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 - SNA, 1920
Afghanistan
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Taliban wollen Provinz Pandschir eingenommen haben

© REUTERS / STRINGERTaliban-Kämpfer
Taliban-Kämpfer - SNA, 1920, 06.09.2021
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Die militant-islamistische Bewegung Taliban* hat nach eigenen Angaben auch die Provinz Pandschir vollständig unter ihre Kontrolle gebracht.
„Die letzte Hochburg der feindlichen Söldner, die Provinz Pandschir, ist vollständig erobert“, twitterte der Taliban-Sprecher, Zabihullah Mujahid. „Die jüngsten Bemühungen zur Gewährleistung der umfassenden Sicherheit im Lande waren ebenfalls erfolgreich, und die Provinz Pandschir ist vollständig unter die Kontrolle des Islamischen Emirats (so bezeichnen die Taliban ihr politisches System – Anm. d. Red.) gebracht worden“, heißt es in der Mitteilung.
Einige Aufständische hätten bei den Kämpfen eine Niederlage erlitten, während andere geflohen seien, hieß es weiter. Die Taliban versprachen den Einwohnern von Pandschir, die Bevölkerung der Provinz nicht zu unterdrücken. Auf Bildern in sozialen Medien sind Taliban-Kämpfer vor dem Tor des Dienstsitzes des Gouverneurs der Provinz zu sehen.
Anfang August hatten die Taliban vor dem Hintergrund des internationalen Truppenabzugs aus Afghanistan eine großangelegte Offensive gegen die Regierungstruppen gestartet. Am 15. August drangen die Taliban in Kabul ein und übernahmen die Kontrolle über den Präsidentenpalast. Die einzige von der Taliban nicht kontrollierte Provinz war Pandschir, nordöstlich der Hauptstadt.
Widerstandskämpfer in der afghanischen Provinz Pandschir - SNA, 1920, 05.09.2021
Afghanistan
Afghanischer Widerstandsführer bereit zu Verhandlungen – vorausgesetzt Taliban verlassen Pandschir

Widersprüchliche Berichte

Zuvor hatte Taliban-Sprecher Bilal Karimi erklärt, die Region sei unter die Kontrolle der Bewegung gebracht worden. Eine Quelle von SNA in den Polizeikreisen in Kabul teilte mit, dass der afghanische Vizepräsident Amrullah Saleh und der Anführer der Widerstandskämpfer, Ahmad Massoud, die Provinz verlassen haben sollen. Später dementierte Saleh diese Berichte. Der Widerstandskampf werde fortgesetzt, er habe das Land nicht verlassen und sei in Pandschir geblieben.
Der Anführer der Nationalen Widerstandsfront (NRF) gegen die Taliban, Ahmad Massoud, zeigte sich am Sonntag zu Verhandlungen bereit, um die Kämpfe mit den militanten Islamisten zu beenden. Die NRF sei bereit für ein sofortiges Ende des Krieges, falls die Taliban ihre Angriffe in Pandschir beenden, schrieb er auf Facebook. Die NRF sei bestrebt, Konflikte mit den Taliban friedlich beizulegen. Man strebe eine politische Einigung an, bei der alle sozialen Gruppen vertreten seien.
Widerstandskämpfer in der afghanischen Provinz Pandschir - SNA, 1920, 05.09.2021
Afghanistan
Afghanischer Widerstandsführer bereit zu Verhandlungen – vorausgesetzt Taliban verlassen Pandschir
Viele Angaben der beiden Seiten sind widersprüchlich und können nicht unabhängig überprüft werden. Die italienische Hilfsorganisation "Emergency", die ein Krankenhaus und eine Geburtenstation im Tal betreibt, teilte auf Twitter mit, dass die Islamisten in der Nacht zum Samstag das Dorf Anabah erreicht hätten, das rund 30 Minuten von der Provinzhauptstadt Basarak entfernt ist.
Die Islamisten erklärten am Sonntag, sechs der sieben Bezirke von Pandschir seien bereits unter ihrer Kontrolle. Vertreter der Widerstandskämpfer gaben dagegen am Sonntag an, der Bezirk Parjan am Talende sei vollständig von Taliban-Kämpfern befreit worden. Am Eingang zum Tal sollen die Taliban-Kämpfer nach einer Sprengung in den Bergen eingekesselt worden sein. Rund 1000 Angreifer seien getötet oder gefangen genommen worden. Der aus der Provinz stammende Parlamentarier, Sal Mohammed Salmai Noori, sagte, es gebe Gefechte in Parjan und in Schutul – einem Bezirk, der am Talanfang liegt. Alles dazwischen sei unter Kontrolle des Widerstands.
* Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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