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Afghanistan
Aktuelle Nachrichten aus Afghanistan

Bericht: Taliban melden Einnahme von Gouverneursbüro in Pandschir – Widerstandskräfte dementieren

© REUTERS / Aamaj News AgencyWiderstandskämpfer in der afghanischen Provinz Pandschir
Widerstandskämpfer in der afghanischen Provinz Pandschir - SNA, 1920, 04.09.2021
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Die Taliban-Bewegung* will das Büro des Gouverneurs der Provinz Pandschir bei Zusammenstößen mit Widerstandskräften eingenommen haben, berichtet die Zeitung „The Times of India“.
„Nach unbestätigten Angaben sind die Taliban-Kräfte in Bazarak, die Hauptstadt der Provinz Pnadschir, einmarschiert und haben das Büro des Provinzgouverneurs gestürmt“, so die Zeitung.
Inzwischen hat die in der Provinz Pandschir agierende Nationale Widerstandsfront Afghanistans erklärt, dass die Kämpfer der Taliban-Bewegung den Darband-Berg an der Grenze zwischen den Provinzen Kapisa und Pandschir erreicht hätten, jedoch zurückgeworfen worden seien.
„Die Verteidigung des Bollwerks von Afghanistan ist unumstößlich“, schrieb der Sprecher der Front, Fahim Dashti, auf Twitter.
Dashti berichtete über die Vernichtung von Hunderten Taliban-Kräften. „Seit dem Morgen sind rund 600 Taliban-Terroristen in verschiedenen Teilen von Pandschir vernichtet worden. Mehr als 1000 Taliban-Kämpfer wurden gefangengenommen und haben sich ergeben“, so Dashti.
Ihm zufolge haben die Taliban Probleme mit Lieferungen aus anderen Provinzen.
Abdul Ghani Baradar (Archivbild) - SNA, 1920, 04.09.2021
Afghanistan
Neue Taliban-Regierung: Was ist bislang bekannt?
Wie der TV-Sender Al Jazeera unter Berufung auf eine Quelle in den Taliban mitteilte, hat sich die Offensive in Pandschir wegen verminter Straßen verlangsamt, die zur regionalen Hauptstadt Bazarak führen. Aus diesem Grund könnten die Taliban auch nicht in die Residenz des Gouverneurs von Pandschir gelangen, hieß es.
Am Freitag hat der Taliban-Sprecher Bilal Karimi erklärt, dass Pandschir unter die Kontrolle der Taliban gestellt worden sei. Wie eine Quelle im Hauptsitz der Polizei in Kabul mitteilte, sind alle Widerstandskräfte in Pandschir von den Taliban gefangengenommen worden. Vizepräsident Amrullah Saleh und Widerstandsführer Ahmad Massoud seien geflohen.
Saleh dementierte später die Information, wonach Pandschir von den Taliban erobert worden sei. Der Widerstand gehe weiter, so Saleh. Er habe das Land nicht verlassen und bleibe in Pandschir, fügte der Vizepräsident hinzu.
Die Taliban-Bewegung hatte Anfang August eine großangelegte Offensive gegen die Regierungskräfte in Afghanistan eingeleitet. Am 15. August marschierten die Taliban in Kabul ein und nahmen den Präsidentenpalast unter ihre Kontrolle. Am nächsten Tag erklärte ein Taliban-Sprecher, dass der Krieg beendet sei und die Regierungsform im Land in nächster Zeit bestimmt werden solle.
Die Machtübernahme durch die Taliban erfolgte vor dem Hintergrund des US-Truppenabzugs in der Nacht zum 31. August. Nur die nordöstlich von Kabul gelegene Provinz Pandschir, eine der nach Fläche und Bevölkerungszahl kleinsten Regionen Afghanistans, stand nicht unter der Kontrolle der Taliban.
Der TV-Sender Al Jazeera berichtete am Donnerstag unter Berufung auf eine Quelle in den Taliban, dass diese nach dem Scheitern von Verhandlungen mit Widerstandsführer Ahmad Massoud eine Militäroperation gegen die Widerstandsfront in der Provinz Pandschir einzuleiten planten.
Zuvor teilte der russische Botschafter in Kabul, Dmitri Schirnow, mit, dass Russland die Situation um Pandschir mit Taliban-Vertretern erörtert und auf die Notwendigkeit einer friedlichen Lösung verwiesen habe.
9/11-Gedenkstätte (Archivbild) - SNA
Die am stärksten von Terrorismus betroffenen Länder

Afghanistan ist weltweit am stärksten vom Terrorismus betroffen, folgt aus dem Bericht „Global Terrorism Index 2020“ des Instituts für Wirtschaft und Frieden. Die Indexwerte liegen zwischen 0 und 10 – je höher, desto größer das Ausmaß. Dabei werden vier Faktoren berücksichtigt: die Anzahl terroristischer Vorfälle, der Toten und Verletzten sowie der angerichtete Sachschaden. Afghanistan bekam 9,59 Punkte. Im Jahr 2019 gab es dort 1422 Terroranschläge, bei denen 5725 Menschen starben und 6221 verletzt wurden. Danach folgen der Irak (8,68), Nigeria (8,31), Syrien (7,78) und Somalia (7,65).

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*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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