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Es geht „ums pure Überleben“: DGB-Chef wirft GDL partikulare Interessen im Bahnstreik vor

© AFP 2021 / Peter EndigReiner Hoffmann (Archivbild)
Reiner Hoffmann (Archivbild) - SNA, 1920, 04.09.2021
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In einem Gespräch mit der „Rheinischen Post“ am Samstag hat der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Reiner Hoffmann das Handeln der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im Streit mit der Deutschen Bahn (DB) getadelt und den Verband zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert.
Hoffmann findet, die Differenzen zwischen der Gewerkschaft und der Bahn seien nicht sehr groß. Deshalb sollte der GDL-Chef Claus Weselsky an den Verhandlungstisch zurückkehren. Im Streit gegen die Bahn warf Hoffmann der GDL vor, die nach seiner eigenen Organisation DGB zum zweitgrößten Gewerkschaftsdachverband DBB Beamtenbund gehört, „dass hier eine Berufsgruppe wie die Lokführer ihre partikularen Interessen gegen das Gesamtinteresse aller anderen Bahn-Beschäftigten durchsetzt“.
„Die Beschäftigtengruppen in einem Unternehmen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, sagte der DGB-Chef.
Hauptquartier der Deutschen Bahn - SNA, 1920, 01.09.2021
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Der DGB-Chef unterstellte Weselsky auch, dass es ihm im Bahnstreik „im Kern“ darum gehe, mehr Mitglieder für seine Gewerkschaft zu gewinnen, um diese zu erhalten und ihren Einflussbereich zu vergrößern. Laut Hoffmann ist die GDL nur in 16 der insgesamt über 300 Bahnbetriebe in der Lage, Tarifverträge auszuhandeln, für alle anderen sei die größere DGB-Verkehrsgewerkschaft EVG zuständig. Es liege daher an den beiden Gewerkschaften, gemeinsam einen Tarifvertrag mit der Bahn abzuschließen.
„Bei Herrn Weselsky und der GDL geht es ums pure Überleben“, so Hoffmann.

Dritte Streikrunde der GDL

Wegen den gescheiterten Tarifverhandlungen streiken die Lokführer aus der GDL bereits das dritte Mal seit Anfang August. Aufgrund einer potenziellen Spaltung der Gewerkschafter in erste und zweite Klasse lehnte die GDL am Mittwoch ein verbessertes Tarifangebot der Deutschen Bahn ab, das sich nur auf das Fahrpersonal beziehen sollte. Einem Gewerkschafter zufolge wolle die DB einem Teil der GDL-Mitglieder ihre verfassungsgemäßen Rechte entziehen.
GDL-Chef Claus Weselsky - SNA, 1920, 11.08.2021
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Nach einem Sieg vor Gericht hat die GDL vorerst vor, den Streik bis zum geplanten Ende am kommenden Dienstag um 2.00 Uhr fortzusetzen. Am Donnerstag wies das Arbeitsgericht Frankfurt eine Einstweilige Verfügung zurück, mit der die Bahn den Arbeitskampf stoppen wollte. Am nächsten Tag lehnte das Hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt in zweiter Instanz die Berufung der DB gegen das Urteil ab und schloss somit weitere Revisionen in dem Eilverfahren aus.
Das ist bereits die dritte Streikrunde der Gewerkschaft. Diese betrifft sowohl Personennahverkehr als auch Güterverkehr.
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