigsten Ziel von falschen oder irreführenden Informationen wurden, betreffen 25 Prozent Annalena Baerbock. Sie liegt damit der Studie zufolge mit großem Abstand auf Platz 1. Ihr folgt Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 13 Prozent der gegen sie gerichteten Falschmeldungen und Armin Laschet und Markus Söder mit jeweils zehn Prozent.

Traditionelle Medien als Verbreiter von Desinformation

Obwohl von sozialen Netzwerken öfter erwartet wird, Verbreiter von Falschinformationen zu sein, nannte Avaaz das Fernsehen und Mainstream-Medien als die zwei wichtigsten Kanäle für Falschnachrichten. Auf Platz drei folgt Facebook. Insgesamt haben den Angaben zufolge 56 Prozent der Erwachsenen über diese Kanäle mindestens eine Falschnachricht über Annalena Baerbock gesehen, so Avaaz.
Der Ursprung von Falschnachrichten ist aber am häufigsten in den sozialen Medien zu suchen. Die Forscher verweisen auf mehrere Fälle, in denen traditionelle Medien ein Facebook-Posting als Source nutzen, ohne die Fakten zu prüfen. Selbst wenn klargestellt wurde, dass die Information falsch ist, werden die Desinformations-Narrative weitergeleitet.
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Auch Facebook steht im Kreuzfeuer der Kritik

Die Studie habe zudem gezeigt, dass Facebook trotz seines Versprechens, die Bundestagswahl zur „Top Priority“ zu machen, weiterhin erhebliche Probleme beim Kennzeichnen von Falschnachrichten habe, so Avaaz. Mehr als 50 Prozent der Facebook-Postings mit Falschnachrichten über Annalena Baerbock seien nämlich „ohne Warnhinweise online ersichtlich“. Kampagnendirektor Christoph Schott beschwerte sich, „dieses altbekannte Problem“ sei noch immer so weit verbreitet, und das rücke Facebook in ein schlechtes Licht.

Vorsichtig mit Medienberichten umgehen

„Diese Untersuchungsergebnisse zeigen deutlich: Desinformation hat auch in Deutschland die Massen erreicht und das Potential, eine Gefahr für die Bundestagswahlen darzustellen.“

In den letzten Wochen vor der Bundestagswahl riefen die Avaaz-Forscher zu einem „verantwortungsvollen Umgang mit der Berichterstattung im Fernsehen und in den Mainstream-Medien über Desinformations-Narrative“ auf.
„Wir müssen uns jetzt alle fragen: Spielen wir geraden den Verbreitern von Falschnachrichten in die Hände, indem wir ihnen helfen, ihre Lügen aus Facebook-Gruppen und Telegram-Chats auf die Fernsehbildschirme und Handydisplays von Millionen von deutschen WählerInnen zu bringen?“, resümierte Kampagnendirektor Christoph Schott.
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